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Bifidobakterien: Aufgaben, Lebensmittel und (Probiotika-)Präparate

Bifidobakterien bereichern – genauso wie Laktobazillen – das Mikrobiom im Darm. Sie erfüllen wichtige Aufgaben und unterstützen das Wohlbefinden im Bauch. Doch Bifidobakterien und Laktobazillen, die beide zu den guten Darmbakterien zählen, geraten manchmal ins Wanken.
Wir verraten Ihnen, was es für Bifidobakterien-Mangel-Symptome geben kann. Außerdem finden Sie Tipps, mit denen Sie Bifidus-Kulturen aufnehmen.

Lesedauer 7 Minuten Wissenschaftlich geprüfter Artikel

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Y Bakterie liegt im Graß zwischen Blumen

Was sind Bifidobakterien?

Bifidobakterien (Latein: Bifidobacterium) sind eine Gruppe von Bakterienarten (also eine spezielle Bakteriengattung), die besonders häufig im Darm vorkommt. Sie sind hauptsächlich im terminalen Ileum (dem letzten Teil des Dickdarms) und im Kolon (dem letzten Teil des Darms) anzutreffen, weil sie den Kontakt mit Sauerstoff meiden. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der natürlichen Darmflora (Mikrobiom) und tragen zur Aufrechterhaltung einer gesunden Darmfunktion bei. Sie gehören damit zu den gesundheitsfördernden Darmbakterien und werden deswegen häufig in Form von Probiotika zum Kauf angeboten.

Bifidobakterien produzieren beim Abbau von Ballaststoffen hauptsächlich Essigsäure, Propionsäure und Buttersäure. Propionat wird hauptsächlich in Leber und Muskeln verwendet, um Glukose und Energie zu produzieren. Acetat und Butyrat sind wichtige kurzkettige Fettsäuren (Abkürzung: SCFA) für den Darm, da sie eine essentielle Energiequelle für die Darmzellen darstellen und zur Verbesserung der Darmgesundheit beitragen.

Genauso wie bei Laktobazillen beschränkt sich ihr Lebensraum jedoch nicht nur auf den Darm. Auch im Mund, in der Vagina und in der Muttermilch sind sie nachzuweisen. Die symbiotische Beziehung zwischen Bifidobakterien und dem Menschen beginnt schon mit der Geburt. Bereits hier kommen Babys, die den Geburtskanal passieren, mit den Laktobazillen und Bifidobakterien in Kontakt.2

Welche Bifidobakterien gibt es im Darm und in Präparaten?

Genauso wie bei Laktobazillen (manchmal auch Lactobakterien genannt) gibt es nicht nur eine Art Bifidobakterien. Es gibt ca. 30 verschiedene Arten (Fachbegriff: Spezies), die zwar zur derselben Gattung Bifidobacterium gehören, aber trotzdem sehr unterschiedlich sein können.

Den Artennamen kann man mit einem richtigen Vor- und Familiennamen (z. B. Michaela Musterfrau) vergleichen. Unterscheidet man nochmal die Unterschiede innerhalb einer Bakterienart, spricht man von Bakterienstämmen (meistens Zahlen-/Buchstabenkombinationen). Die Stammbezeichnung steht also für eine detailliertere Informationen zu einzelnen Individuen, wie z. B. Michaela Musterfrau (von Beruf Sängerin).

Vergleich Gattung, Spezies und Stamm
Nah verwandte Bakterien werden oft zu Gruppen zusammengefasst: verschiedenen Arten (Spezies) bilden dann eine Gattung. Jede Art beinhaltet verschiedene Stämme, die – obwohl sie nah miteinander verwandt sind – nochmal ganz individuelle Eigenschaften haben können.

Viele Bifidobakterien-Arten sind u. a. in Lebensmitteln oder in Probiotika-Präparaten enthalten.

