Immunschwäche: Ursachen, Symptome und Tipps
Ein starkes Immunsystem ist die Grundvoraussetzung um gesund zu bleiben und Krankheitserreger erfolgreich abzuwehren. Aber nicht jede Person hat das Glück, mit einem kraftvollen Abwehrsystem ausgestattet zu sein. Während eine Immunschwäche ein Sammelbegriff für unterschiedliche Erkrankungen des Immunsystems ist, kann eine Infektanfälligkeit auch durch harmlosere Faktoren wie eine ungesunde Ernährung oder Nährstoffmangel hervorgerufen werden. Wer ein schwächelndes Immunsystem hat, sich ständig krank oder unfit fühlt, kann mit einigen Tipps für mehr Durchschlagskraft sorgen. Wir werfen heute einen Blick auf Immunschwäche-Anzeichen, -Ursachen und Behandlungsansätze.
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Immunschwäche: Was ist das?
Eine Immunschwäche äußert sich meistens in einer Infektanfälligkeit. Infektionskrankheiten (Infekte) treten generell immer dann auf, wenn sich die Balance zwischen Krankheitserreger und Mensch zugunsten des Erregers verschiebt. Dies kann zum einen vom Erreger abhängig sein (z. B. Virulenz), von der Umwelt (z. B. Saison) oder eben einem geschwächten Immunsystem selber. Prinzipiell unterscheidet man ob die Ursache für die Infektanfälligkeit physiologisch (natürlich) oder pathologisch (krankhaft) ist.
Bei einer pathologischen Infektanfälligkeit durch ein schwaches Immunsystem (Immundefizienz, Immundefekt) wird außerdem anhand des Zeitpunkts des Auftretens zwischen einer primären (angeborenen) oder sekundären (erworbenen) Immunschwäche unterschieden.
Immunschwäche: Ursachen
Immunschwäche: angeboren
Zu den wichtigsten angeborenen Immundefekten gehören:3,4
- Defekt der Antikörperproduktion (z. B. selektiver IgA-Mangel)
- Defekt der Abwehrzellen (z. B. DiGeorge-Syndrom, chronische mukokutane Candidose)
- Kombinierter Immundefekt (z. B. schwerer kombinierter Immundefekt; kurz: SCID)
- Funktionsstörung von Fresszellen (z. B. chronische Granulomatose, Leukozytenadhäsionsdefekt, zyklische Neutropenie, Chediak-Higashi-Syndrom)
- Defekte von Komplement-Proteinen (z .B. Autoimmunerkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes oder Glomerulonephritis)
Gut zu wissen!
Autoimmunerkrankungen sind Immundefekte aber keine Immunschwächekrankheiten. Bei Immunschwächen gewinnt ein Krankheitserreger im Körper die Oberhand. Bei Autoimmunerkrankungen passiert genau das Gegenteil. Das Immunsystem ist hyperaktiv und richtet sich dann irrtümlicherweise gegen den eigenen Körper als „Feind“.
Immunschwäche: erworben
Erworbene Immunschwächestörungen sind dagegen viel häufiger und können ebenfalls eine Reihe von Ursachen haben. Die wohl bekannteste erworbene Immunschwäche ist AIDS, die durch eine Infektion mit HIV (engl.: human immunodefiency virus) hervorgerufen wird.
Weitere Auslöser für eine erworbene Immunschwäche sind:5
- Erkrankungen (z. B. Krebs, Diabetes mellitus, Leberinsuffizienz, Hepatitis, virale Infektionen wie HIV-Infektion, Nephrotisches Syndrom, Niereninsuffizienz)
- Immunschwäche durch Medikamente (z. B. immunsuppressive Behandlungen wie Chemotherapie, Strahlentherapie, Stammzellen-Transplantation, immunsuppressive Medikamente)
- Längere schwere Krankheit und Intensivpatienten (meist vorrübergehende Immunschwäche).
- Unterernährung (z. B. Mangel an Vitamin A, C, D und Zink).6
- Alkoholismus
- Verbrennungen
Immunschwäche: Krankheit oder harmlose Auslöser?
Manchmal sorgen eigentlich harmlose Faktoren dafür, dass das Immunsystem geschwächt wird. Dies äußert sich dann gerne in häufigen Erkältungen (med. Atemwegsinfekte, grippale Infekte), auch außerhalb der Erkältungssaison.
