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Bauchschmerzen: Was steckt dahinter und was hilft wirklich?

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Magen-Darm-Beschwerden. Ausgelöst durch eine üppige Mahlzeit, ein Glas über den Durst, eine Magen-Darm-Grippe oder als Begleiterscheinung während der Menstruation vergehen die lästigen Symptome meist schnell. Manche Menschen leiden unter  Bauchschmerzen aber auch dauerhaft oder wiederkehrend. Dann ist Detektivarbeit angesagt. Grunderkrankungen und akute Krankheitsgeschehen können Bauchschmerzen auslösen und müssen unbedingt abgeklärt werden. Bei ausgeprägten Bauchschmerzen oder Begleitsymptomen wie Blut im Stuhl und Fieber ist eine ärztliche Abklärung ratsam. Im Anschluss ist es so möglich, eine Therapie einzuleiten. Bei harmlosen Ursachen können rezeptfreie Medikamente und Hausmittel helfen. Zudem ist es empfehlenswert, bei anhaltenden Bauchschmerzen der Darmflora mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Lesedauer 9 Minuten Wissenschaftlich geprüfter Artikel

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Frau sitzt neben ihrem Waschbecken und hält sich den Bauch

Bauchschmerzen: Was verrät der Schmerzort über Organe und Ursachen?

Es gibt zahlreiche Ursachen, die Bauchschmerzen hervorrufen. In der Regel handelt es sich dabei um harmlose Verursacher. So sind Bauchschmerzen nach dem üppigen Essen keine Seltenheit. Bauchschmerzen und insbesondere Übelkeit lassen sich häufig auf einen Magen-Darm-Infekt zurückführen. Das Gleiche gilt übrigens für Bauchschmerzen und ausgeprägten Durchfall. Starke tiefstehende Bauchschmerzen können sogar auf den Eisprung oder die Menstruation hinweisen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass hinter Bauchschmerzen keine ernst zu nehmenden Erkrankungen stecken können. Deshalb ist bei lang anhaltenden Bauchschmerzen oder starken Ausprägungen Detektivarbeit gefragt.
 

Bauchschmerzen links, Bauchschmerzen rechts: was sagt die Lokalisation aus?

Häufig stehen die Verdauungsorgane wie Magen und Darm im Verdacht, Bauchschmerzen zu verursachen. Das Auftreten links oder rechts kann auf das auslösende Organ hinweisen. Schließlich beherbergt der Bauch eine Fülle von Organen.
Dazu zählen:

Magen Bauchspeicheldrüse Lymphorgane
Darm Leber Harnwege
Blinddarm Milz Harnblase
Gallengang Nieren Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter bei Frauen
Gallenblase Nebennieren Prostata, Samenblasen, Samenleiter bei Männern
 

Gut zu wissen!

Grundsätzlich kommen bei Bauchschmerzen alle Organe als Ausgangspunkt in Betracht. Einige von ihnen sind eher selten für die Symptome verantwortlich. So zum Beispiel die Samenleiter. Andere wiederum können häufig als Problemfall ausgemacht werden. Dazu gehören die Harnblase oder Harnwege, Gebärmutter sowie der Magen und Darm.

Bauchschmerzen im Unterbauch: Welche Organe können betroffen sein?

Bauchschmerzen im Unterbauch sind nicht selten. Bauchschmerzen, vornehmlich rechts, sprechen dafür, dass die Niere, der Harnleiter oder der Dickdarm ein Problem hat. Zeigt sich der mittlere Unterbauch betroffen, kann neben dem Dickdarm auch der Blinddarm, die Harnblase, die Hauptschlagader und die Gefäße sowie die Prostata betroffen sein. Viele Frauen berichten zudem während der Menstruation über Beschwerden in diesem Bereich. Schmerzen im linken Unterbauch können Hinweise auf die Niere, Harnleiter und verschiedene Darmabschnitte wie Dünndarm, Dickdarm oder Blinddarm als Ausgangsbasis liefern. Zum Beispiel verursachen Dickdarm-Divertikel häufig Bauschmerzen im linken Unterbauch.

>> Mehr zur Divertikelkrankheit lesen Sie hier

Bauchschmerzen im Oberbauch: Was sind typische Ursachen?