Einige der häufigsten Arten von Bifidobakterien im menschlichen Darm sind:

  • Bifidobacterium adolescentis
  • Bifidobacterium animalis
  • Bifidobacterium bifidum
  • Bifidobacterium breve
  • Bifidobacterium infantis
  • Bifidobacterium lactis (früher: Bifidobacterium longum)
Im Laufe des Lebens finden sich immer wieder andere Bifidobakterien-Arten in der Darmflora: Im Gegensatz zur Bifidus-Darmflora von Säuglingen und Babys (dominiert von Bifidobacterium lactis und Bifidobacterium longum) findet man in der Darmflora von Erwachsenen zusätzlich sehr viele Stämme von B. adolescentis und B. catenulatum. Diese vorherrschenden Bifidobacterium-Spezies bleiben beim älteren Menschen bestehen, mit einer zusätzlichen Dominanz von B. dentium-Stämmen.3
Bakterien

Das Besondere: Jede Bakterienart besitzt viele verschiedene Bakterienstämme mit spezifischen Eigenschaften, die im Darm das Wohlbefinden unterstützen können. Je nach nachgewiesener Eigenschaft findet man die Bifidus-Stämme in verschiedenen Probiotika-Präparaten in der Apotheke (zum Kaufen) (siehe „Ausgewählte Bifidobakterien, ausgewählte Wirkung“).

Bifidobakterien: Wirkung im menschlichen Darm

Bifidobakterien haben sich ganz der Abwehr von Krankheitserregern verschrieben. Dafür nutzen sie einen cleveren Mechanismus: sie senken einfach den pH-Wert im Dickdarm ab, was ein saures Milieu entstehen lässt. Dieses wiederum ist ein schlechter Nährboden für unerwünschte Darmbakterien oder andere Krankheitserreger. Das saure Milieu entsteht übrigens dadurch, dass Bifidobakterien Glukose in Essig- und Milchsäure umwandeln – ein Graus für Salmonellen und andere Erreger.

Bifidobakterien: Vorkommen – Allgemeines

Bifidobakterien finden sich natürlicherweise im menschlichen Darm oder der Vagina. Sie gehören zu den wichtigsten Vertretern der Darmflora und spielen eine entscheidende Rolle für die Gesundheit des Verdauungssystems. Das Vorkommen von Bifidobakterien im Darm ist besonders bei Säuglingen hoch, da sie relevant sind für die Entwicklung eines gesunden Immunsystems und einer ausgewogenen Darmflora. Mit zunehmendem Alter nimmt die Anzahl der Bifidobakterien im Darm jedoch ab. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein niedriger Bifidobakteriengehalt mit verschiedenen Verdauungsproblemen und Störungen des Immunsystems in Verbindung gebracht werden kann. Daher ist es wichtig, eine ausreichende Menge an Bifidobakterien im Darm aufrechtzuerhalten, beispielsweise durch eine ausgewogene Ernährung und den gezielten Verzehr von probiotischen Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln, die Bifidobakterien enthalten.

Bifidobakterien: Vagina

Bifidobakterien sind neben Laktobazillen ein Bestandteil der vaginalen Mikroflora (Scheidenflora) und tragen zur Aufrechterhaltung einer gesunden Umgebung bei. Die Scheidenflora hilft bei der Kontrolle von pathogenen Mikroorganismen und trägt zur Verhinderung von Infektionen und Entzündungen bei. Die vaginale Besiedelung mit Bifidobacterium könnte laut einer aktuellen Studie eine ähnliche Schutzfunktion wie das Vorhandensein von Lactobacillus-Arten haben. Weitere Studien sind zur Klärung jedoch noch nötig.4

Ein starkes Ungleichgewicht in der vaginalen Mikroflora, das als Dysbiose bezeichnet wird, kann zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen, einschließlich vaginaler Infektionen, Juckreiz und Brennen. Ein Mangel an Bifidobakterien kann also zu einer Dysbiose beitragen und zu gesundheitlichen Problemen führen.

