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Neurodermitis (Atopische Dermatitis)

Die Neurodermitis (auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt) ist eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit, deren Ursachen vielfältig sind, der aber immer auch eine erbliche Veranlagung zugrunde liegt. 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit, die sich meist im Kindesalter manifestiert und derzeit nicht heilbar ist.
  • Die typische Symptom wie Rötungen, Schuppungen, starker Juckreiz, entzündete und nässende Haut, treten meist schubweise auf.
  • Ursache ist vermutlich genetische Veranlagung zu einer gestörten Hautbarriere (trockene Haut) und zu einer Überreaktion des Immunsystems auf äußerliche Reize.
  • Das Behandlungsziel ist die Symptom-Linderung und der Erhalt der Hautbarriere.
  • Spezifische mikrobiologische Präparate können das überschießende Immunsystem von innen regulieren und Symptome lindern.
Neurodermitis kann auch im Erwachsenenalter auftreten.

Die Atopische Dermatitis tritt vor allem bei Kindern auf. Etwa jedes sechste bis zwölfte Kind unter sechs Jahren ist betroffen. Und sie kann bis in die Pubertät und das Erwachsenenalter andauern. Seltener tritt die Neurodermitis erstmals im höheren Alter auf.

Die Symptome dieser Hautkrankheit sind sehr individuell und variieren nach Intensität, Schwere sowie betroffener Körperstelle.1   

Ursachen für das Auftreten von Neurodermitis sind vor allem eine überschießende Reaktion des Immunsystems und eine gestörte Schutzfunktion der Haut. Typisch ist die schubweise auftretende, entzündete, nässende und stark juckende Haut. Zwischen Krankheitsschüben mit akuten Symptomen gibt es beschwerdefreie Phasen, in denen die Haut aber sehr trocken und empfindlich sein kann.

Neurodermitis Symptome

Die Neurodermitis (auch atopische Dermatitis) gehört zu den chronisch-entzündlichen Hautkrankheiten und kann individuell in unterschiedlichen Schweregraden auftreten, wobei die Mehrheit der Patienten unter einer leichten Form der Neurodermitis leidet. Die Erkrankung manifestiert sich bei den meisten Patienten spätestens bis zum fünften Lebensjahr, davon bei der Hälfte bereits in den ersten sechs Lebensmonaten.  
Typisch sind die schubweise auftretenden Symptome wie:

  • Rötungen und Schuppungen 
  • Quälender Juckreiz 
  • Entzündete, nässende Haut  
  • Hautverdickung2 
  • Verdauungsstörungen3 
Auch Verdauungsstörungen können Symptome von Neurodermitis sein.

Zwischen den Krankheitsschüben mit akuten Symptomen gibt es oft beschwerdefreie Phasen, in denen die Haut trotzdem sehr trocken und empfindlich ist. Der Schweregrad der Krankheit ist immer abhängig von Lokalisation und Ausdehnung oder Ausprägung. Grundsätzlich kann eine Neurodermitis am ganzen Körper auftreten.  

Bei Kindern zwischen 0 und 2 Jahren sind Ekzeme im Bereich des Gesichtes, der Kopfhaut und am Rumpf typisch. Beim Säugling bleibt typischerweise die Windelregion ausgespart. Bei Kindern ab 2 Jahren sowie im Erwachsenenalter tritt die Neurodermitis oft an etwas anderen Körperstellen auf. Hier sind sogenannte Beuge-/ und Handekzeme vorherrschend.

Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern geht die Neurodermitis mit einem hohen Leidensdruck einher. Wer an einer schweren Form leidet, wird deutlich und längerfristig in seiner Lebensqualität gemindert. Die Symptome, vor allem der starke Juckreiz, beeinträchtigen aber auch bei leicht Betroffenen die Lebensqualität. Damit verbunden, kann es bei älteren Neurodermitikern zu Problemen bei der Schul- oder Arbeitsleistung kommen, zu Schwierigkeiten im sozialen Umfeld und zu Depressionen führen.