Wenn Betroffene über Bauchschmerzen im Oberbauch klagen, kommen auch hierfür zahlreiche Organe infrage. Bei Problemen im rechten Oberbauch können Leber, Gallenblase, Magen, Zwölffingerdarm oder die Bauchspeicheldrüse Verursacher sein. Sogar die Lunge könnte die lästigen Beschwerden auslösen.

Bauchschmerzen (mittig) deuten sowohl auf die Leber als auch auf den Magen und den Zwölffingerdarm hin. Prinzipiell kommen bei Bauchschmerzen, vornehmlich mittig, auch die Lunge, das Herz und die Bauchspeicheldrüse als Ausgangspunkt in Betracht.
Hände halten sich den Bauch
Bauchschmerzen sind nicht immer einfach zu lokalisieren.

Bauchschmerzen im Mittelbauch: Was kann der Schmerz bedeuten?

Zwischen dem Ober- und Unterbauch befindet sich der Mittelbauch. Auch hier können zahlreiche Ausgangspunkte für andauernde Bauschmerzen entstehen. Rund um den Nabel können sich starke Bauchschmerzen bemerkbar machen. Diese weisen auf den Magen, Zwölffingerdarm, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm, Dickdarm und Blinddarm hin. Auch die Hauptschlagader bzw. die zugehörigen Gefäße können die Symptome auslösen. Werden die Beschwerden im rechten Mittelbauch lokalisiert, kann das ein Hinweis auf Probleme mit Gallenblase, Niere, Harnleiter, Dünndarm, Dickdarm, Blinddarm oder Hauptschlagader sein. Die linke Flanke kann in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn Milz, Niere, Harnleiter, Dickdarm oder Hauptschlagader bzw. die Gefäße Probleme bereiten.

Diffuse Bauchschmerzen im ganzen Bauch: Was kann dahinter stecken?

  • Magen-Darm-Infekt
  • Reizdarmsyndrom
  • Darmverschluss (Ileus)
  • Bauchfellentzündung (Peritonitis)
  • Stress
  • Blähungen

Bauchschmerzen: Welche Symptome und Begleiterscheinungen gibt es?

Bauchschmerzen sind sehr individuell. Das liegt nicht zuletzt daran, dass jeder Mensch ein anderes Schmerzempfinden hat. Die Intensität wird aber auch wesentlich von der zugrunde liegenden Ursache bestimmt. So werden Menstruationsschmerzen häufig als nicht so ausgeprägt empfunden, wie Beschwerden, die auf eine Blinddarmentzündung oder auf eine Divertikulitis hinweisen. Patienten können stechende Bauchschmerzen oder dumpfe Beschwerden ausmachen. Besonders häufig sind krampfartige Symptome, die als sehr belastend empfunden werden.1 Schmerzen werden nicht immer am Entstehungsort selbst wahrgenommen. Manchmal können sie sogar keiner bestimmten Region zugeordnet werden. Dann beschreiben Patienten ein Unwohlgefühl im gesamten Bauchraum (diffuse Bauchschmerzen). Neben dem eigentlichen Symptom „Bauchschmerz“ gibt es weitere Begleiterscheinungen, die gleichzeitig auftreten können. Bauchschmerzen und Übelkeit und Bauchschmerzen und Durchfall sind nur einige Beispiele.

Weitere Begleitsymptome:2
  • Völlegefühl (insbesondere bei Bauchschmerzen nach dem Essen)
  • Blähungen
  • gespannte Bauchdecke
  • Gewichtsabnahme
  • Erbrechen
  • veränderte Stuhlfarbe
  • saures Aufstoßen oder Sodbrennen
Frau hält sich den Bauch und schaut schmerzverzehrt
Bauchschmerzen treten häufig zusammen mit Übelkeit, Blähungen oder Durchfall auf.

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Bauchschmerzen im Oberbauch: mögliche Ursachen

  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Magengeschwür (Ulcus ventriculi)
  • Sodbrennen (Reflux)
  • Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)
  • Reizmagen
  • Lebererkrankungen (u. a. Leberzirrhose)
  • Gallensteine
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • Herzerkrankungen
  • Lungenentzündung
  • Wirbelprobleme (zum Beispiel Wirbelkörperbruch oder Brustwirbelblockade)
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Krebserkrankungen

Bauchschmerzen im Unterbauch: mögliche Ursachen

  • Blinddarmentzündung (Appendizitis)
  • Divertikulitis
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankung (u. a. Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn)
  • Entzündete Darmwandausstülpungen (Divertikulitis)
  • Harnwegsinfektionen
  • Nierenbeckenentzündung
  • Nierensteine
  • Eileiterentzündung
  • Eileiterschwangerschaft
  • Endometriose
  • Menstruationsbeschwerden
  • Prostataentzündung (Prostatitis)
  • Leistenbruch

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft: Was ist normal, was bedenklich?