Wichtig ist jedoch zu beachten, dass es individuelle Unterschiede in der Zusammensetzung der Mikroflora gibt und bei Beschwerden Rücksprache mit einem Arzt oder einer medizinischen Fachkraft gehalten werden sollte.

Bifidobakterien: Muttermilch-Bakterium

Bifidobakterien gehören neben Laktobazillen zu den vorherrschenden Mikroorganismen im Säuglingsalter. Sie sind eine dominante Gruppe in der Muttermilch und spielen eine entscheidende Rolle in der Entwicklung von Neugeborenen und Säuglingen. Nicht nur die Menge der Gattung Bifidobacterium, sondern auch das Profil und die Anzahl der verschiedenen Bifidobakterienarten haben sich als relevant für die Gesundheit von Säuglingen erwiesen.
Das Stillen fördert eine Fülle von Lactobacillus- und Bifidobacterium-Arten, wobei letztere auf den Abbau einer Zuckerart namens humane Muttermilch-Oligosaccharide (Fachbegriff: HMO) spezialisiert sind, die dritthäufigste Komponente in der Muttermilch. Diese Zuckerart, die mehr als 200 verschiedene Strukturen aufweist und bei jeder Mutter einzigartig ist, wird im oberen Verdauungstrakt des Säuglings nicht verdaut. Stattdessen gelangt sie in den Dickdarm, wo sie von Bifidobakterien fermentiert wird. Sie trägt dadurch dazu bei, den Säugling vor Infektionen und immunbedingten Erkrankungen zu schützen.5
Bifidobakterien arbeiten allein und erhöhen das Vorhandensein anderer gesundheitsrelevanter Mikroben (z. B. Butyrat-Produzenten wie der Spezies Faecalibacterium prausnitzii) auf dem Weg zur Reifung der Zusammensetzung des Darmmikrobioms. Das führt zu einer Fülle von gesundheitlichen Vorteilen für das Kind, darunter:6

  • Hemmung der Besiedelung des Säuglingsdarms durch pathogene Mikroben
  • Stärkung der Darmbarrierefunktion
  • Abbau von Ballaststoffen und Bereitstellung von essentiellen Nährstoffen
  • Hemmung von entzündlichen Prozessen

Neben dieser Wirkweise im frühen Kindesalter wurde aber auch gezeigt, dass Bifidobakterien ebenso bei einigen Krankheiten oder Darmbeschwerden eine Rolle spielen – das legen zumindest Studien nahe.

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schlafendes Baby

Bifidobakterien bei Reizdarm oder Blähungen

Es ist bekannt, dass sich die Darmflora von Reizdarm-Patienten von der Darmflora gesunder Kontrollpersonen unterscheidet. Eine Analyse von Stuhlproben zeigte dabei u. a. eine 1,5-fache Reduktion von Bifidobakterien. Diese Mangelsymptome könnten eine Folge der Dysbiose (veränderte Zusammensetzung der Darmflora) sein.

Folgende Beschwerden treten häufig bei Reizdarm auf:

Bei der Behandlung und Linderung von Beschwerden wie Blähungen und Bauchschmerzen hat sich allerdings gezeigt, dass es nicht notwendig ist, ein Probiotikum mit Bifidokabkterien gegen Blähungen oder Reizdarm einzunehmen, sondern dass der spezifische Bakterienstamm Lactobacillus plantarum 299v (z. B. in Innovall (R) RDS) (alleine) so effektiv ist, dass er die Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringt.
kapsel die in der Hand getragen wird

Gut zu wissen!

Es wird angenommen, dass eine ausreichende Anzahl von Bifidobakterien im Darm für eine gesunde Darmfunktion und ein starkes Immunsystem wichtig ist. Es ist aber zu beachten, dass die Verteilung und die Anzahl der Bifidobakterien im Darm von Person zu Person unterschiedlich sein kann und dass eine gesunde Darmflora immer eine ausgewogene Mischung vieler verschiedener Bakterienstämme erfordert, nicht nur Bifidobakterien und Laktobazillen. Bei dauerhaften oder wiederkehrenden Darmbeschwerden sollte man am besten einen Besuch bei einem Gastroenterologen oder einer Gastroenterologin einplanen. Diese sind auf den Magen-Darm-Trakt spezialisiert.