Folgende Faktoren können die körpereigene Abwehr beeinflussen:
- Physiologische Immunschwäche bei Kindern/beim Kind wegen Unreife des Immunsystems
- schwaches Immunsystem im Alter
- Schwangerschaft
- ungesunde Ernährung, die mit einem Nährstoffmangel einhergeht
- Gewicht (Über- und Untergewicht)
- Operationen (z. B. Mandeln, Milz und Blinddarm) und Narkosen
- starke körperliche Beanspruchung (Arbeit oder Sport)
- chronischer Stress, seelische Belastungen (schwaches Immunsystem bei Depression)
- Genussmittel (Alkohol, Nikotin, Drogen)
- Schlafmangel (schwaches Immunsystem in der Pubertät, da das Schlafhormon Melatonin erst später ausgeschüttet wird).
- darmunfreundliche Lebensweise (wenig Ballaststoffe, Antibiotika und Co.)
Immunschwäche im Alter
Bei älteren Menschen kann es auch oft zu einer verringerten Aufnahme von Nährstoffen aus dem Darm ins Blut kommen. Ein Mangel an Kalzium, Vitamin E und Zink, aber auch Krankheiten die vermehrt bei Älteren auftreten (z. B. Diabetes), beeinträchtigen die Immunantwort bei Älteren.
Immunschwäche durch Antibiotika
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Darm-Mikrobiom (früher: Darmflora) entscheidend für die Entwicklung des angeborenen und erworbenen Immunsystems ist. Daher ist es kein Wunder, dass häufige Antibiotikabehandlungen dazu beitragen können, dass sich eine erhöhte Infektanfälligkeit oder sogar Atherosklerose entwickelt.11 Schließlich wirken Antibiotika nicht nur auf den aktuell krankmachenden Keim, sondern auch auf die vorteilhaften Bakterien im Darm. Dadurch kann die Darmbarriere gestört werden und später auftretende Krankheitserreger können leichter in den Körper eindringen und Infektionen verursachen.12 Daher ist es möglich, durch eine gesunde Ernährung und die parallele Einnahme von spezifischen mikrobiologischen Präparaten (wie z. B. Innovall (R) AB+) während einer Antibiotikabehandlung unerwünschte Störungen des Darmmikrobioms zu vermeiden und das Gleichgewicht danach wieder herzustellen.
Immunschwäche während der Schwangerschaft
Angeblich wirkt sich auch das Geschlecht des Nachwuchses unterschiedlich auf das Immunsystem aus. Die Immunzellen von Müttern reagieren während der Schwangerschaft mit einem Mädchen tendenziell stärker auf Infektionen und Antigene als während der Schwangerschaft mit einem Jungen. Solange keine Überreaktion des Immunsystems vorliegt (z. B. Asthma), ist dieser Effekt eigentlich von Vorteil. Jedoch könnte es auch erklären, warum bei Schwangeren mit Asthma oft stärkere Symptome festgestellt werden, wenn Sie ein Mädchen erwarten.16
Gut zu wissen!
Ein schwaches Immunsystem bei der Periode wird ebenfalls diskutiert. Tatsächlich verändern sich typische Parameter mit Blick auf das Abwehrsystem während der Menstruation. Davon sind insbesondere die Botenstoffe des Immunsystems, die Zytokine, betroffen.17
Immunschwäche bei Kindern
Bei der Geburt wird der Fötus plötzlich aus einer geschützten Umgebung, die nahezu steril ist, in die trockene, kalte Außenwelt entlassen, die voller Mikroorganismen ist. Um zu überleben, muss das Neugeborene schnell mit vielen Organismen interagieren, um sein Immunsystem zu trainieren. Denn dieses muss zukünftig darüber entscheiden, welche Mikroorganismen harmlos oder sogar nützlich sind und gegen welche man sich besser verteidigt.18 Den ersten Schwung Mikroorganismen bekommen die Babys bei der vaginalen Geburt über den Geburtskanal der Mutter und danach über die Muttermilch (v. a. Laktobazillen und Bifidobakterien). Ab jetzt entwickelt sich das Darmmikrobiom (früher: Darmflora) und damit auch das Immunsystem. Abweichungen bei der Etablierung dieses wichtigen Ökosystems bei Säuglingen und Kindern (z. B. durch Kaiserschnitt oder Muttermilch-Ersatz) können möglicherweise das Risiko für Immunsystem-vermittelte Krankheiten wie Asthma, Neurodermitis oder Allergien erhöhen. Daraus hat sich auch die „Hygiene-Hypothese“ entwickelt, die davor warnt, dass eine übermäßig saubere Umwelt, insbesondere in der frühen Kindheit, vermehrt zur Entstehung von Kinderkrankheiten beitragen kann.19 Um das sich entwickelnde Immunsystem bei Kindern zu stärken ist vor allem ein gesunder Darm von Bedeutung
Isolation kann krank machen
Kaiserschnittgeburten, kürzere Stillzeiten, Kleinfamilien, Stadtleben und übertriebene Hygiene sind für die Entwicklung des Immunsystems eher kontraproduktiv und möglicherweise ein Grund, warum heutzutage viele Krippen- und Kindergartenkinder so häufig krank sind. Hier kommen sie meist zum ersten Mal mit einer großen Anzahl anderer Kinder und auch Erregern in engen Kontakt. Viren und Bakterien haben es dann leicht sich unter den Kindern auszubreiten. Aktuell haben auch die Corona-Pandemie und deren Hygienemaßnahmen (u. a. Mund-Nase-Masken, Desinfektion) zusätzlich dazu beigetragen, dass das kindliche Immunsystem nicht ausreichend Kontakt zu wichtigen Trainingspartner hat. Dabei muss es ständig üben, sonst ist es später sehr anfällig.