Häufig kommen schwere Infektionen, sogenannte Superinfektionen, mit Pilzen, Viren oder Bakterien (Staphylococcus aureus) der erkrankten Haut hinzu, wie z.B. Ekzema herpeticatum oder Staphylodermie, welche zu weiteren Komplikationen führen können. 

Gerade für Kleinkinder ist die Neurodermitis sehr belastend.

Neurodermitis Ursachen

Die Ursachen von Neurodermitis sind überwiegend genetisch bedingt. Dabei neigen die Patienten zu einer Barrierestörung der Haut (rissige, trockene Haut) und einer überschießenden Reaktion des Immunsystems. Nicht immer kommt es jedoch zu Symptomen. Von sogenannten Provokations- oder Triggerfaktoren spricht man, wenn es um Einflüsse geht, die die Hautsymptomatik der Neurodermitis auslösen oder verschlimmern.  

1. Gene

Immer öfter setzen sich klinische Studien mit der Rolle der Genetik bei Neurodermitis auseinander. Besonders häufig wird bei Betroffenen der atopischen Dermatitis auf die Mutation des Strukturproteins Filaggrin hingewiesen. Bei dieser Mutation verliert das Protein seine strukturbildenden Eigenschaften, was zu Hautbarrieredefekten, einer geringeren mikrobiellen Abwehr und pH-Wert-Erhöhungen der Haut führt 4.  

Es wird davon ausgegangen, dass die Genetik eine Rolle bei der Neurodermitis spielt.

Liegt im Immunsystem von Gesunden ein Gleichgewicht zwischen den Untergruppen der T-Helferzellen (gleich viel TH1, wie TH2) vor, überwiegen bei Neurodermitis-Patienten die TH2-Zellen. Diese TH2-Zellen produzieren entzündungsfördernde Botenstoffe, die zur Ausschüttung von Antikörpern und Histamin führen, was wiederum die allergischen Reaktionen verursacht. Im Gegensatz dazu bilden TH1-Zellen eher Botenstoffe, die allergische Reaktionen verhindern. 

Diverse Studien belegen, dass bei Neurodermitikern meist schon andere Familienangehörige oder Vorfahren betroffen sind oder waren.  

Des Weiteren konnten Studien an Zwillingen zeigen, dass bei 72-86% der eineiigen und bei 21-23% der zweieiigen Zwillinge parallel? Hautkrankheiten wie Neurodermitis vorliegen. Aus diesem Grund wird davon ausgegangen, dass die Hautkrankheit auf genetischen Faktoren beruht, die zu einer gestörten Regulierung des Immunsystems und der Hautbarriere führen. Ist das Immunsystem geschwächt und die Funktion der Hautbarriere gestört, äußert sich das bei den Betroffenen unter anderem in einer Überreaktionen auf Umweltreize. Entzündungen und Ausschläge, verbunden mit unangenehmem Juckreiz sind die Folge.5 

2. Hygienehypothese

In den letzten Jahrzenten konnte ein rasanter Anstieg von Neurodermitis-Betroffenen in den Industrieländern festgestellt werden. Besonders bei Stadtbewohnern ist ein deutlicher Zuwachs von Allergien und atopischen Erkrankungen zu erkennen. Als Erklärung dafür wird meist mit der Hygienehypothese argumentiert.  

Die Hygienehypothese besagt, dass ein höherer Lebens- und Hygienestandard dazu führt, dass Menschen nicht mehr so häufig mit Bakterien und anderen Umwelteinflüssen in Berührung kommen. Gerade in den ersten 3 Lebensjahren entwickelt sich jedoch das Immunsystem der Kleinkinder. Durch den erhöhten Sauberkeitsstandard kommt der Körper ab dem Kindesalter mit immer weniger Antigenen von unterschiedlichen Erregern in Kontakt. Nach der Hygienehypothese soll sich dieser Umstand negativ auf die Entwicklung des Immunsystems auswirken, weshalb es sich verstärkt gegen das eigene Gewebe oder harmlose Stoffe wendet. Die Wissenschaft ist sich darüber einig, dass ein Großteil der Faktoren, die zu atopischen Erkrankungen wie Neurodermitis führen, bereits im Kindesalter wirken.6 

Man erklärt sich dies durch die Stimulation des frühkindlichen Immunsystems mit externen Faktoren. Vor allem mit Bakterien aus der Umwelt, die Kleinkinder unwillkürlich im Mund aufnehmen und so das Immunsystem trainieren (80% der Immunzellen sitzen in der Darmwand).