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Diese Lebensmittel enthalten Bifidobakterien

Neben der Tatsache, dass eine gesunde Darmflora immer eine ausgewogene Mischung verschiedenster Bakterien erfordert, kann die Verteilung und die Anzahl der Bifidobakterien-Arten im Darm von Person zu Person sehr unterschiedlich sein. Eine ausgewogene Ernährung und der regelmäßige Verzehr von probiotischen Lebensmitteln oder ausgewählten Probiotika-Präparaten zum Kaufen kann dazu beitragen, die Anzahl der Bifidobakterien im Darm aufrechtzuerhalten. Es ist aber ebenso wichtig, eine gesunde Lebensweise zu pflegen, um die gesamte Bakterienpopulation zu stärken, nicht nur die Bifidobakterien. Dazu gehören auch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, regelmäßige körperliche Aktivität und Stressreduktion.

Bifidobakterien sind zwar anaerob, das heißt, sie bevorzugen zum Wachsen eine Umgebung ohne Sauerstoff (z. B. im Dickdarm), aber manche Bifidus (Bifido)-Stämme können in geringen Mengen Sauerstoff tolerieren und somit überleben. Deswegen findet man sie auch in manchen fermentierten Lebensmitteln. Trotz geringer Mengen an Sauerstoff nutzen sie den Zucker und die Nährstoffe aus den Lebensmitteln, um Energie zu gewinnen und zu wachsen.

Wichtig zu wissen ist, dass in fermentierten Lebensmitteln jedoch vor allem Laktobazillen dominieren, denn sie sind weniger anspruchsvoll und wachsen viel besser und schneller. Nicht alle Joghurts oder andere Lebensmittel, die als probiotisch beworben werden, enthalten also Bifidobakterien. Viele, vor allem fermentierte Lebensmittel, sind aber trotzdem gut für die Gesundheit. Denn die enthaltenen Ballaststoffe, Laktobazillen und deren Stoffwechselprodukte (Fachbegriff: Metabolite) können im Dickdarm andere gute Bakterien, z. B. Bifidobakterien, füttern und pflegen, ohne dass man es mitbekommt. Präbiotika sind Ballaststoffe (unverdauliche Nahrungsbestandteile), die von Bakterien genutzt/verdaut werden können und so die Vermehrung unterstützen.

Präbiotika Lebensmittel Liste
Bifidobakterien lieben präbiotische Lebensmittel.

An präbiotischem Futter bevorzugen Bifidobakterien vor allem Oligosaccharide, die aus Galactose und Fructose bestehen (z. B. Laktose) und in der Muttermilch enthalten sind. Diese Zuckerarten sind für den menschlichen Organismus nicht verdaulich und dienen daher als gute Nährstoffquelle für die Bifidus-Kulturen. Bifidobakterien können auch andere Oligosaccharide verstoffwechseln, wie z.B. Fructo-Oligosaccharide (FOS), Xylo-Oligosaccharide (XOS) und Galacto-Oligosaccharide (GOS), die in fermentierten Lebensmitteln, sowie manchem Obst und Gemüse enthalten sind.

Hier sind einige Lebensmittel, die Bifidobakterien enthalten oder Bifidobakterien fördern:

  • Joghurt
  • Kefir: ist ein fermentiertes Milchprodukt, das neben Bifidobakterien eine Vielzahl an Bakterien und Hefen enthält.
  • Tempeh: ist ein pflanzliches Lebensmittel aus Sojabohnen.
  • Sauerkraut: ist ein fermentiertes Gemüse.
  • Kimchi: ist eine koreanische Art von Sauerkraut, das ebenfalls reich an Bifidobakterien ist.
  • Kombucha: ist ein fermentiertes Teeprodukt, das neben Bifidobakterien eine Vielzahl an Bakterien und Hefen enthält.
  • Topinambur
  • Spargel
  • Bananen
  • Linsen
  • Kichererbsen
  • Mais

Gut zu wissen!