Viele Frauen berichten in der Schwangerschaft von Bauchschmerzen. Bauchschmerzen und Schwangerschaft können tatsächlich zusammengehören. Zumindest in vielen Fällen. Am Anfang der Schwangerschaft bemerken Frauen Bauchschmerzen vornehmlich links unten. Das Ziehen deutet darauf hin, dass sich die befruchtete Eizelle in die Schleimhaut der Gebärmutter eingenistet hat. Auch die Plazenta gibt jetzt Gas und entwickelt sich rasant. Zudem werden neue Blutgefäße ausgebildet, um das Baby versorgen zu können. All diese Körperprozesse begünstigen die Beschwerden. Mit voranschreitender Schwangerschaft können Bauchschmerzen auf sich dehnende Mutterbänder und eine anatomische Veränderung im Bauchraum hinweisen. Sorgen müssen sich Mütter aber deshalb nicht machen. Schließlich fordert die Entstehung von neuem Leben seinen Tribut, der am Ende umso mehr belohnt wird. Bauchschmerzen in der Schwangerschaft müssen aber trotzdem nicht einfach hingenommen werden. Es gibt ausgewählte Arzneien und Pflanzenwirkstoffe, die nach Rücksprache mit dem Arzt auch während der Schwangerschaft eingenommen werden können.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Können sie Bauchschmerzen auslösen?

Wer ständig Bauchschmerzen hat oder wiederkehrend mit den Beschwerden kämpft, bei dem könnte auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Nahrungsmittelallergie vorliegen. Dabei kommt es nach dem Verzehr ausgewählter Speisen wiederholt zu den Beschwerden. Zudem können Übelkeit, Erbrechen, Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust auftreten. Auch allergische Hautsymptome wie Juckreiz deuten auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Nahrungsmittelallergie hin. Bei Bauchschmerzen nach dem Essen lohnt es sich daher, aufmerksam zu werden.  

Derzeit gibt es keine verlässlichen Zahlen mit Blick auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Nahrungsmittelallergien. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 20 % der Bevölkerung davon betroffen sind.3 Die Auslöser sind übrigens sehr verschieden. Während manche Menschen mit Fruktose oder Laktose zu kämpfen haben, reagieren andere auf unscheinbare Lebensmittel wie Tomaten oder Nüsse. 

Neben Speisen kommen auch Medikamente als Auslöser für Bauchschmerzen in Verdacht. Sie können die empfindliche Magenschleimhaut reizen und die unangenehmen Beschwerden hervorrufen. So berichten viele Patienten u. a. nach der Einnahme von Antibiotika oder auch Osteoporose-Mittel über Bauchschmerzen.

Krampfartige Bauchschmerzen: Kann Stress der Auslöser sein?

Kolikartige Bauchschmerzen können sogar bis in den Kopf zurückverfolgt werden. Schließlich sind Körper und Geist unwiderruflich miteinander verknüpft. Besser gesagt Körper und Mikrobiom. Experten sprechen deshalb von einem sogenannten Bauchhirn, das bei Stress einfach keine Ruhe findet. Gemeint ist damit ein Nervengeflecht, auch als enterisches Nervensystem bezeichnet, das sich durch die Organe des Verdauungstraktes zieht und u. a. von Signalen unserer Darmflora getriggert wird

Erstaunlich aber wahr: Es gibt tatsächlich einen Nerv im menschlichen Körper, der als Datenautobahn dient. Diese Datenautobahn ist jedoch keine Einbahnstraße.  Über den sogenannten Vagus-Nerv werden Signale zwischen der Darmflora und dem Hirn hin und her geschickt.  

Das könnte auch der Grund dafür sein, dass seelische Belastungen zu Verdauungsproblematiken führen. Mediziner bezeichnen das als psychosomatische Beschwerden.