Ein zu hoher Hygienestandart kann zu einem schwachen Immunsystem führen.

Hat ein Kind in den ersten drei Lebensjahren wenig Kontakt zu äußeren Einflüssen und und Mikroorganismen, dann bleibt das Immunsystem im Darm unterentwickelt. Im höheren Alter werden dann äußere Umweltstoffe  als „schlecht“ wahrgenommen und das Immunsystem reagiert überempfindlich auf eigentlich harmlose Einflüsse. 

Der Grund dafür ist, neben der Hygiene, meist auch die häufige Nutzung von Antibiotika. Diese unterscheiden meist nicht zwischen guten und krankmachenden Bakterien. Ein Fehlen oder ein geringeres Vorkommen von notwendigen immunstimulierenden Darmbakterien (Dysbiose) führt zu einer Schwächung der körpereigenen Abwehrmechanismen, wodurch immunbedingte Krankheiten wie Neurodermitis, Asthma und andere allergische Reaktionen auftreten können.

3. Trigger  

Die Ursachen von Neurodermitis sind überwiegend genetisch bedingt. Dabei neigen die Patienten zu einer Barrierestörung der Haut (rissige, trockene Haut) und einer überschießenden Reaktion des Immunsystems. Nicht immer kommt es jedoch zu Symptomen. Von sogenannten Provokations- oder Triggerfaktoren spricht man, wenn es um Einflüsse geht, die die Hautsymptomatik der Neurodermitis auslösen oder verschlimmern. Die Empfindlichkeit gegenüber unterschiedlichen Triggern kann individuell stark variieren und es können sowohl interne als auch externe Faktoren in Betracht gezogen werden. Für eine optimale Neurodermitis Behandlung ist es deshalb wichtig zu wissen, auf welche Trigger der Betroffene reagiert und diese zu vermeiden. 

Mögliche Trigger können sein:8

  • Reizstoffe: Wolle oder synthetische Stoffe, Seifen, Waschmittel, Schweiß, Desinfektionsmittel und einige chemische Zusammensetzungen
  • Kontaktallergene: Konservierungsstoffe in Medikamenten, parfümierte Produkte, Metalle und Latex
  • Nahrungsmittel: Tierprodukte wie Milch, Eier, Fisch und Muscheln, Nüsse, Weizen und Soja
  • Allergene in der Luft: Hausstaubmilben, Pflanzenpollen, Schimmel sowie Hautschuppen von Tieren
  • Mikrobielle Kolonien/ Infektionen:  Staphylokokken, Streptokokken, Hefepilze, Herpes simplex-Viren
  • Klima: extreme Temperaturen und Feuchtigkeit, Heizung und trockene Luft
  • Umweltfaktoren: kalkhaltiges Wasser, Kochen mit Gas, verkehrsnahes Wohnen, Rauchen oder Passiv-Rauchen
  • Familiäre Faktoren: genetische Veranlagungen, Familiengröße, Geschwisterordnungen, soziale Stellung
  • Psychische Faktoren: gestörtes Familienleben, psychischer Stress und Schlafmangel

Neurodermitis Behandlung

Aufgrund der Vererbungskomponente gilt Neurodermitis selbst nicht als vollständig heilbar. Daher ist es wichtig, möglichst früh mit einer (gezielten) Behandlung zu beginnen, um die Symptome zu lindern und in den Griff zu bekommen. 