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle fermentierten Lebensmittel Bifidobakterien enthalten und dass die Art und Menge je nach spezifischem Produkt und Herstellungsprozess stark variieren kann und meist unbekannt ist. Um sicherzustellen, dass ausreichend gesundheitsfördernde Bifidobakterien enthalten sind, empfiehlt es sich, nach Probiotika-Produkten zu suchen, die speziell formuliert wurden, um gezielt Bifidobakterien zuzuführen (siehe „Ausgewählte Bifidobakterien, ausgewählte Wirkung“).

Kimchi
Kimchi ist fermentierter Chinakohl und kann neben Laktobazillen wertvolle Bifidobakterien enthalten.

Ausgewählte Bifidobakterien, ausgewählte Wirkung

Auch wenn uns die Mikroorganismen ein Leben lang begleiten, so kann ihr Vorkommen im Darm dennoch schwanken. Zum Beispiel durch unser Ernährungsverhalten oder durch die Einnahme von Antibiotika werden nicht nur Krankheitserreger, sondern auch ein Großteil nützlicher Bakterien vernichtet. Ältere Menschen scheinen Studien zufolge übrigens generell weniger Bifidobakterien zu horten, bei ihnen lässt im Alter die Besiedlung im Darm nach.7 Eine Bifidobakterien-Kur kann dann durchaus sinnvoll sein.

Bifidobakterien sind echte Allroundtalente, aber nicht alle von ihnen wirken gleich. Es kommt nicht nur auf die Bifidobakterien -Art an, sondern auch auf den Bakterienstamm (häufig definiert durch eine Zahlen-/Buchstabenkombination hinter der Bifidobacterium-Art). Forscher und Forscherinnen konnten feststellen, dass manche von ihnen ganz besondere Talente haben.

 

Bifidobakterium-Stämme Wirkeigenschaften
Bifidobacterium lactis Bi-07® Bifidobacterium lactis Bi-07® ist einer der Bakterienstämme, die ausgiebig in Forschungsstudien untersucht wurden, um die Rolle von Probiotika bei der Immunfunktion zu bestimmen. Die daraus resultierenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass er einer der besten Stämme für diesen Zweck sein könnte. 
Die Bildung von kurzkettigen Fettsäuren (SCFA) durch Bifidobacterium lactis Bi-07® fördert nicht nur eine geschlossene Darmbarriere, sondern auch intakte Schleimhäute der Atemwege. 
Dieser spezifische Bifidus-Stamm hat gezeigt, dass er u. a. antivirale Eigenschaften hat, die auch in den Atemwegen wirken.
Damit bei einer Atemwegsinfektion antiviral wirkende Immunzellen möglichst effektiv am Ort des Geschehens wirken können, versetzt er Immunzellen schon vorher in unterschwellige Alarmbereitschaft. 
Sobald sich dann Viren in den Atemwegen ausbreiten, sind die Immunzellen schneller vor Ort um diese zu eliminieren.8,9,10
Erste Studienergebnisse weisen sogar darauf hin, dass die probiotische Stimulation des Immunsystems mit Bifidobacterium lactis Bi-07® zu einer verbesserten antiviralen Immunität gegen SARS-COV-2 (COVID-19) führt.1
Bifidobacterium lactis Bi-04® B. lactis Bl-04® ist in einer Formulierung enthalten (Innovall (R) AB+), die gezeigt hat, dass sie das Gleichgewicht der Darmflora während und nach einer Antibiotikatherapie stabilisieren und wieder regenerieren kann. Es wurde festgestellt, dass die Störung der Darmbakterien durch Antibiotika von diesem Bakterienstamm reduziert wird und die Anzahl der Bifidobakterien langfristig auf einem signifikant höheren Niveau gehalten wird. Darüber hinaus erhöht er im Stuhl signifikant die Anzahl Lactobacilus-Arten, sowie Stämme von Faecalibacterium prausnitzii und Akkermansia muciniphila. Dadurch trägt B. lactis Bl-04® dazu bei, die Darmbarriere stark und geschlossen zu halten. Durch seine antibakterielle und antivirale Wirkung kann er aktiv das Wachstum von Krankheitserregern hemmen, die sich besonders gerne bei Darmflora-störenden Antibiotika-Therapien ausbreiten (z. B. Candida albicans-Pilz).12,13,14,15
Bifidobacterium longum NCIMB 30435*
Bifidobacterium breve NCIMB 30441
Bifidobacterium infantis NCIMB 30436*
*Neu klassifiziert als Bifidobacterium lactis
Die in Innovall (R) CU (in der Apotheke erhältlich) enthaltenen Bifidobacterium-Stämme erhöhen u. a. durch Produktion von Wachstumsfaktoren die Anzahl an wertvollen guten Bakterien der Darmflora, die bei schweren Erkrankungen wie Colitis ulcerosa stark geschwächt sind. Durch die Interaktion mit den Immunzellen werden vermehrt antientzündliche Botenstoffe produziert -ein Effekt, der bei dieser chronisch-entzündlichen Darmerkrankung durchaus von Vorteil ist.
Darmuntersuchung von Bakterien mit einer Lupe
Ausgewählte Probiotika mit Bifidobakterien können einen positiven Effekt auf das darmassoziierte Immunsystem haben.

