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Atopisches Ekzem: Symptome und Behandlung

„Atopisches Ekzem“ ist eine andere Bezeichnung für Neurodermitis. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Hauterkrankung, die chronisch verläuft. Patient*innen leiden unter sehr trockener Haut und Ekzemen.1 Ekzeme sind stark juckende Entzündungen der obersten Hautschicht (Epidermis), die manchmal auch nässen können. Klassischerweise äußert sich die Erkrankung in Schüben, Betroffene leiden also mal stärker und mal schwächer unter den Symptomen. Wir geben Ihnen heute einen Überblick über die Erkrankung und die Behandlungsoptionen. Zudem erklären wir, warum man bei einem atopischen Ekzem von Probiotika profitieren könnte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das atopische Ekzem wird auch als Neurodermitis oder atopische Dermatitis
  • Zu den Leitsymptomen zählen starker Juckreiz und entzündete Haut
  • Bei der Behandlung gibt es verschiedene Therapie Je nach Ausprägung können Cortison und immundämpfende Präparate eingesetzt werden.
  • Beim atopischen Ekzem spielen Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben-Kot oder Lebensmittel eine besondere Rolle.
  • Ausgewählte Probiotika konnten in Studien dabei helfen, die Beschwerden zu lindern und die Hautbeschaffenheit zu optimieren.

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Was ist ein atopisches Ekzem?

„Atopisches Ekzem“ ist einer der Fachbegriffe, die stellvertretend für eine „Neurodermitis“ stehen. Unter Mediziner*innen ist ebenfalls die Bezeichnung „atopische Dermatitis“ gebräuchlich. 

Der Grund dafür, warum Mediziner*innen den umgangssprachlichen Begriff „Neurodermitis“ nicht so häufig verwenden, könnte der Umstand sein, dass eine Nervenentzündung als Ursache der Ekzeme mittlerweile ausgeschlossen wurde. Von dieser inzwischen widerlegten These leitet sich aus dem Griechischen auch der Name ab: „neuron“ für Nerv und „derma“ für Haut.2 Neurodermitis ist die häufigste Hautkrankheit überhaupt. Schätzungen zufolge leiden 14 % der Bevölkerung zu irgendeinem Zeitpunkt im Leben unter der Hauterkrankung.3 Zudem zeigte sich, dass Kinder mit Neurodermitis im Gegensatz zu gesunden Kindern ein doppelt so hohes Risiko haben, im Laufe ihres Lebens Asthma bronchiale oder Heuschnupfen zu entwickeln, wenn sie erwachsen sind.4

Die Nachfrage nach Behandlungsoptionen und alternativen Ansätzen, zum Beispiel Probiotika, ist daher groß. Nicht zuletzt deshalb, weil die Symptome sehr quälend sein können.

Atopisches Ekzem: Symptome

Ein atopisches Ekzem äußert sich durch Hautausschläge (Ekzeme) und ausgeprägten Juckreiz. Patient*innen klagen zudem über sehr trockene Haut, die sehr empfindlich sein kann. Die entzündete Haut, auf die die Ekzeme hinweisen, ist nicht permanent vorhanden. So gibt es durchaus Zeiten, bei denen sich keine Hautausschläge zeigen. Der Juckreiz kann jedoch trotzdem bestehen. Klassischerweise verläuft ein atopisches Ekzem in Schüben.5 Erkrankte Personen beobachten häufig verschiedene Stadien. Im akuten Zustand stellt sich die Haut sehr gerötet dar und juckt. Auch Bläschen können sich auf den entzündeten Hautregionen zeigen. Ist die akute Phase überwunden, wird die Haut wieder blasser, ist allerdings sehr trocken und kann sich wie nach einem Sonnenbrand pellen.6 Die Symptome wie starker Juckreiz und empfindliche Haut zeigen sich bei allen Altersstufen. Allerdings sind bei Erwachsenen deutlich weniger Hautregionen betroffen. Neurodermitis beim Baby oder Kleinkind ist meistens sehr viel ausgeprägter.