Obwohl die Ursachen einer Neurodermitis so vielfältig sind und bisher noch keine ursächliche, medikamentöse Heilung gefunden wurde, kann man mit bestimmten Maßnahmen den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen, den Juckreiz lindern und neue Ausbrüche verhindern. Der primäre Behandlungsansatz bei Atopischer Dermatitis verknüpft das Vermeidung von Auslösefaktoren, eine öberflächliche Basisbehandlung zum Ausgleich der gestörten Hautbarrierefunktion mit entzündungshemmenden Medikamenten (u.a. Kortison), gegen den akuten Juckreiz.8 

Neurodermitis Behandlung mit Kortison

Kortison (div. Glucocorticoide) ist ein Überbegriff für einige Hormone, die in der Nebennierenrinde des Menschen produziert werden. Künstlich produziertes Kortison wird häufig bei der Neurodermitis Therapie eingesetzt. Kortison unterdrückt die Überreaktion des Immunsystems, wodurch Neurodermitis-Symptome, wie der charakteristische starke Juckreiz, schnell gelindert werden können.9,10 Der schnelle und äußerst wirksame Effekt von Kortison-Salben macht diese Behandlungsmethode zur meistgenutzten bei Neurodermitis. Allerdings kann Kortison die Haut wiederum beanspruchen und austrocknen. Mögliche Folgen: Die Haut wird dünner und weniger elastisch. Zunehmend steigt außerdem die Sorge um Kortison aufgrund einiger Nebenwirkungen wie der Unterdrückung der Nierenfunktion.11 

Neurodermitis Salbe/ Neurodermitis Creme

Zur Basistherapie der atopischen Dermatitis gehört die Pflege und Behandlung mit Neurodermitis Cremes oder Neurodermitis Salben. Je nach Wirkstoff wirkt die Behandlung der Haut mit Cremes oder Salben juckreizstillend, rückfettend, entzündungshemmend oder feuchtigkeitsspendend. Dies stärkt die gestörte Hautbarriere und schützt vor eindringenden Fremdstoffen oder Irritationen. Häufig sind Neurodermitis Cremes und Salben mit Kortison angereichert um Entzündungen und Juckreiz entgegenzuwirken. Doch auch eine Neurodermitis Behandlung mit kortisonfreien Pflege-Cremes kann wirksam sein. Häufig eingesetzt werden dabei:12 

  • Fettcremes
  • Cremes mit Öl-in-Wasser-Emulsion
  • Cremes mit Urea 

Neurodermitis Shampoo

Neurodermitis betrifft in einigen Fällen, oft auch bei Säuglingen und Kleinkindern, ebenfalls die Kopfhaut. Juckreiz, Schuppen oder Ekzeme sind die Folge. Klassische Shampoos sind meist voll von Duft- und anderen Inhaltsstoffen, die allergische Reaktionen bei Neurodermitis-Betroffenen auslösen können. Deshalb ist bei der Wahl des richtigen Shampoos zu beachten, dass dieses frei von unerwünschten Kontaktallergenen ist. 

Weitere Therapieformen

Immuntherapie 

Die spezifische Immuntherapie (SIT) ist eine Behandlungsmethode, in der eine schrittweise Verabreichung von Allergenen erfolgt. Diese Form der Hypo-Desensibilisierung soll dazu führen, dass nach und nach die Reaktion auf ein Allergen gelindert wird, indem sich das Immunsystem schrittweise daran gewöhnt.13  

Entspannungsübungen: 

Hautkrankheiten wie Neurodermitis werden als „psychosomatische Dermatosen“ bezeichnet, weil sie zwar körperlich (somatisch) gegeben, aber psychisch zu beeinflussen sind.14 Betroffene, die verstärkt unter Stress leiden, können aktiv mit Entspannungsübungen wie Meditation, Yoga und Achtsamkeitstraining dagegen vorgehen.14  

Klimatherapie 

Die Klimatherapie wird schon seit dem 20. Jahrhundert bei diversen entzündungsbedingten Krankheiten angewandt. Die Klimatherapie verbindet eine entzündungshemmende Behandlung in einer Umgebung ohne Trigger (Auslöser der Symptome).15  

