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Colitis Ulcerosa

Bei der Colitis ulcerosa handelt es sich um eine chronische Entzündung der Dickdarm-Schleimhaut. Dadurch kann es zu oberflächlichen Geschwüren (Ulzerationen) und Blutungen kommen. Häufig ist der Beginn schleichend. Die Entzündung des Dickdarms beginnt zunächst im Enddarm (Rektum) und kann sich in Richtung Dünndarm auf den gesamten Dickdarm ausbreiten.  

Das wichtigste in Kürze:

  • Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) und derzeit nicht heilbar.
  • Menschen mit einer Colitis ulcerosa leiden typischerweise unter blutig-schleimigen Durchfällen.
  • Das langfristige Behandlungsziel ist Beschwerdefreiheit und maximale Lebensqualität.
  • Begleitend zur medikamentösen Standardtherapie hat sich die Einnahme von ausgewählten entzündungshemmenden mikrobiologischen Präparaten bewährt.
Am häufigsten erkranken junge Erwachsene an Colitis Ulcerosa. Die Erkrankung geht mit einem hohen Leidensdruck einher. 

Die Colitis ulcerosa stellt neben Morbus Crohn die häufigste chronisch entzündliche Darmerkrankung (Abk.: CED) dar.1 Sie betrifft im Gegensatz zu Morbus Crohn ausschließlich den Dickdarm (Kolon). Der Begriff Colitis leitet sich ab von „colon“ (Dickdarm) und der Wortendung –itis (Entzündung). Der Zusatz ulcerosa bezeichnet das Wort „ulcus“ (Geschwür). 

Je nach Ausbreitungsmuster werden unterschiedliche Stadien der Colitis ulcerosa benannt.  

  • Bei etwa 40-50% der Erkrankten sind ausschließlich der Enddarm und evtl. das Sigma (liegt unmittelbar vor dem Enddarm) betroffen. Man spricht in dem Fall von einer Proktitis bzw. distalen Colitis ulcerosa
  • Eine linksseitige Colitis ulcerosa liegt vor, wenn die gesamte linke Hälfte des Dickdarms entzündet ist. 
  • Wenn der gesamte Dickdarm betroffen ist handelt es sich um eine Pankolitis (ausgedehnte Colitis)

Colitis ulcerosa verläuft meist in Schüben: In der beschwerdefreien Phase ist ein normales Alltagsleben möglich. Während eines Schubs hingegen kann je nach Krankheitsverlauf ein Krankenhausaufenthalt nötig sein. Eine leichte bis mittelschwere Verlaufsform der Colitis ulcerosa überwiegt jedoch, schwere Verläufe sind seltener. 

In Deutschland sind etwa 150000 Einwohner an einer Colitis ulcerosa erkrankt. Am häufigsten erkranken junge Erwachsene. Die Erkrankung geht mit einem hohen Leidensdruck für die Betroffenen einher, da die meisten Betroffenen beim ersten Auftreten der Colitis ulcerosa zwischen 25 und 35 Jahren alt sind, also in der Schulzeit oder der Berufsausbildung. Sie bleibt in der Regel das gesamte Leben bestehen.2  

Colitis Ulcerosa Ursachen und Auslöser

Gesunde Darmschleimhaut im Vergleich zu einer Darmschleimhaut bei Colitis Ulcerosa

Die Ursachen einer Colitis ulcerosa sind noch nicht genau bekannt. Man geht jedoch von einem komplexen Zusammenwirken verschiedener Faktoren aus. Dazu gehören genetische Veranlagung, Nahrungsmittelallergene, Störungen der körpereigenen Immunabwehr, Infektionen, eine gestörte Mikrobiota (Darmflora) und andere Umweltfaktoren. 