Besonders unangenehm wird es, wenn das atopische Ekzeman sensiblen Körperstellen auftritt. Dazu zählt ein:

  • Atopisches Ekzem auf der Hand
  • Atopisches Ekzem am Auge
  • Atopisches Ekzem im Gesicht
  • Atopisches Ekzem auf der Kopfhaut

Gut zu wissen!

Ein atopisches Ekzem beim Baby ist nicht ungewöhnlich. Die gute Nachricht ist, dass sich die Erkrankung bis zum Schuleintritt häufig zurückbildet. Patient*innen können also Hoffnung haben, dass sich die Haut mit zunehmendem Lebensalter erholt.4

Zur Basispflege bei Neurodermitis gehört eine Hautekzem-Creme, die rückfettend und feuchtigkeitsspendend wirkt.

Atopisches Ekzem: Behandlung

Wenn Sie ein atopisches Hautekzem oder andere Hinweise auf die Erkrankung haben, fragen Sie sich natürlich, inwieweit sich dieses behandeln lässt. Leider ist Neurodermitis bislang nicht heilbar. Glücklicherweise gibt es viele Therapieansätze, die sich bei der Hauterkrankung bewährt haben. Vielleicht haben Sie als Patient*in schon einmal von dem Stufenschema gehört. Je nachdem wie schwer die Symptome sind, wird ein geeignetes Therapiekonzept entworfen und immer eine Therapiestufe hinzugefügt.

Atopisches Ekzem – Stufen-Therapie:

Therapiestufe 1:

  • Topische (äußerliche) Basistherapie zu Pflege der trockenen porösen Haut mittels stark rückfettend und feuchtigkeitsspendende Neurodermitis-Cremes. Ein atopisches Ekzem / Hautekzem mit Creme zu behandeln, steht hier im Vordergrund.
  • Vermeiden von Provokationsfaktoren wie zum Beispiel Stress oder Allergenen.7,8

Therapiestufe 2: 

  • Maßnahmen aus Therapiestufe 1
  • Bei leichten Ekzemen wird das atopisches Ekzem / Hautekzem mit cortisonhaltiger Salbe behandelt.
  • Und/oder eine Therapie mit sogenannten Calcineurin-Inhibitoren. Sie bremsen das Immunsystem aus, um die Freisetzung von entzündungsfördernden Botenstoffen herunter zu regulieren.6,9

Therapiestufe 3: 

  • Maßnahmen aus Therapiestufe 1 und 2.
  • Bei moderaten Ekzemen können ebenfalls Cortisonsalben angewendet werden. Die Wirkstoffmenge wird jedoch erhöht, sodass sich die Hautentzündungen besser lindern lassen.
  • Und/oder Calcineurin-Inhibitoren zur Regulierung des Immunsystems.6

Therapiestufe 4: 

  • Maßnahmen aus Therapiestufe 1, 2 / 3.
  • Bei stark ausgeprägten Ekzemen, die dauerhaft bestehen wird eine systemische Immunmodellierung als Behandlung herangezogen (z.B. mit Cyclosporin A Tabletten).6
Mit einem atopischen Ekzem treten auch häufig Allergien gegen Hausstaubmilben auf.

Atopisches Ekzem: Allergien als auslösende Faktoren

Leidet man an einem atopischen Ekzem (Neurodermitis oder atopische Dermatitis), geht dies häufig mit Allergien einher. Die Erkrankung kann dadurch noch zusätzlich getriggert werden. Das bedeutet ein Schub kann ausgelöst werden oder sich die Beschwerden in ihrer Ausprägung verstärken.