Bildliche Darstellung der Verbindung zwischen Kopf und Darm
Die Darm-Hirn-Achse erklärt, warum Stress Bauchschmerzen verursachen kann.
Das Bauchhirn zeichnet sich durch folgendes aus:
  • es besteht aus einem großen Nervengeflecht im Bauchraum
  • u. a. über Signale der Darmflora kann es mit dem Kopf kommunizieren
  • es erhält Botschaften, die Informationen über das psychische Wohlbefinden liefern
  • es kann auf Ängste, Stress und psychische Erkrankungen reagieren
  • es ist sensibel und kann auf Belastungen mit Bauchschmerzen antworten

Gut zu wissen!

Bauchschmerzen durch Stress sind kein Ammenmärchen. Ob und wie ausgeprägt sich psychosomatische Bauchschmerzen zeigen, ist sehr individuell. Nicht nur der Bauch auch der Kopf kann auf Stresszustände mit Schmerzen antworten.

Bauchschmerzen: Was hat die Darmflora damit zu tun?

Im Darm befindet sich ein empfindliches Ökosystem. Mediziner bezeichnen es als Mikrobiom. Tatsächlich herrscht reger Trubel im größten inneren Organ des Menschen. Zahlreiche Mikrolebewesen halten sich hier die Waage. Es ist ganz normal, dass die Darmflora aus guten und schlechten Bakterien besteht. Die guten Kleinstlebewesen sorgen dafür, dass Nährstoffe gespalten werden und schützen den Organismus vor dem Ausbreiten krankmachender Eindringlingen. Der sensible Mikrokosmos kann jedoch nachhaltig gestört werden, zum Beispiel durch die Einnahme von Antibiotika. Auch Stress kann der bemerkenswerten Kultur im Bauch zusetzen, wie Studien zeigen.4 Wenn das sensible Gleichgewicht in Bezug auf die Bakterien aus der Balance gerät, können Bauchschmerzen entstehen. Auch Durchfall und Bauchschmerzen können die Folge sein.

Bauchschmerzen: Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Bauchschmerzen werden häufig auf die leichte Schulter genommen. Schließlich gehören sie zu weit verbreiteten Beschwerden. Trotzdem gibt es einige Fälle, bei denen ein Arztbesuch unbedingt ratsam ist. Betroffene sollten generell immer dann einen Mediziner aufsuchen, wenn starke Bauchschmerzen nach dem Stuhlgang auftreten. Auch die Kombination aus Blut im Stuhl und Bauchschmerzen sollte unbedingt abgeklärt werden. Bauchschmerzen und Durchfall können auf einen Magen-Darm-Infekt hinweisen. Halten die Beschwerden länger als zwei Tage an oder fühlt sich der Betroffene sehr geschwächt, ist auch hier ein Arztbesuch empfehlenswert. Zudem sind Bauchschmerzen und im Zusammenhang mit Fieber klärungsbedürftig.

Bei folgenden Beschwerden sollte stets ein Arzt hinzugezogen werden:
häufiges oder anhaltendes Erbrechen Blut aus dem Darm oder Harnröhre Atemnot
Erbrechen von Blut Starke Rücken- und Bauchschmerzen (gemeinsam auftretend) hohes Fieber
Erbrechen von Stuhl Unfähigkeit, Urin oder Stuhl abzusetzen Schwacher Kreislauf
helles Blut im Stuhl und Bauchschmerzen Stark gespannte Bauchoberfläche Ohnmacht
blutiger Durchfall ausgeprägte Brustschmerzen Bewusstseinsstörungen
 

Gut zu wissen!

Es gibt viele Alarmzeichen, wie beispielsweise Blut im Stuhl und gleichzeitige Bauchschmerzen. Zwar können dahinter harmlose Ursachen wie Hämorrhoiden stecken, sicherheitshalber sollte jedoch eine Abklärung stattfinden. Schließlich können die Beschwerden auch auf Darmkrebs hinweisen. Das Gleiche gilt für krampfartige, dumpfe Bauchschmerzen.

Bauchschmerzen: Wie läuft die ärztliche Diagnostik ab?

Wenn Bauchschmerzen chronisch werden oder sehr ausgeprägte Beschwerden auftreten, ist der Besuch beim Mediziner sinnvoll. Zunächst erkundigt sich dieser im Rahmen der Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch) nach den Beschwerden. Das dient dazu, mehr über die Symptome, möglichen Ursachen und den Ernährungsstil zu erfahren.