Diese Faktoren begünstigen vermutlich einen Defekt der Darmschleimhaut (Mukosa), bei dem es u.a. zu einem Rückgang der schützenden Schleimschicht (Mukus) und Veränderungen in der Struktur der Darmschleimhautschichten mit Gewebszerfall und Abszessen kommt. Dies führt zu einer chronischen Schleimhautentzündung und Blutungen.1

Stress und psychische Belastungen können den Krankheitsverlauf ungünstig beeinflussen und schubauslösend wirken, werden aber nicht als mögliche Ursache gesehen. 

Colitis Ulcerosa Sportmangel als Auslöser

Bewegungsmangel kann ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung von entzündlichen Darmkrankheiten wie der Colitis ulcerosa sein. Studien belegen, dass leichte bis mittelschwere Bewegung das Risiko für Beschwerden wie Verstopfung, Gallenkoliken und Divertikelerkrankungen verringern kann. Ebenfalls vermindert mäßige Bewegung das Darmkrebsrisiko um 20%-25%.3 

Darüber hinaus können Stress und psychische Belastungen, den Krankheitsverlauf ungünstig beeinflussen und einen Schub auslösen. Diese Faktoren werden aber nicht als mögliche Ursache gesehen, eher als Trigger.

Die Erkrankung kann die Betroffenen aber natürlich auch zusätzlich stark psychisch belasten, was zu einem Teufelskreislauf führt. Die Patienten verspüren oft einen sehr großen Leidensdruck. 

Sport und Bewegung im gesunden Maß unterstützen das allgemeine Wohlbefinden bei Colitis Ulcerosa.

Sport und Bewegung ohne Leistungsdruck und im richtigen Maß wirken sich auf das allgemeine Wohlbefinden positiv aus und helfen beim Stress- und Symptomabbau. Im akuten Zustand steht jedoch Schonung im Vordergrund.

Unterschiede zwischen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn gehören zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Beide Erkrankungen haben eine Vielzahl von Gemeinsamkeiten, die die Diagnose teilweise erschweren können. Dennoch gibt es bedeutende Unterschiede, die man kennen sollte, um die Krankheitsbilder klar trennen zu können. Ist keine eindeutige Zuordnung möglich, spricht man von einer unklaren chronischen Darmentzündung (Colitis indeterminata).  
Gemeinsamkeiten sind die charakteristischen Durchfälle, der schubweise Verlauf und zum Teil auch die eingesetzten Medikamente. Doch Lokalisation, Verlauf und Symptomatik sind verschieden.

Allen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind ähnliche oder teils identische Symptome wie Blutungen, Durchfälle, starke Schmerzen sowie der schubweise Verlauf gemein. Darüber hinaus sind die Ursachen für beide Erkrankungen bislang nicht genau geklärt, was deren Heilung erschwert. Bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sind unterschiedliche Bereiche des Verdauungssystems betroffen. Auch die Schleimhaut zeigt verschiedene Entzündungsmuster. 

Für die Entwicklung von Morbus Crohn spielt die erbliche Veranlagung vermutlich eine größere Rolle als für Colitis ulcerosa. Des Weiteren kann Morbus Crohn nicht nur im Dickdarm, sondern fleckenartig auch in verschiedenen Abschnitten des gesamten Verdauungstrakts von der Mundhöhle bis zum After auftreten. 

Während bei der Colitis ulcerosa nur die oberste Schicht der Darmschleimhaut (Tunica mucosa und Tunica submucosa) entzündet ist, erfasst Morbus Crohn mit seiner Entzündung alle Wandschichten (transmural). 

Colitis ulcerosa (CU) 
Nur die Darmschleimhaut betroffen (oberflächlicher Befall) 
Auf den Dickdarm beschränkt 
Beginn im Enddarm, kontinuierlich aufsteigend 
Durchfälle blutig-schleimig 
Morbus Crohn 
Befall der gesamten Darmwand (tiefgreifender Befall) 
Gesamter Verdauungstrakt kann betroffen sein (Mund, Rachen, Speiseröhre, Magen, Darm) 
Wechsel von gesunden und entzündeten Abschnitten im Darm 
Durchfälle, selten blutig 
Es gibt zwei Formen der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen: Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn. 