Zu bekannten Allergien bei atopischem Ekzem zählen:

  • Hausstaubmilben10
  • Nahrungsmittelallergien (Hühnerei, Kuhmilch, Fisch und Erdnüsse)

Eta 30% der Kinder mit moderaten bis schweren atopischen Ekzemen leiden auch an einer Nahrungsmittelallergie.11 Wie vielfältig die Wechselwirkung zwischen der Hauterkrankung und Provokationsfaktoren ist, zeigt auch eine Studie. Demnach bilden Hausstaubmilben ein Enzym, das die menschliche Immunabwehr ankurbeln und so Hautentzündungen begünstigen kann.12 Auch Bakterien auf der Haut können entzündliche Hautreaktionen hervorrufen, wie z.B. Staphylococcus aureus oder E. coli.13

Serumspezifische IgE-Spiegel und Haut-Prick-Tests sind zum reinen Nachweis einer Nahrungsmittelallergie eher ungeeignet, können aber bei negativem Testergebnis hilfreich sein um sie auszuschließen. Positive Ergebnisse bedeuten nur eine Sensibilisierung und müssen in Kombination mit den klinischen Befunden durch den Arzt oder die Ärztin genau bewertet werden. Zum Nachweis eignet sich, zusätzlich zur ausführlichen Anamnese, am besten der Provokationstest mit bestimmten Nahrungsmitteln.14

Gut zu wissen!

Ein Hautekzem durch Stress, ist das möglich? Ja, meinen Expert*innen. Tatsächlich gibt es viele Einflussfaktoren, die einen atopischen Ekzem Schub auslösen können. Neben Allergenen gehören dazu Stress, gestörter Tag-Nacht-Rhythmus, Schweiß, Pollen, übermäßiges Waschen, Seife, störende Kleidung oder Infektionen.16

Atopisches Hautekzem: Ernährung

In 30 % der Fälle sind an der Entwicklung der Hautekzeme Unverträglichkeiten in von Lebensmitteln oder deren Bestandteilen beteiligt. Nicht immer muss eine „echte“ Allergie (bei der das Immunsystem beteiligt ist) vorliegen. Auch Unverträglichkeiten sind denkbar. Bei Kindern mit Neurodermitis stehen folgende Lebensmittel im Fokus:15

  • Eier
  • Erdnüsse
  • Fisch
  • Soja
  • Kuhmilch
  • Weizen

Besteht ein gewisses familiäres Risiko für eine atopische Erkrankung, wird Müttern empfohlen schon in der Schwangerschaft und Stillzeit viel Omega-3-Fettsäuren enthaltenen Fisch zu essen (z.B. Hering, Makrele, Lachs und Sardinen). Studien haben gezeigt, dass dies eine schützende Wirkung auf die Entwicklung von Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis (atopische Erkrankungen) beim Kind hat. Risikokindern die nicht gestillt werden, wird sogenannte hypoallergene (HA) Babynahrung empfohlen. Dieses Milchpulver ist weniger Allergie auslösend.16

Bei Erwachsenen stehen eher Nahrungsmittel im Verdacht, die mit Pollen in Berührung kommen. Obst, Gemüse oder Nüsse gehören dazu. Problematische Produkte können mit Provokations-Testverfahren aufgedeckt werden. Lassen Sie sich hierzu am besten von ihrem Arzt oder ihrer Ärztin aufklären. Im nächsten Schritt sollten Patient*innen die kritischen Lebensmittel einfach meiden.

Ganz wichtig: Eine Neurodermitis-Diät, die für alle Betroffenen hilfreich ist, gibt es nicht.13

Hypoallergene (HA) Babynahrung wird besonders für Kinder mit familiärem Neurodermitis-Risiko empfohlen.

Atopisches Hautekzem: Homöopathie

Auch bei Hauterkrankungen kann Homöopathie wirksam sein. Einige Heilpflanzen haben entzündungshemmende, wundheilende Eigenschaften und können starken Juckreiz lindern. Dazu gehören u.a.:

Diese sind z.B. im homöopathischen Arzneimittel Ekzevowen® derma Creme enthalten.

Auch Hautekzem-Hausmittel gibt es, um den Juckreiz zu lindern. Allerdings sollten die Hautveränderungen zunächst immer von Fachärzt*innen überprüft werden. 

Weitere Hautekzem-Hausmittel Tipps sind:

  • Nachtkerzenöl und Traubenkernöl enthalten Omega-6-Fettsäuren und beruhigen und festigen die geschädigte Hautbarriere.
  • fettfeuchte Verbände oder Umschläge mit schwarzem Tee oder Kamillentee
  • Quarkwickel: Die Milchsäure spendet Feuchtigkeit und fettet die Haut. Kalte Wickel lindern den Juckreiz und wirken entzündungshemmend.