Lichttherapie 

Lichttherapie ist eine alternative Therapiemethode für Patienten mit Neurodermitis, bei denen klassische Neurodermitis Behandlungen fehlgeschlagen sind. Bei der Neurodermitis Behandlung mit Lichttherapie werden Patienten mit verschiedenen Arten von Licht in Kontakt gesetzt. Als nützlich erwiesen hat sich natürliches Sonnenlicht, Schmal- und Breitband UVB, UVA, Kaltlicht und einige weitere Arten und Variationen.16 

Neurodermitis Hausmittel

Auch in den eigenen vier Wänden finden sich Neurodermitis Hausmittel oder homöopathische Behandlungsmethoden. Diese sind meist frei von Nebenwirkungen und können eine Neurodermitis Therapie zusätzlich unterstützen. 

Zink: für eine gesunde Hautbarriere und Immunmechanismen.17

Aloe Vera: spendet Feuchtigkeit und hat eine antibakterielle Wirkung.18

Kokosöl: ist antibakteriell und verleiht trockener Haut Elastizität.18

Kamille: hilft gegen Stress und Müdigkeit und beugt trockener und juckender Haut durch eine Verringerung der Histaminfreisetzung vor.19

Microbioticum bei Neurodermitis

Es gibt immer mehr Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Hautzustand und dem Darm-Mikrobiom (bezeichnet als Haut-Darm-Achse). Die Darmflora, wissenschaftlich Mikrobiota genannt, bietet uns essentielle verdauungsfördernde und schützende Funktionen. Wird sie ins Ungleichgewicht gebracht (Fachbegriff: Dysbiose), kann das u.a. negative Auswirkungen auf unsere Immunabwehr haben. Die verringerte Bakterien-vielfalt im Darm, die bei Patienten mit Neurodermitis festgestellt wurde, führt dazu, dass es zusätzlich zu entzündungsfördernden Immunantworten kommt, denn 80% des Immunsystems sitzen im Darm und seine Aktivität wird z.T. durch die Darmflora reguliert. Wenn die vorhandene Bakterienvielfalt gestört oder vermindert ist, kann es neben Erkrankungen des Darms und über das Immunsystem auch zu Erkrankungen der Haut kommen.

Da Hauterkrankungen wie Neurodermitis grundsätzlich auf einer überschießenden Aktivität des Immunsystems basieren, ist es besonders wichtig, bei Betroffenen auf eine gesunde und funktionierende Darmflora zu achten.

Microbioticum bei Neurodermitis

Mit den spezifisch ausgewählten Bakterienstämmen Bifidobacteriumlactis UABLA-12 und Lactobacillusacidophilus DDS-1®, wie in Innovall® ATOP* zum Diätmanagement bei atopischer Dermatitis, kann die Vielfalt der Darmflora wieder erhöht und das darmeigene Immunsystem unterstützt werden. Dadurch kann das überschießende Immunsystem von Neurodermitikern reguliert und Symptome gelindert werden. In einer placebokontrollierten klinischen Studien haben die 2 beinhalteten Bakterienstämme gezeigt, dass sie bei Kindern zwischen 1 und 3 Jahren mit mittlerer bis schwerer Neurodermitis und 8-wöchiger Einnahme von 10 Mrd. KBE/Tag die Symptome und der Kortisonverbrauch signifikant reduzieren konnten.20 

Neurodermitis Ernährung und Nahrungsergänzung

Bei Patienten mit Neurodermitis treten häufig Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten auf, die den Verlauf der Neurodermitis beeinflussen können. Das liegt daran, dass Lebensmittel bzw. ihre Bestandteile das darmeigene Immunsystem provozieren können.  
Neurodermitis Patienten wird empfohlen, auf Lebensmittel zu verzichten, die eine hohe Unverträglichkeitsrate aufweisen. Dazu gehören Milchprodukte, Nüsse, Fisch und Meeresfrüchte sowie Soja.21  
Bei etwa 40% der Patienten lösen Lebensmittelallergene Hautreaktionen aus, die mit zunehmendem Alter häufig wieder verschwinden.