Colitis Ulcerosa Symptome

Colitis Ulcerosa äußert sich vor allem durch eine schubweise auftretende Symptomatik

Das Hauptsymptom der Colitis ulcerosa ist der blutige Durchfall, mit oder ohne Schleim. Je nach Ausmaß und Schwere der Erkrankung geht dieser zusätzlich mit Stuhldrang oder Tenesmus (schmerzhafter Stuhl- oder Harndrang), Bauchschmerzen, Unwohlsein, Gewichtsverlust und Fieber einher. Zu den Faktoren, die die Colitis ulcerosa typischerweise verschlimmern, gehören die Raucherentwöhnung und die Einnahme von Nicht-steroidalen Entzündungshemmern.1


Charakteristisch für Colitis ulcerosa ist das schubweise Auftreten. Phasen akuter Entzündungen wechseln sich ab mit beschwerdefreien Zeiten, in denen die Erkrankung ruht. In dieser Ruhephase (Remission) kann sich die Dickdarm-Schleimhaut erholen und die Symptome gehen zurück.


Über die Hälfte der Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) leidet im Verlauf der Erkrankung an sogenannten extraintestinalen Manifestationen. Dabei handelt es sich um Begleiterkrankungen, die im Zusammenhang mit der CED stehen, aber nicht den Darm betreffen. Oft handelt es sich um Entzündungen von Gelenken, der Haut, der Leber, der Gallenwege, oder der Augen. Die Symptome können über Monate bis Jahre hinweg anhalten und unabhängig von der Aktivität der Darmerkrankung auftreten.

Bei Colitis Ulcerosa kann es auch zu weiteren Entzündungen außerhalb des Darms kommen.

Colitis ulcerosa Symptome auf einen Blick

gastrointestinal 
blutig-schleimige Durchfälle 
starke, krampfartige Bauchschmerzen 
häufiger Stuhldrang, oft schmerzhaft 
Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl 
extraintestinal 
Augenerkrankungen 
Lebererkrankungen 
Gelenkerkrankungen 
Hauterkrankungen (teilw. mit Geschwüren) 

Der Krankheitsverlauf und mögliche Komplikationen

Charakteristisch für Colitis ulcerosa ist, dass sie in Schüben verläuft: Während eines Schubs kann je nach Krankheitsverlauf ein Krankenhausaufenthalt nötig sein. In der beschwerdefreien Phase (Remission) ist ein normales Alltagsleben möglich. 5 In der Remisson erholt sich die Schleimhaut des Dickdarms, die Symptome gehen zurück.

Colitis Ulcera verläuft meist in Schüben. Das heisst akute Beschwerden wechseln sich mit beschwerdefreien Phasen ab.

Die Ausprägung der Krankheit beschränkt sich in den meisten Fällen auf einen leichten bis mittelschweren Verlauf. Ein schwerer Krankheitsverlauf ist eher selten.  

Die Gründe für solche Schübe sind noch nicht endgültig geklärt. Häufig werden emotionaler Stress, Infektionen der oberen Atemwege oder Medikamenteneinnahme als mögliche Gründe für die auftretenden Colitis ulcerosa Schübe genannt.5 

Berichte zeigen, dass die Einnahme von Antibiotika bei Colitis ulcerosa möglicherweise auch zu einem erneuten Krankheitsschub führen kann. Dies hängt oft mit der Entwicklung von Antibiotika-assoziiertem Durchfall, bakteriellen Infektionen oder mit Veränderungen im bakteriellen Stoffwechsel der Darmflora (Mikrobiota) zusammen.6 

Betroffene können aufgrund der ständigen Durchfälle und der Appetitminderung an Gewichtsverlust aber auch an Mangelerscheinungen leiden. Bis zu 85 % der Kinder mit CED weisen Zeichen einer Mangelernährung auf, wodurch es auch zu Wachstumsstörungen kommen kann.2 

Durch eine medikamentöse Therapie kann man die Darmentzündung meist zum Abklingen bringen und die Krankheitssymptome unterdrücken. Zu Komplikationen kann es kommen, wenn die Colitis ulcerosa allerdings medikamentös nicht mehr in den Griff zu bekommen ist, die Wirkung der angewendeten Medikamente nachlässt, der Krankheitsverlauf sehr lang ist oder es erste Anzeichen für Darmkrebs gibt.  