Gut zu wissen!

Mit einer ausgewogenen, gesunden Ernährung kann die Darmflora und somit die Bifidobakterien gepflegt und gehegt werden. Gezielt gesundheitsfördernde Bifidus-Kulturen zu erhöhen ist jedoch schwierig, denn in fermentierten Lebensmitteln sind die Anzahl und die Arten bzw. Stämme der mit der Mahlzeit aufgenommenen Bifidobakterien nicht genau zu bestimmen. Probiotika-Präparate  sind hier viel genauer, da die Anzahl und die einzelnen Stämme in den Kapseln oder im Pulver genau deklariert sind.

2 S. Arboleya, C. Watkins, C. Stanton, und R. P. Ross, „Gut Bifidobacteria Populations in Human Health and Aging“, Front Microbiol, Bd. 7, S. 1204, 2016, doi: 10.3389/fmicb.2016.01204.
7 F. D. D. Aleman und D. R. Valenzano, „Microbiome evolution during host aging“, PLOS Pathogens, Bd. 15, Nr. 7, S. e1007727, Juli 2019, doi: 10.1371/journal.ppat.1007727.
8 Danisco Technical Memorandum. 2008. TM 55-1e.
9 Candela et al. Appl Environ Microbiol. 2011; 77(19):7072-6.
10 Galani & Andreakos. J Leukoc Biol. 2015; 98(4):557-64.
12 Engelbrektson et al. J Med Microbiol. 2009; 58(Pt 5):663-70.
13 De Wolfe et al. PLoS One. 2018; 13(9):e0204253.

FAQ

Bifidobakterien zählen zu den „guten“ Darmbakterien und gehören zu einem gesunden Mikrobiom. In der Muttermilch helfen sie vor allem dabei, den Krankheitserregern den Nährboden zu entziehen.
Bifidobakterien stecken vor allem in der Muttermilch, aber man findet sie in geringeren Mengen auch in vergorenen oder fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt oder Sauerkraut.
Hochwertige Probiotika (z. B. Innobiotica von Innovall (R)) sind eine gute Möglichkeit, um Bifidobakterien im Darm anzusiedeln und zu fördern. Je nach Bakterienstamm können sie unterschiedliche positive Effekte haben.