Neurodermitis in der Schwangerschaft

Auch die Ernährung in der Schwangerschaft kann Einfluss darauf haben, ob ein Kind später Neurodermitis entwickelt.

Die Ernährung der werdenden Mutter während der Schwangerschaft und in der Stillzeit kann sich auf die spätere Entwicklung atopischer Erkrankungen beim Kind auswirken. Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird grundsätzlich eine ausgewogene und nährstoffdeckende Ernährung empfohlen. Mittlerweile ist die Wissenschaft auch zu dem Entschluss gekommen, dass Nahrungsmittelallergene während der Schwangerschaft oder Stillzeit nicht vermieden werden sollten. 

Es wurde gezeigt, dass zu einer ausgewogenen Ernährung in dieser Zeit demnach auch Fisch gehört. Es macht den Anschein, dass der Verzehr von Fisch einen schützenden Effekt auf die Entwicklung atopischer Erkrankungen beim Kind hat und sollte daher Bestandteil der mütterlichen Ernährung sein. 

Neurodermitis bei Babys

Die Atopische Dermatitis tritt vor allem bei Kindern auf.  Etwa jedes sechste bis zwölfte Kind unter sechs Jahren ist betroffen, und sie kann bis in die Pubertät und das Erwachsenenalter andauern.  
Als präventive Maßnahme sollte die natürliche Ernährungsform des Stillens stets bevorzugt werden, denn sie hat viele Vorteile für Mutter und Kind. Es macht den Anschein, dass die Ernährung eines Säuglings Einfluss auf die Entstehung von Allergien und eventuell auch auf die Entstehung von Neurodermitis haben kann.

Empfehlungen zur Stilldauer und die Einführung der Beikost werden immer wieder im Rahmen der Prävention von Allergien diskutiert. Laut der Ärzte-Leitlinien und der WHO-Definition (World Health Organisation) sollte in den ersten vier Monaten voll gestillt werden.22 Beikost kann ab dem 5. Lebensmonat eingeführt werden, was mit einer geförderten Toleranzentwicklung assoziiert ist. Es gibt auch Überlegungen, Beikost vor dem vollendeten 4. Lebensmonat zu geben, was möglicherweise einer Neurodermitis vorbeugt. Einig ist man sich lediglich, dass die unnötige Verzögerung der Beikost oder das Meiden möglicher Nahrungsmittelallergene nicht vor Allergien schützt und daher auch längeres Stillen ohne Beikost-Einführung nicht als präventive Maßnahme geeignet ist. 

Bei Risikokindern, die nicht gestillt werden können, wird empfohlen, in den ersten 4 Lebensmonaten hypoallergene (HA) Säuglingsnahrung zu geben. 

Stillen bei Säuglingen unterstützt den Aufbau eines intakten Immunsystems.

Neurodermitis vorbeugen

Mindestens 30% aller Kinder, die unter einer Neurodermitis leiden, leiden auch im Erwachsenenalter zeitweilig an Ekzemen. Es empfiehlt sich daher, nach Möglichkeit, eine Ursachenvermeidung in Betracht zu ziehen oder zumindest eine Behandlung von Neurodermitis vorsorglich zu unterstützen. 

In den Leitlinien der Ärzte wird eine Basistherapie für die gestörte Hautbarriere (z.B. Verwendung von fetten Salben und Cremes) als sichere und effektive Maßnahme zur Prävention von Neurodermitis-Schüben empfohlen. Zudem gibt es die Möglichkeit, mit der langfristigen Einnahme von spezifisch ausgewählten mikrobiologischen Präparaten die Überreaktion des Immunsystems zu regulieren und so die Symptome in den Griff zu bekommen. 