Der andauernde Reizzustand bei einer CED steigert das Risiko für Dickdarmkrebs für die Patienten. Darmkrebs entwickelt sich fast immer aus sogenannten Darmpolypen: Wucherungen in der Schleimhaut des Dickdarms. Aufgrund der Geschwüre im Darm ist es möglich, dass Blutungen auftreten.

Gut zu wissen: Längst nicht alle Polypen, auch Adenome genannt, entwickeln sich zu Krebs. Von insgesamt 1.000 Adenomen werden jährlich nur 30 bis 400 als Krebs diagnostiziert.6 

Eine weitere Komplikation, die bei einer Colitis ulcerosa entstehen könnte, ist das toxische Megakolon. Hierbei handelt es sich um eine erhebliche Erweiterung des Dickdarms, bei der sich dieser aufbläht. Betroffene leiden unter Bauchschmerzen, Fieber, Krämpfen und Verstopfung. Auch Erbrechen und ein harter, aufgetriebener Bauch können auftreten.   

Das toxische Megakolon wird aufgrund seiner Risiken als eine mögliche lebensbedrohliche Komplikation eingestuft. 

Aufgrund der genannten Komplikationen kann eine operative Entfernung des Dickdarms notwendig sein. 

Bei der sogenannten Kolektomie wird dann der gesamte Dickdarm bis zum After entfernt. Damit der Inhalt des Dünndarms nicht einfach abfließt, wird aus dem unteren Dünndarmabschnitt (Ileum) ein Stuhlreservoir (Pouch) gebildet. Dieser Pouch wird dann mit dem After verbunden (ileoanaler Pouch). So ist es möglich, den Stuhlgang für eine Weile zu kontrollieren und der Stuhlgang kann somit auf normale Weise erfolgen. Mit der Entfernung des Dickdarms ist die Colitis ulcerosa heilbar. Der Preis dieses chirurgischen Eingriffs ist eine erhöhte Zahl an Stuhlgängen pro Tag, eine schlechtere Stuhlhaltefähigkeit und evtl. Entzündungen des Pouchs. 

Diagnosestellung bei Colitis ulcerosa

Es gibt verschiedene Herangehensweisen, um eine mögliche Colitis ulcerosa zu diagnostizieren. Den Beginn sollte eine Anamnese, also ein Gespräch beim Arzt, darstellen. Hier wird die Vorgeschichte der Krankheit wie Beschwerden und deren Dauer abgeklärt. Im Anschluss an die Anamnese wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Druckschmerzhafte Bereiche und Verhärtungen macht der Mediziner durch Abtasten des Bauchraums ausfindig. Den Analbereich untersucht er ebenso nach möglichen Auffälligkeiten. Die Diagnose wird dann meist über eine Darmspiegelung gestellt, in der auch das Ausmaß der entzündlichen Veränderungen festgestellt werden kann. 

Die Diagnose von Colitis Ulcerosa erfolgt über mehrere Schritte.

Weitere Schritte zur Diagnosestellung:

  • Bluttest
  • Abgabe und Analyse einer Stuhlprobe
  • Ultraschall
  • Darmspiegelung
  • eventuell Entnahme von Gewebeproben aus dem Darm
  • Magnetresonanztomographie (MRT)

 

 

Colitis Ulcerosa Therapie

Da die Colits ulcerosa ohne Operation derzeit nicht heilbar ist, ist das primäre Therapie-Ziel das rasche Erreichen einer beschwerdefreien Phase (Remission) ohne eine langfristige Steroidbehandlung. 

