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Cortisonsalbe: Wirkung, Tipps & das Mikrobiom

Cortisoncreme oder Cortisonsalbe ist ein wichtiger Therapiebaustein bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis. Ein entsprechendes Präparat bremst die überschießende Immunsystem-Reaktion aus und hilft so, den Juckreiz und Entzündungen zu lindern. Cortison hat zwar einen schlechten Ruf, bei kurzfristiger und richtiger Anwendung sind Cortisonsalben oder -cremes jedoch gut verträglich und hilfreich. Beachtet man dies, kann man u.a. vermeiden, dass sich an den behandelten Stellen eine spürbar dünnere und weniger elastische Haut bildet (sog. Pergamenthaut). Wir verraten, warum eine Cortisonsalbe oder Cortisoncreme bei Neurodermitis sinnvoll sein kann und welche Anwendungsregeln Sie beherzigen sollten, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Cortison wird u.a. bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder allergischen Reaktionen eingesetzt.
  • Cortison bremst die überschießende Immunantwort des Körpers und lindert so Juckreiz und Entzündung
  • Um Nebenwirkungen zu vermeiden, sollte Cortison möglichst sparsam und über einen begrenzten Zeitraum angewendet werden.
  • Spezifisch ausgewählte mikrobiologische Präparate (Microbioticum) können Neurodermitisschübe hinauszögern und zusätzlich zur Cortisonbehandlung eingesetzt werden

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Was ist Cortison?

In der Nebennierenrinde Ihres Körpers werden verschiedene Hormone produziert, u.a. sogenannte Glukokortikoide (Steroidhormone). Zu den wichtigsten Glukokortikoid-Hormonen zählen Cortisol, Corticosteron und Cortison. Dabei handelt es sich um mächtige Substanzen, die unter anderem den Wasserhaushalt, den Kreislauf, das Immunsystem, das Blut und das zentrale Nervensystem beeinflussen. Künstliche Nachahmungen der natürlichen Hormone werden heute vielfach in der Therapie eingesetzt, u.a. weil die enzündungshemmend, schmerzstillend wirken und Immunreaktionen abmildern können. Umgangsprachlich werden die meisten Glukokortikoid-Medikamente als “Cortison“ bezeichnet.1

Gut zu wissen: Der Unterschied zwischen Salben und Cremes

Medikamente, die auf die Haut aufgetragen werden (med. topische Medikamente), gibt es u.a. in Form vom Cremes und Salben. Cremes und Salben basieren auf unterschiedlichen Komponenten und haben auch ohne den Zusatz des Wirkstoffs (z.B. Cortison) hilfreiche aber unterschiedliche Eigenschaften auf der Haut.

„Cremes“ basieren auf einem Gemisch aus Öl und Wasser

  • Wasserbasierte Cremes: Öl-in-Wasser-Cremes (O/W, kühlend)
  • Fettbasierte Cremes: Wasser-in-Öl-Cremes (W/O, nicht-kühlend)

„Salben“ enthalten kein Wasser, haben aber einen hohen Fettanteil und ziehen deshalb langsamer ein als Cremes (gut für trockene Wunden).2

Cortisonsalbe gibt es in verschiedenen Wirkstoffstärken.

Cortisonsalbe: Wirkung

Cortisonsalbe ist dafür bekannt, dass sie zügig und effektiv bei Entzündungen und allergischen Reaktionen der Haut hilft. Dahinter steckt ein cleverer Mechanismus. Cortison wirkt nämlich einer Bildung von Prostaglandinen entgegen. Dabei handelt es sich um Hormone, die an der Entzündungsreaktion der Haut beteiligt sind. Zudem verengen sich durch die Anwendung von Cortison die Blutgefäße, sodass die Durchblutung und die Entzündungsreaktion abnehmen. Ein weiterer wichtiger Effekt ist, dass Cortison diejenigen aktiven Immunzellen ausbremst, die eine Rolle bei der Entzündung spielen. Cortison ist also in der Lage, überschießende Immunreaktionen Ihres Körpers gezielt und zügig zu unterdrücken. Allerdings behebt der Wirkstoff nicht die zugrunde liegende Ursache, sondern greift lediglich günstig in die akute Entzündungsreaktion ein.3 Die Dauer der Behandlung mit Cortison ist meist vom Therapieerfolg abhängig und sollte nur unter ärztlicher Kontrolle stattfinden.

Mediziner*innen teilen die Wirkstoffe übrigens in verschiedene Stärken ein:4

  • schwache Glukokortikoide, beispielsweise Prednison 
  • mittelstarke Glukokortikoide, beispielsweise Prednicarbat 
  • starke Glukokortikoide, beispielsweise Betamethasonvalerat 
  • sehr starke Glukokortikoide, beispielsweise Clobetasol

Cortisonsalbe kaufen

Bei Cortison handelt es sich um einen Arzneimittelwirkstoff der in der Regel rezeptpflichtig ist. Schwach dosiert ist auch eine Cortisonsalbe ohne Rezept erhältlich, das sogenannte Hydrocortison bei schwachen Symptomen. Die Salbe oder Creme enthält max. 0.5% Cortison und wird, soweit nicht anders verordnet, im Allgemeinen ein bis zweimal täglich angewendet. 
Welche Wirkstoffstärke für bestehende Symptome am besten geeignet ist und wie die Cortisonsalbe oder Cortisoncreme genau angewendet wird, bespricht man am besten gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt.