Fazit

Die Ursachen von Neurodermitis sind überwiegend genetisch bedingt. Dabei neigen die Patienten zu einer Barrierestörung der Haut (rissige, trockene Haut) und einer überschießenden Reaktion des Immunsystems. Nicht immer kommt es jedoch zu Symptomen. Von sogenannten Provokations- oder Triggerfaktoren spricht man, wenn es um Einflüsse geht, die die Hautsymptomatik der Neurodermitis auslösen oder verschlimmern. Die Empfindlichkeit gegenüber unterschiedlichen Triggern kann individuell stark variieren und es können sowohl interne (psychische) als auch externe Faktoren in Betracht gezogen werden, die unbedingt identifiziert und vermieden werden sollen. Die Therapiemöglichkeiten sind aus diesem Grund sehr verschieden. Die häufigste Therapiemethode eines akuten Schubs findet sich in der Behandlung mit Kortison. Aufgrund diverser Nebenwirkungen wird jedoch auch auf alternative Behandlungsformen wie Immun- Licht- oder Klimatherapie zurückgegriffen. Begleitend und langfristig kann auch mit mikrobiologischen Präparaten, wie Innovall ATOP* zum Diätmanagement bei atopischer Dermatitis, die Darmflora und das darmeigene Immunsystem unterstützt werden. Neurodermitis Cremes und Salben verhelfen zusätzlich zur Linderung von trockener Haut und Symptomen, wie durch Entzündung bedingter Juckreiz. Auch Hausmittel wie Zink oder pflanzliche Mittel können Abhilfe leisten. Die Neurodermitis Behandlung ist also so individuell wie deren Auslöser. Um eine optimale Behandlung zu gewährleisten, sollten beim Arzt die individuellen Faktoren abgeklärt werden. 

FAQ

Wie erkenne ich ob ich Neurodermitis habe?

Je nach Lebensalter unterscheiden sich die Symptome der Neurodermitis. Bei Babys sind Milchschorf, gerötete Hautstellen am Kopf, Farbveränderung der Haut, Kratzspuren im Gesicht erste Hinweise. Bei Jugendlichen und Erwachsenen finden sich die Ekzeme in den Arm- und Kniebeugen, am Hals und im Bereich der Augen, Hände und Füße. 
Die Erstdiagnose führt der Arzt durch, indem er sich in der Regel die Haut am ganzen Körper ansehen wird und auf die typischen Kriterien einer Neurodermitis achtet.

Was ist die Ursache von Neurodermitis?

Man geht bei der Neurodermitis von einem Zusammenwirken mehrerer Ursache- und Wirkungsfaktoren aus:

 

  • Genetische Veranlagung für Barrierestörung der Haut (rissige, trockene Haut)
  • Genetische Veranlagung für Überreaktion des Immunsystems
  • Gestörte Darmbarriere durch Ungleichgewicht der Darmflora
  • Individuelle Provokations- oder Triggerfaktoren

 

Welche Lebensmittel sollte man bei Neurodermitis meiden?

Bei Patienten mit Neurodermitis treten häufig Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten auf, die den Verlauf der Neurodermitis beeinflussen können. Das liegt daran, dass Lebensmittel bzw. ihre Bestandteile das darmeigene Immunsystem provozieren können. Bekannte Trigger sind u.a.:

 

  • Weizenprodukte
  • Milch und Milchprodukte (Kuh)
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Nüsse, Erdnüsse
  • Fleisch, insbesondere Schweinefleisch
  • Tomaten, Möhren, Paprika, Sellerie und Soja
  • Zitrusfrüchte
  • Alkohol, Kaffee und schwarzer Tee

 

Kann man Neurodermitis auch im Alter bekommen?

Bundesweit leiden ca. 13% aller Kinder zumindest zeitweilig unter einer Neurodermitis. Am meisten betrifft es Babys und Kleinkinder (23%), dann Schulkinder (8%). Bis zum frühen Erwachsenenalter sind etwa 60% der erkrankten Kinder symptomfrei. Im Laufe des Lebens werden die Beschwerden also besser. Nur bei 2-4% der Erwachsenen wird eine Neurodermitis nachgewiesen. Die Symptome können zum ersten Mal auftreten oder noch aus Kindheitstagen bestehen.

Neurodermitis

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