Die Behandlung erfolgt individuell und entsprechend den Behandlungsleitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).2 Die Art der Behandlung ist abhängig von der Stärke der Entzündung und Ausdehnung der Colitis ulcerosa und wird stufenweise durchgeführt. Dabei kommen Wirkstoffe wie Mesalazin, Kortison oder Immunsuppressiva zum Einsatz. Bei allen Patienten sollte nach erfolgreicher Schubtherapieeine langfristige Remissionserhaltungstherapie durchgeführt werden. 

Bei ungefährlichen und leichten Symptomen oder unterstützend zu einer medikamentösen Behandlung kann auch auf pflanzliche Mittel oder mikrobiologische Präparate zurückgegriffen werden. 

Colitis Ulcerosa Leitlinie – medikamentöse Behandlung

Das primäre Ziel bei der Therapie einer Colitis ulcerosa ist es, in Beschwerdefreiheit (Remission) zu kommen und langfristig ohne erneute Rückfälle (Rezidive) in diesem Zustand zu bleiben. Das betrifft v.a. Symptome wie Durchfälle, Schmerzen und Blutungen. Die erfolgreiche Behandlung bedeutet eine möglichst vollständige Abheilung der entzündeten Darmwand, denn jeder Schub führt zu einer weiteren Vernarbung des Darmgewebes, was dessen Funktion möglicherweise massiv einschränken kann.

Die Colitis ulcerosa Leitlinie basiert auf den Empfehlungen des ECCO-Konsensus (ECCO: European Crohn’s and Colitis Organisation) sowie den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).5 

Laut Leitlinie sollte eine leichte bis mittelschwere Erkrankung mit einem akuten Entzündungsschub in erster Linie medikamentös therapiert werden. 

Die häufigste Anwendung findet der entzündungshemmende Wirkstoff Mesalazin (5-Aminosalicylsäure, 5-ASA-Präparate). Dieser wird in Form von Zäpfchen, Schaum oder Einlauf zur rektalen Anwendung verschrieben.5 Tritt durch diese Medikamente keine Besserung ein, können Steroidpräparate (Kortison) zur lokalen Anwendung oder Mesalazin in Form von Tabletten eingesetzt werden. Kortison besitzt eine stark entzündungshemmende Wirkung und unterdrückt die Reaktion des Immunsystems. Es wirkt rasch im akuten Krankheitsschub, ist jedoch aufgrund der Nebenwirkungen (Osteoporose) nicht für den langfristigen Einsatz geeignet.  

Bei schweren Schüben können auch Immunsuppressiva (z.B. Thiopurine) zum Einsatz kommen, die allerdings erst nach einigen Monaten wirken. Sogenannte Biologika (z.B. TNF-Antikörper) greifen gezielt in die fehlgeleitete Abwehrreaktion des Körpers ein, können den Entzündungsprozess unterbrechen, sind jedoch sehr teuer.  

Eine dauerhafte Therapie mit Aminosalicylaten, Thiopurinen oder Biologika erhöht die Raten anhaltender Remission.2 

Medikamente, die bei einer Colitis ulcerosa Therapie zum Einsatz kommen können, sind zusammenfassend Entzündungshemmer (z.B. Mesalazin), Cyclosporin, monoklonale Antikörper bzw. Biologika sowie Antibiotika.7 Lesen sie hier für Colitis ulcerosa Medikamente. 

Sehr schwere Fälle der Colitis Ulcerosa können häufig nur durch eine Operation behandelt werden.

Colitis Ulcerosa OP

In schweren Fällen der Colitis ulcerosa oder bei Komplikationen kann eine Operation, die sogenannte Kolektomie (Entfernung des Dickdarms), als letzte Therapiemöglichkeit notwendig sein. Die am häufigsten angewandte chirurgische Technik bei einer Colitis ulcerosa OP ist die totale Proktokolektomie.8 Dabei wird der gesamte Dickdarm bis zum After entfernt. Damit der Inhalt des Dünndarms nicht einfach abfließt, wird aus dem unteren Dünndarmabschnitt (Ileum) ein Stuhlreservoir (Pouch) gebildet. Dieser Pouch wird dann mit dem After verbunden (ileoanaler Pouch). So ist es möglich, den Stuhlgang für eine Weile zu kontrollieren und der Stuhlgang kann somit auf normale Weise erfolgen. Mit der Entfernung des Dickdarms ist die Colitis ulcerosa heilbar. Der Preis dieses chirurgischen Eingriffs ist eine erhöhte Zahl an Stuhlgängen pro Tag, eine schlechtere Stuhlhaltefähigkeit und evtl. Entzündungen des Pouchs.