Gut zu wissen

Treten Ekzeme an dünnen, empfindlichen Hautstellen auf (z.B. Hals oder Intimbereich) sollten Cortisonsalben oder Cortisoncremes mit niedriger Dosierung angewendet werden. So werden diese speziellen Hautstellen schonend behandelt. Alternativ verwenden Mediziner*innen für diese Stellen auch Salben mit Calcineurininhibitoren (z.B. Tacrolimus).

Cortisonsalbe: Nebenwirkungen beachten

In der Medizin wird Cortison seit über 40 Jahren eingesetzt. Daher gilt der Wirkstoff als gut erforscht. Das war aber nicht immer so. Vor einigen Jahrzehnten wurde Cortison so intensiv und lange angewendet, dass es zu schweren Nebenwirkungen gekommen ist. Heute gilt: Cortison sollte so wenig wie möglich, aber solange wie nötig eingesetzt werden. Zu ausgeprägten Nebenwirkungen kommt es aufgrund der allgemein geltenden Anwendungsregeln nur selten.2

Folgende Nebenwirkungen können bei der äußerlichen Anwendung auftreten:2,3

  • Haarwurzelentzündungen
  • Pigmentstörungen der Haut
  • Entstehung von Dehnungsstreifen
  • Hautverdünnung nach längerer Anwendung (Pergamenthaut)
  • erhöhte Gefäßverletzlichkeit
  • Veränderung des Fettgewebes
  • Erweiterung der Hautgefäße 
  • verstärktes Haarwachstum an der behandelten Hautstelle
  • periorale Dermatitis, wenn Cortison lange im Gesicht angewendet wird

Begleitend zu cortisonhaltigen Cremes oder auch in der Zeit nach einer Cortisontherapie bieten sich Juckreiz-lindernde Cremes mit rein pflanzlichen Wirkstoffen an. Die Heilpflanzen Mahonia aquifolium (Mahonie), Centella asiatica (Tigergras) und Viola tricolor (wildes Stiefmütterchen) werden wegen ihrer entzündungshemmenden, wundheilenden bei Neurodermitis geschätzt und stillen den Juckreiz (enthalten z.B. im homöopathischen Arzneimittel Ekzevowen® derma Creme). So kann die cortisonfreie Zeit möglichst erhalten werden.

Gut zu wissen

Cortison hat einen schlechten Ruf, denn viele denken sofort an die sogenannte Pergamenthaut vor der häufig gewarnt wird. Diese Cortison-Nebenwirkung tritt jedoch meist erst auf, wenn man das Arzneimittel über ­einen langen Zeitraum anwendet. Cortisonsalbe sollte also immer dünn und wenn möglich nur kurzfristig aufgetragen werden.

Cortison wirkt auf feuchter Haut (z.B. nach dem Baden) besser als auf trockener Haut. 

Cortisonsalbe-Anwendung: 5 goldene Regeln

Allergische Reaktionen und Hautkrankheiten wie Neurodermitis können mit Cortison kurzfristig behandelt werden. Allerdings sollten Sie dabei einiges beachten.

1. Halten Sie sich an die Anwendungsempfehlungen 

Egal ob Cortison, zum Beispiel in Form von Advantan Creme, oder Calcineurininhibitoren wie Tacrolimus. Alle Wirkstoffe sollten nur gezielt angewendet werden. Trockene Haut alleine ist beispielsweise kein Grund, Cortison einzusetzen. Auch wenn es bequem ist, eine Cortisonsalbe rezeptfrei für Ekzeme in der Apotheke zu bekommen, sollten andauernde Hautveränderungen immer medizinisch abgeklärt werden. Verordnen Ihnen Mediziner*innen Cortison, sollten Sie sich unbedingt an die Anwendungsempfehlungen halten und die Haut nicht öfter als angeraten behandeln.

2. Cremen Sie gezielt

Ganz wichtig: Tragen Sie das Präparat nicht großflächig auf, sondern cremen Sie gezielt die betroffenen Hautareale ein. 

In der akuten Phase der Entzündung können Sie Cortison so oft wie ärztlich verordnet nutzen. Es sollten auch nur die Körperstellen eingecremt werden, die wirklich betroffen sind. So kann die Höchstmenge des Wirkstoffs besser eingehalten werden. Bilden sich die Hautveränderungen zurück, sollten Sie den Wirkstoff so wenig wie möglich einsetzen. Handelt es sich um einen chronischen Verlauf, können Sie die Cortisonanwendung auf ein Mindestmaß reduzieren.1

3. Passen Sie die Wirkstärke an die Körperstelle an

Es gibt Körperstellen, die besonders empfindlich auf die Anwendung von Cortison reagieren. Cortisonsalbe am Auge, Cortisonsalbe im Intimbereich sowie in den Achselhöhlen oder im Gesicht sollte im besten Fall nur nach Rücksprache mit dem ärztlichen Personal angewendet werden. In den sensiblen Bereichen werden auch gerne Calcineurininhibitoren (z.B. Tacrolimus) verordnet. 

