Startseite » Fachbereich Login » Mikrobiom-News Übersicht » Fachkreis: Mikrobiom-News Beitrag – Mikrobiotika bei Reizdarm

Evidenzbasierte Therapie

Mikrobiotika bei Reizdarm: Das sagen die Leitlinien

Therapie des Reizdarmsyndroms: Die deutsche S3-Leitlinie ist nicht mehr gültig, die Überarbeitung bis Ende 2018 geplant. Datenlage und Evidenz zum Mikrobiotika-Einsatz in dieser Indikation haben sich inzwischen geändert: Hier finden Sie Fakten und die Einordnung in internationalen Guidelines. 

Die Wahl der Therapie: Symptomatisch oder ursachenorientiert

Steht die Diagnose “Reizdarm-Syndrom” beim Patienten fest, stellt sich für den behandelnden Hausarzt oder Gastroenterologen die Frage nach einer geeigneten Therapie. Ein besseres Verständnis der Pathologie des Reizdarms ermöglicht es, den Fokus weg von der symptomatischen, hin zu einer ursachenorientierten Behandlung zu verschieben. Folgende Faktoren können ursächlich zur Entstehung eines Reizdarmsyndroms beitragen:1,2,3 

  • gestörte Darmflora (Dysbiose) 
  • gestörte Barrierefunktion der Darmschleimhaut 
  • gestörtes intestinales Immunsystem (pro-inflammatorisch) 
  • erhöhte Innervation der Darmschleimhaut 

Mikrobiotika bei Reizdarmsyndrom: Das sagt die S3-Leitlinie

Die S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom aus dem Jahr 2011 ist inzwischen abgelaufen und wird aktuell überarbeitet.1 Die Empfehlungen zur Therapie des Reizdarmsyndroms richten sich primär nach den Leitsymptomen, beziehen jedoch ursächliche Überlegungen (z.B. bezüglich Ernährung, Prä- und Mikrobiotika) bereits mit ein. So werden Mikrobiotika mit Verweis auf positive Studienergebnisse beispielsweise optional empfohlen bei:1 

  • Schmerzen 
  • Diarrhö 
  • Obstipation (ggf. in Kombination mit Ballaststoffen) 
  • Kindern mit Reizdarmsyndrom 
  • Blähungen/abdomineller Distension/Meteorismus/Flatulenz 

Mikrobiotika international: Das sagen WGO- und NICE-Guideline

Seit 2011 sind zahlreiche Publikationen zur Festigung der Evidenz ursächlicher Therapieansätze wie Mikrobiotika bei Reizdarmsyndrom erschienen. Die World Gastroenterology Organisation (WGO) gibt in ihrer Global Guideline zum Reizdarmsyndrom (Update 2015) folgende hierarchische Therapiekaskade an:4 

  1. Ernährungs- und Lebensstilberatung 
  2. Hochwertiges Mikrobiotikum mit belegter Wirksamkeit 
  3. Symptomatische Behandlungen 
  4. Psychotherapeutische Interventionen 
  5. Pharmakologika 

Die WGO verweist hierbei auf die hohe Spezifität verschiedener mikrobiologischer Bakterienstämme bezüglich der Wirksamkeit bei Reizdarm-Symptomen. Die zuletzt im April 2017 aktualisierte NICE-Guideline des britischen National Institute for Health and Care Excellence empfiehlt mikrobiologische Präparate mindestens 4 Wochen lang einzusetzen.4,5 

Wirksamkeit und Wirkspezifität von Lp299v -Mikrobiotikum in Studien belegt

Entsprechend spezifisch bei allen Leitsymptomen des Reizdarmsyndroms wirkt das in Deutschland erhältliche Innovall® RDS mit dem mikrobiotischen Bakterienstamm Lactobacillus plantarum 299v (Lp299v®). Mehr als 50 klinische Studien liefern eine umfassende Datenlage zur positiven Modulationsfähigkeit: Mittels 5 Mechanismen kann Lp299v® auf allen Stufen der Darmbarriere unterstützen (vgl. Abb. 1).2,3 Eine doppelblinde, placebokontrollierte, randomisierte, multizentrische Studie mit 214 Reizdarm-Patienten (diagnostiziert nach Rom-III-Kriterien, ca. zwei Drittel mit Diarrhö-dominiertem Reizdarmsyndrom) belegte die klinische Wirksamkeit. Nach 4 Wochen Behandlung mit einer Kapsel Innovall® RDS täglich reduzierte sich die Reizdarm-Symptomatik statistisch signifikant im Vergleich zu Placebo (vgl. Abb.2):2,3 

  • 66% weniger Blähungen 
  • 52% weniger Bauchschmerzen 
  • Um 43% reduzierte Stuhlgangfrequenz 
  • Um 50% reduziertes Gefühl der unvollständigen Entleerung 
1
2
3
4
5