Schwere Fälle, in denen eine Notoperation notwendig wird, sind lebensbedrohliche Komplikationen wie ein Darmdurchbruch (Perforation), nicht in den Griff zu bekommende (sog. refraktäre) Darmblutungen oder ein toxisches Megakolon, die auf eine medikamentöse Therapie nicht ansprechen.8 

Colitis Ulcerosa Therapie mit TCM

Der Einsatz von Komplementärmedizin in Form von pflanzlichen Therapien ist in der westlichen Welt sowie in vielen asiatischen Ländern nicht fremd.

Derzeit ist die traditionelle chinesische Medizin (TCM) in ostasiatischen Ländern zur Behandlung von Colitis ulcerosa weit verbreitet. In einer Studie wurden Colitis ulcerosa Patienten mit pflanzlichen Mitteln therapiert, wobei eine Gesamteffektivitätsrate von 84% zu beobachten war.9  

Bei der Colitis ulcerosa Behandlung nach der TCM kommen unter anderem Wirkstoffe des Salaibaums (Indischer Weihrauch), der Rotbuche und der Ananas-Pflanze sowie Blutwurz-Extrakte, Weizengras, Kurkuma, Gerste und Flohsamenschalen zum Einsatz.9  

Die TCM findet ihren Einsatz ebenfalls bei der Colitis Ulcerosa.
Mikrobiologische Präparate, wie Innovall® CU, können den Darm zusätzlich unterstützen.

Mikrobiologische Präpapate bei Colitis Ulcerosa

Mikrobiologische Präparate sind speziell ausgewählte, natürlich im menschlichen Darm vorkommende, vermehrungsfähige Bakterienkulturen zur oralen Einnahme. Mehr zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie hier.

Spezifisch ausgewählte Bakterienstämme fördern den Erhalt einer gesunden Darmflora und unterstützen so das körpereigene Immunsystem. Es konnte in Studien nachgewiesen werden, dass sich die Anwendung eines spezifischen mikrobiologischen Präparats zur Vermeidung von Schüben bewährt hat. Die spezielle Kombination beinhaltet die Bakterienstämme Streptococcus thermophilus NCIMB 304381, Bi­fidobacterium breve NCIMB 304412, Bi­fidobacterium longum NCIMB 304353, Bi­fidobacterium infantis NCIMB 304364, Lactobacillus acidophilus NCIMB 30442 5, Lactobacillus plantarum NCIMB 304376, Lactobacillus paracasei NCIMB 304397, Lactobacillus delbrueckii ssp. bulgaricus NCIMB 304408 . Besonders wirksame Ergebnisse konnte die begleitende Einnahme der Bakterienkombination zusammen mit einem 5-Aminosalicylsäure-Präparat (5-ASA) liefern. Hier konnte ein effektiveres Ergebnis beobachtet werden als bei der Behandlung nur mit 5-ASA allein.10

Klinische untersuchte mikrobiologische Präparate, wie Innovall® CU zum Diätmanagement bei Colitis ulcerosa und Pouchitis können helfen, die Dysbiose ins Gleichgewicht zu bringen, das Immunsystem und die Barrierefunktion der Darmschleimhaut zu unterstützen. 

Colitis Ulcerosa Ernährung

Neben mikrobiologischen Präparaten kann auch die richtige Ernährung dazu beitragen, den Darm zu entlasten. Bei der Colitis ulcerosa Ernährung sollte darauf geachtet werden, dass keine Nahrungsmittel verzehrt werden, die den Magen-Darm-Trakt reizen.