Rücksprache sollte übrigens auch bei Cortisonsalbe in der Schwangerschaft gehalten werden. Wenn Sie eine Cortisonsalbe für Kinder anwenden, ist es sogar ratsam, einen Cortison-Kalender anzulegen. Hier können Sie notieren, wie oft und wie viel Cortison Sie auf die Haut Ihres Kindes auftragen. 

Tragen Sie Cortisonsalbe oder Cortisoncreme sparsam auf, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

4. Schleichen Sie nach längerer Anwendungsdauer aus

Manchmal ist es nötig, die Haut mit Cortison über einen längeren Zeitraum zu behandeln. Hat sich Ihre Haut erholt, sollten Sie das Präparat trotzdem nicht abrupt absetzen, denn dadurch kann es zu einem schnellen Rückfall kommen. Schleichen Sie das Cortisonpräparat aus, indem Sie es mit Hautpflegeprodukten mischen oder die Zeiträume zwischen den Anwendungen vergrößern.2

5. Lassen Sie sich auch bei Cortisonsalbe ohne Rezept beraten

Cortisonsalbe kaufen – das geht auch ohne Rezept. Apotheken bieten mittlerweile leicht dosierte Präparate an. Eine Hydrocortison-Creme enthält beispielsweise eine geringere Menge Kortikosteroide (meist 0.5%) und kann bei leichten entzündlichen oder allergischen Hauterkrankungen angewendet werden. Unser Tipp: Lassen Sie sich auch hier vor der Anwendung in der Apotheke beraten. Schließlich sollte auch diese Cortisoncremenur über einen gewissen Zeitraum angewendet (in der Regel maximal 2 Wochen) und mengenmäßig begrenzt werden.

Microboticum als Ergänzung zur Cortisonbehandlung

Wenden Sie die Cortisonsalbe aufgrund einer Neurodermitis-Erkrankung an? Dann dürfte für Sie interessant sein, dass Studien nahelegen, dass man den Beschwerden nicht nur von außen mit Salben oder Cremes entgegen treten kann, sondern auch natürlich von innen über den Darm!

Neurodermitiker kennen die äußerlichen Behandlung der Haut, profitieren ergänzend dazu aber auch von der Anwendung natürlich von innen.

Denn bei der entzündlichen Hauterkrankung fehlt es auch an günstigen Bakterien im Darm.5

Die Interaktion der Bakterien und ihren Metaboliten mit den Immunzellen beeinflusst die Immunantworten im gesamten Körper. Aber: 

80 % der Immunzellen halten sich direkt am Darm auf.

Daher macht die langfristige Stärkung und Modulation des Darm-Mikrobioms bei Neurodermitis durchaus Sinn. Spezifisch ausgewählte probiotische Bakterienstämme (auch Microbioticum genannt) können das überreagierende Immunsystem von Neurodermitikern regulieren und eine mögliche Ergänzung zu äußerlichen Cortisoncremes sein.

Die Bakterienstämme Lactobacillus paracasei GMNL-133 und Lactobacillus fermentum GM-090 (in Innovall®ATOP) geben dem Immunsystem das Signal, genau diejenigen Immunzellen zu fördern, welche die Überreaktion einbremsen. In klinischen Studien führte die Einnahme der beiden Bakterienstämme über 12 Wochen zu einer:6

• deutlichen Reduktion der Neurodermitis-Beschwerden,

• geringeren Empfindlichkeit gegenüber Allergene (u.a. Ei, Hausstaubmilben) und

• einer deutlich verbesserten Lebensqualität der Betroffenen.

Praktisch: Das Microbioticum kann in Wasser eingerührt oder direkt ohne Flüssigkeit angewendet werden.

FAQ: 

Was ist Cortison?

Cortison kann vom Körper selbst gebildet werden. Das Hormon beeinflusst viele Körperprozesse wie den Mineral- und Wasserhaushalt. Künstlich hergestellt kommt es vor allem bei entzündlichen Hauterkrankungen in Form von Cortisoncreme oder Cortisonsalbe zum Einsatz.

Wie wirkt Cortison?

Cortison bremst diejenigen Botenstoffe aus, die für die Entzündungsreaktion der Haut mitverantwortlich sind. Der Wirkstoff hemmt somit die überschießende Immunreaktion des Körpers. Das Ergebnis: eine entzündungshemmende und antiallergische Wirkung.

Ist Cortison gefährlich?

Mittlerweile wird Cortison seit über 40 Jahren in der Medizin angewendet und ist dementsprechend gut erforscht. Schwere Nebenwirkungen kommen nur selten vor. Wichtig ist jedoch, dass sich Patient*innen an die Anwendungsempfehlungen halten und Cortison nicht zu oft, zu lange oder in einer zu hohen Menge einsetzen.