Atopisches Ekzem: Wie können Darmbakterien helfen?

Eine wichtige Rolle bei atopischen Erkrankungen wie dem atopischen Ekzem spielt das Darm-Mikrobiom (auch Darmflora genannt). Ab der Geburt dient es dem kindlichen Immunsystem als Trainingspartner und reift mit ihm in den ersten 3 Lebensjahren Hand in Hand heran. Ein vielfältiges Darm-Mikrobiom hilft dabei, gesund zu bleiben: 

• Die guten Bakterien in unserem Darm können krankmachende Keime verdrängen. 

• Die Stoffwechselprodukte der Bakterien stärken die Darmbarriere. 

• Die Interaktion unserer Immunzellen mit den Bakterien und ihren Metaboliten beeinflusst die Immunantworten im gesamten Körper. 

80 % der Immunzellen halten sich direkt am Darm auf.

Bei Atopikern findet man häufig eine Dysbiose (gestörte Zusammensetzung) des Darm-Mikrobioms, aber auch des Haut- oder Lungen-Mikrobioms. Daher ist die Stärkung und Modulation des Darm-Mikrobioms bei Atopikern besonders sinnvoll.

Die Dysbiose des Darm-Mikrobioms beeinflusst das Gleichgewicht der Immunzellen negativ und bringt die Immunantwort aus der Balance. Spezifisch ausgewählte probiotische Bakterienstämme (auch Microbioticum) können das überreagierende Immunsystem von Neurodermitikern und Asthmatikern regulieren: 

Die Bakterienstämme Lactobacillus paracasei GMNL-133 und Lactobacillus fermentum GM-090 (in Innovall®ATOP) können dem Immunsystem Signale geben, genau diejenigen Immunzellen (TReg) zu fördern, welche die Überreaktion einbremsen. In klinischen Studien führte die Einnahme der beiden Bakterienstämme über 12 Wochen zu einer:17

• deutlichen Reduktion der Neurodermitis-Beschwerden,

• geringeren Empfindlichkeit gegenüber Allergene (u.a. Ei, Hausstaubmilben) und

• einer deutlich verbesserten Lebensqualität der Betroffenen.

Besonders clever:

Das Microbioticum kann in Wasser eingerührt oder direkt ohne Flüssigkeit angewendet werden.

Patient*innen mit atopischen Ekzem profitieren von einer ergänzenden Einnahme eines immunregulierenden Mircobioticums.

FAQ: 

Wie erkennt man ein atopisches Ekzem?

Ein atopisches Ekzem, auch Neurodermitis genannt, verläuft in der Regel in Schüben. Klassischerweise treten Hautläsionen auf, die entzündet und gerötet sind. Als Leitsymptom klagen Patient*innen über starken Juckreiz.

Wie wird ein atopisches Ekzem behandelt?

Bei einem atopischen Ekzem wird davon ausgegangen, dass Allergene Schübe auslösen können. Nach einer entsprechenden Diagnostik kann es nötig sein, auslösende Faktoren (Provokationsfaktoren) wie Lebensmittel oder den Kot der Hausstaubmilbe zu meiden. Je nach Schweregrad können ergänzend Salben mit Cortison oder Calcineurin-Inhibitoren topisch oder systemisch angewendet werden. Um das Darm-assoziierte Immunsystem natürlich anzusprechen empfiehlt sich die längere Einnahme von ausgewählten probiotischen Bakterienstämmen (Microbioticum).

Was hilft bei einem Hautekzem?

Es gibt verschiedene Homöopathika und Hausmittel, die den Juckreiz und andere Beschwerden lindern sollen. Spezifisch ausgewählte probiotische Bakterienstämme (Microbioticum) können die Beschwerden natürlich aus dem Bauch heraus lindern. Bei einem ausgeprägten Befund sollten Sie jedoch medizinischen Rat einholen. So kann ein individueller Behandlungsplan erstellt werden.