Es sollten besonders die hohe Zufuhr von Fetten – insbesondere tierischen Fetten, mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie Milchfetten – vermieden werden. Ebenso sollte größtenteils auf raffinierten Zucker und Fleisch verzichtet werden. Es empfiehlt sich eine ballaststoffreiche Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse Langfaserige Lebensmittel wie Spargel, Sellerie, und Fenchel sollten vermieden werden.11

Eine ballaststoffreiche und fettarme Ernährung schont den Magen-Darm-Trakt.

Fazit

Die Colitis ulcerosa ist eine der häufigsten Formen der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Aufgrund diverser Ähnlichkeiten in der Symptomatik, kann sie schnell mit Morbus Crohn verwechselt werden, was eine Colitis ulcerosa Diagnose nicht immer leicht macht. Bei der Colitis ulcerosa wechseln sich sogenannte Schübe mit symptomfreien Phasen ab. Die Colitis ulcerosa Therapie unterscheidet sich je nach Schwere des Krankheitsbildes. Oftmals wird stufenweise mit Wirkstoffen wie Mesalazin, Kortison oder Immunsuppressiva behandelt. Begleitend kann mit mikrobiologischen Präparaten, wie Innovall® CU, die Darmgesundheit unterstützt werden. Es empfiehlt sich ebenfalls, den Darm mit der richtigen Ernährung zu entlasten. Auf fettreiche Nahrung (besonders tierische Fette) sollte weitestgehend verzichtet werden. Es empfiehlt sich eine ballaststoffreiche Kost mit ausreichend Obst und Gemüse. 

FAQ

Welche Beschwerden bei Colitis ulcerosa?

 

  • Blutig-schleimige Durchfälle
  • Starke, krampfartige Bauchschmerzen
  • Häufiger Stuhldrang, oft schmerzhaft
  • Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl, unter Umständen leichtes Fieber
  • Nächtlicher Stuhldrang
  • Übelkeit

 

Ist eine Colitis ulcerosa heilbar?

Wissenschaftler davon aus, dass eine Vielzahl von Faktoren an der Entstehung der Colitis ulcerosa beteiligt ist, deren Zusammenspiel u.U. sehr individuell sein kann. Das macht die vollständge Heilung derzeit noch nicht realisierbar. Es gibt jedoch eine Reihe von modernen Therapien, die in vielen Fällen ermöglichen, langanhaltend beschwerdefrei zu sein. Heilbar ist die Erkrankung derzeit nur dadurch, dass der gesamte Dickdarm entfernt wird (Kolektomie).

Wie entsteht eine Colitis ulcerosa?

Bei der Colitis ulcerosa handelt es sich um eine chronische Entzündung der Dickdarm-Schleimhaut. In den betroffenen Dickdarm-Abschnitten kann es zu oberflächlichen Geschwüren (Ulzerationen) und Blutungen kommen. Die Ursachen einer Colitis ulcerosa sind noch nicht genau bekannt. Man geht jedoch von einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren aus. Dazu gehören u.a.:

  • genetische Veranlagung
  • Nahrungsmittelallergene
  • Störungen der körpereigenen Immunabwehr
  • Infektionen
  • eine gestörte Mikrobiota (Darmflora)
  • andere Umweltfaktoren

Kann Colitis ulcerosa tödlich sein?

Es wird geschätzt dass es bundesweit ca. 168.000 Colitis ulcerosa Erkrankte gibt. Die Colitis ulcerosa ist zwar eine gravierende chronische Erkrankung, als tödliche Krankheit wird sie jedoch nicht angesehen. Es gibt eine Reihe von modernen Therapien, die in vielen Fällen ermöglichen, langanhaltend beschwerdefrei zu sein. So können die meisten Betroffenen ein glückliches und auch beruflich erfolgreiches Leben führen.

Colitis Ulcerosa Ernährung

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