MICROBIOTICA mikrobiologische Präparate

Die Darmflora: Aufgaben der Darmbakterien in der Mikrobiota

Von „guten“ und „schlechten“ Bakterien:
Darmbakterien? Die machen doch krank, oder? Nein, ganz im Gegenteil. Der größte Teil dieser kleinen Lebewesen, die nur aus einer Zelle bestehen, sind „gut“ und erfüllen lebensnotwendige Aufgaben.

Unser Darm ist ihre Welt
In unserem gesunden Darm wimmelt es nur so von guten, gesundheitsfördernden Bakterien, den Darmsymbionten. Dabei ist keine Darmflora wie die andere: Die Zusammensetzung ist genetisch bedingt und so individuell wie unser Lebensstil und unsere Ernährungsgewohnheiten. Die Mikrobiota ist eine komplexe Lebensgemeinschaft in der jede Bakterienart ihre spezifischen Aufgaben verfolgt und wiederum andere Bakterien benötigt, die sie dabei unterstützen. Damit das System funktioniert, ist eine gesunde Balance zwischen den unterschiedlichen, gesundheitsför­dern­den Bakterien und Bakterienstämmen sehr wichtig.

Drei zentrale Aufgaben der Darmflora

  1. Sie unterstützt die Verdauung:
    Ohne die bakterielle Besiedlung des Darms ist eine normale Verdauung nicht möglich.
  2. Sie stärkt das Immunsystem:
    Ohne die bakterielle Besiedlung des Darms kann sich unser Immunsystem nicht richtig entwickeln.
  3. Sie bietet Schutz gegen Krankheitserreger:
    Ohne die bakterielle Besiedlung des Darms würden wir häufiger an Infektionen und Durchfallerkrankungen leiden.

Gute Darmbakterien bieten Schutz vor Krankheitserregern

Dringen unerwünschte Keime in den Darm ein, so werden die guten Bakterien im Darm direkt aktiv und verdrängen die schlechten, krank­machenden Keime. Zusätzlich sind sie an der Produktion von antibak­teriell wirksamen Stoffen beteiligt, so stoppen sie ebenfalls die Verbreitung der krankmachenden Keime. Fehlen die guten Darmbakterien oder sind sie nicht in ausreichender Anzahl vorhanden, fehlt ein wichtiger Schutzmechanismus. Dies schwächt auch unser darmeigenes Immunsystem, weitere Infektionen sind die Folge.

Was versteht man eigentlich unter Darm-Mikrobiota und Darmsymbionten?

Mikrobiota bedeutet „das kleine Leben“. Die Darm-Mikrobiota ist die Gesamtheit aller Mikroorganismen in unserem Darm. Dazu gehören unter anderem die guten, gesundheits­fördernden Bakterien.

 

Der Mensch lebt in Symbiose mit verschiedenen Mikroorganismen. Die Bakterien sind Symbionten, die mit dem Menschen im gegenseitigen Nutzen zusammenleben.


Unsere Mikrobiota – Ein Leben lang!

Unsere Mikrobiota erhält während unserer ersten zwei Lebensjahre eine beträchtliche Ausstattung unterschiedlichster Bakterien, die uns unser Leben lang begleiten. Schon wenige Wochen nach der Geburt ist der Darm bereits dicht mit Bakterien besiedelt.

Aber hört die Mikrobiota nach dem 2. Lebensjahr auf sich zu entwickeln?
Nein, vor allem Lebensstil und Ernährung beeinflussen den Zustand unserer Darmflora.


Unsere Mikrobiota – Isst mit und denkt mit!

Der Darm ist wie ein zweites Gehirn, nur im Bauchraum. Er bekommt einfach alles mit, was wir so in uns „hineinfuttern“ und entscheidet, was gut für uns ist und was nicht. Jeder Mensch besitzt eine ganz individuelle Zusammensetzung der Mikrobiota (Darmflora), die zum einen genetisch bedingt ist, aber auch stark von der Ernährung beeinflusst wird. Ein Fleisch­esser hat zum Beispiel eine andere Mikrobiota als jemand, der sich vegetarisch ernährt. Aus evolutionärer Sicht ist diese Flexibilität wichtig, um sich an verschiedene Nahrungsquellen anzupassen.

Auch heute haben wir es noch täglich in der Hand, uns bewusst zu ernähren und den Darm zu unterstützen.

Neben der Einnahme von Antibiotika führt also auch eine falsche Ernährung zu einer unausgeglichenen Mikrobiota – und somit dazu, dass unerwünschte Keime sich im Darm ausbreiten. Deshalb ist täglicher Schutz durch eine sinnvolle, darm­unterstützende Ernährung zu empfehlen. Denn unsere Darmbakterien essen mit!


Darmbakterien mögen abwechslungsreiche Ernährung

Eine ausgewogene Mischung im Speiseplan sorgt auch für eine ausgewogene Mikrobiota. Ballaststoffe (Vollkornbrot, Obst und Gemüse) sollten fest in die Ernährung integriert sein. Sie sind ideales Futter für die guten Bakterien, Zucker und Weißmehl hingegen nicht. Auch eine allzu fettreiche Ernährung soll, nach den neuesten Forschungen, den Darm nicht nur physisch schwächen, sondern sogar unsere Psyche beeinflussen.

Ganz schön schlau: die Darm-Hirn-Achse

Was für den Darm gut ist, tut auch der Seele gut. Das hängt wohl damit zusammen, dass dieser über den Nervus vagus eine direkte Verbindung zu unserem Gehirn besitzt. Diesen "heißen Draht" zwischen Kopf und Darm nennt man daher auch Darm-Hirn-Achse.