Starker Darm – gegen Atemwegsinfekte
Ständige Erkältungen der Kinder sind oft auch eine große Herausforderungen für die Eltern und legen manchmal die ganze Familie lahm. Evidenzbasierte mikrobiologische Präparate können hier unterstützen (z. B. Innovall (R) AID). Sie haben die Eigenschaft, das Immunsystem zu aktivieren und zu regulieren. Klinische Studien belegen, dass das kindliche Immunsystem – durch das Training mit Bakterienstämmen – Erkältungsviren deutlich effektiver bekämpfen kann und Husten, Schnupfen und Fieber seltener werden.20
Immunschwäche: Symptome
Folgende Charakteristika haben alle Immunschwächen gemein:
- Infektanfälligkeit
- häufige Erkältungssymptome wie Fieber, Halsschmerzen, Husten und Schnupfen
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Konzentrationsstörungen
- verzögerte Wundheilung
- Zahnfleischentzündungen
- Herpes
- Aphten
- Hautveränderungen (fleckige Ausschläge, Bläschen, Ekzeme und Co.)
Zwei bis fünf Erkältungen pro Jahr gelten bei Erwachsenen als normal. Bei Kindern können es sogar zehn Atemwegsinfekte pro Jahr sein, da ihr Immunsystem zunächst heranreifen muss. Sollten Infekte deutlich öfter eine Rolle spielen, kann es sinnvoll sein, eine Immunschwäche-Diagnostik durchführen zu lassen.20
Wie testet man eine Immunschwäche?
Oft bleiben Immundefekte lange unerkannt. Vor allem, weil die Symptome nicht eindeutig sind. Sind es immer wieder die gleichen Erreger die eine Infektion auslösen oder verbleiben nach der Abheilung Schäden (z. B. Haut, Nägeln oder Lunge), könnte dies ein erster Hinweis auf einen angeborenen Immundefekt sein. Mediziner*innen streben jedoch einen ganzheitlichen Blick auf ein womöglich schwaches Immunsystem an. Das bedeutet, dass nicht nur ein Immunschwäche-Test gemacht wird, sondern viele einzelne Untersuchungen als Informationsquelle herangezogen werden.
Dazu lassen sich verschiedene Schritte durchführen:21
- Anamnese: Zunächst ist die Erhebung der Krankengeschichte wesentlich. Sie liefert wichtige Informationen darüber, seit wann die Beschwerden bestehen. Der Zeitpunkt ist entscheidend, da sich manche Problematiken im Kindesalter und andere im Erwachsenenalter manifestieren. Bereits hier können Autoimmunerkrankungs-Symptome oder andere erblich bedingte Risikofaktoren für die eine Immunschwäche auffallen.
- Körperliche Untersuchung: In Anlehnung an die zugrunde liegende Ursache, können sich Auffälligkeiten bei Patienten*innen zeigen. Dazu gehören Besonderheiten an der Haut, an den Lymphknoten, dem Trommelfell und inneren Organen.2 Diese Auffälligkeiten zeigen sich aber nicht immer/bei jedem Erkrankten.
- Erste Tests: Zahlreiche Immunzellen arbeiten tagtäglich daran, dass das Immunsystem aufrechterhalten wird. Die Bestimmung von Immunglobulinen (IgG, IgM und IgA) kann schon Hinweise auf einen Antikörpermangel bzw. den Immunstatus geben. Auch ein großes Blutbild bzw. ein Differentialblutbild sind für die Immunschwäche-Diagnose wichtig. Bis zu 70 % aller Defekte werden dadurch bereits erkannt. In manchen Fällen kann eine weiterführende Diagnostik nötig sein, z. B. Gen-Analysen. Bei Kleinkindern ist eine Röntgenaufnahme des Thorax nützlich.
Immunschwäche behandeln: diese Möglichkeiten gibt es
- Prävention von Infektionen: z. B. durch vermehrte Hygiene und Mundschutz
- Behandlung akuter Infektionen durch Antibiotika oder antivirale Medikamenten (z. B. Aciclovir oder Zanamivir)
- Ggf. Ersatz fehlender Immunkomponenten um Infektionen zu verhindern.
Schwaches Immunsystem stärken: 3 Tipps
3 einfache Tipps helfen einem geschwächten Immunsystem auf die Sprünge:
- Gesund ernähren: Damit Immunzellen gebildet und aktiv gehalten werden können, bedarf es einer Vielzahl von Nährstoffen. Vitamine nehmen hier eine besondere Rolle ein. Sie sind Antioxidantien, die freie Radikale einfangen. Diese aggressiven Sauerstoffmoleküle können dem Immunsystem zusetzen. Eine gesunde Ernährung stärkt darüber hinaus auch die Darmflora, die eine wichtige Rolle für die Immunabwehr hat (siehe Schwaches Immunsystem stärken durch Mikrobiom). Frische und abwechslungsreiche Lebensmittel eignen sich für eine gesunde Ernährung am besten.
- Moderat bewegen: Studien zeigen, dass Sport das Immunsystem auf Trab bringen kann. Allerdings ist hier die Dosis wichtig. Wer dauerhaft über seine Leistungsgrenzen hinweg trainiert, kann das Immunsystem dadurch schwächen.
- Ausreichend Entspannung: Stress setzt auch dem Immunsystem zu. Regelmäßige Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung oder Meditation können mithelfen ein schwaches Immunsystem vorzubeugen, indem dadurch weniger Stresshormone ausgeschüttet werden. Gerade in stressigen Lebenslagen, wie der Corona-Krise, kann dieser Tipp von Bedeutung sein.23
Schwaches Immunsystem stärken durch Mikrobiom?
Andere Bakterien in unserem Darm sind für eine wirksame Immunantwort gegen Viren notwendig. Nicht nur gegen Viren, die den Darm infizieren (z. B. Noro- und Rotavirus), sondern auch solche, die die Lunge infizieren (z. B. Grippe-Virus, Corona-Virus). Die nützlichen Darmmikroben tun dies, indem sie spezialisierten Immunzellen das Kommando geben, starke antivirale Proteine zu produzieren die letztendlich virale Infektionen bekämpfen. Damit verdient der Darm zu Recht den Status der Immun-Kommandozentrale.
Unsere Bakterien sind also spektakuläre Begleiter, die unsere Abwehrkräfte ständig auf die Bekämpfung von Infektionen vorbereiten. Eine bahnbrechende Studie ergab z. B., dass Mäuse die mit Antibiotika behandelt wurden und somit keine Bakterien mehr im Darm hatten, eine starke Immunschwäche aufwiesen. Sie hatten u. a. eine geringe Anzahl von virusbekämpfenden weißen Blutkörperchen und eine schwache Antikörperreaktion.25 Durch Medikamenteneinnahmen, Stress oder ein unausgewogenes Ernährungsverhalten kann können die wichtigen Mitbewohner im Darm in Mitleidenschaft gezogen werden. Menschen, denen nützliche Vertreter fehlen haben oft eine schwächere Immunantwort können eine schwächere Immunantwort auf eindringende Viren oder andere Krankheitserreger haben.
Schwaches Immunsystem: Probiotika sinnvoll?
Neben einer gesunden Ernährung können also auch gesundheitsfördernde Bakterienkulturen (Innobiotica) bei einer erworbenen Immunschwäche eine ganz besondere Rolle einnehmen.
Gerade das kindliche Immunsystem befindet sich noch im Aufbau. Ausgewählte Innobiotica für Kinder (z. B. Innovall (R) AID) bieten sich an, ihre Darmflora gezielt zu unterstützen, besonders bei erhöhtem Bedarf (wie z. B. Antibiotika-Behandlungen).
Für Erwachsene bietet sich z. B. Innovall (R) DAILY biotic+ an, um die Vielfalt der Darmflora zu fördern und das Immunsystem zu stärken. Es enthält neben 11 Bakterienstämmen, zusätzlich hochdosierte Ballaststoffe aus der Guarkernbohne, wertvolle Kakao-Polyphenole sowie Vitamine, die zu einer normalen Funktion des Immunsystems beitragen. Die einfache Einnahme macht Innovall (R) DAILY biotic+ zu einem perfekten Begleiter in einem stressigen Alltag.