Folgende Fragen können dem Betroffenen gestellt werden:
  • Seit wann bestehen die Bauchschmerzen?
  • Treten nach dem Essen Bauchschmerzen auf?
  • Gibt es Begleiterscheinungen (z. B. ausgeprägter Durchfall)?
  • Mischt sich Blut unter den Stuhl oder ist der Stuhlgang schmerzhaft?
  • Liegen psychische Erkrankungen oder ausgeprägte Belastungssituationen vor?
  • Sind Grunderkrankungen bekannt?
  • Werden Medikamente eingenommen?
  • Wie gestaltet sich die tägliche Ernährung?
In dem Gespräch hat der Arzt wertvolle Informationen gesammelt und macht sich entsprechende Notizen (zum Beispiel: „Bauchschmerzen nach Essen“). Diese können bereits den Verdacht auf eine bestimmte Ursache erhärten. Trotzdem wird weiter geforscht. Nun führt der Arzt eine eingehende körperliche Untersuchung durch. Der Bauch wird auf Schmerzempfindlichkeit abgetastet. Gleichzeitig lässt sich so feststellen, ob die Bauchdecke sehr gespannt ist. Narben, Schwellungen oder auffällige Hautveränderungen können ebenfalls auf die Ursache hinweisen. Das Abhorchen der Darmfunktion gelingt mit einem Stethoskop. Mit der Abtastung des Enddarms können Hämorrhoiden oder andere Auffälligkeiten ermittelt werden. Auch Herz und Lunge werden abgehört, um Problemen außerhalb der Bauchregion auf die Spur zu kommen. Zur körperlichen Untersuchung gehört ebenfalls der Blick in die Augen, in den Mund und die Überprüfung von Reflexen sowie Gefäßen.

Die Diagnostik kann durch weitere Untersuchungsverfahren profitieren.

Dazu zählen:
  • EKG (Elektrokardiogramm)
  • Sonografie (Ultraschall-Untersuchung)
  • CT (Computertomografie)
  • Darmspiegelung
  • Angiographie mittels CT oder MRT (Gefäßdarstellung)

Gut zu wissen!

Nicht selten kommt es vor, dass trotz eingehender Detektivarbeit keine organische Ursache ausgemacht werden kann. Dann ist es ratsam, den Betroffenen regelmäßig einzubestellen, um die Beschwerdeentwicklung beobachten zu können Vor allem wenn noch weitere Beschwerden wie Blähungen oder Stuhlunregelmäßigkeiten vorliegen, kann es sich bei fehlender organischer Ursache auch um ein Reizdarmsydrom handeln. Unter Umständen kann auch eine fachpsychologische Einschätzung sinnvoll sein.

Bauchschmerzen behandeln: Was hilft wirklich gegen die Schmerzen?

Bauchschmerzen werden mit Blick auf die Ursache behandelt. Sorgen Grunderkrankungen für die unangenehmen Beschwerden, sollten diese z. B. durch Medikamente oder Operationen behandelt werden. Das entscheidet der Mediziner in Abhängigkeit von den Beschwerden und der entsprechenden Ausprägung. Schmerzhafte Regelblutungen und ungewöhnliche Zyklusverläufe sollten sicherheitshalber von einem Gynäkologen abgeklärt werden. Handelt es sich um einen sogenannten „akuten Bauch“, zum Beispiel im Falle einer Blinddarmentzündung oder Divertikulitis, sollten keine Schmerzmittel auf eigene Faust eingenommen werden. Stattdessen ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.

EIn Mann sitzt bei einem Arzt und der schreibt sich was auf
Psychosomatische Bauchschmerzen entstehen durch die enge Verbindung von Bauchhirn und Emotionen.

Gut zu wissen!

Bei harmlosen Ursachen wie einer Magenschleimhautentzündung oder Sodbrennen können auch rezeptfreie Arzneimittel helfen. Apotheker und Mediziner können Auskunft zu entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten und Medikamenten geben.

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Bauchschmerzen bei Kindern und Babys: Was sind die Ursachen und was hilft?

Auch vor den Kleinsten machen Bauchschmerzen nicht halt. Anders als bei großen Patienten ist es wichtig, Bauchschmerzen beim Kind möglichst schnell abzuklären. Das gilt insbesondere, wenn Bauchschmerzen beim Baby auftreten. Bauchweh gehört zu den häufigsten Gründen, warum Eltern einen Kinderarzt aufsuchen. Bauchschmerzen (Baby) oder Bauchschmerzen beim Kleinkind sind äußerst schwierig einzuschätzen. Schließlich ist der Bauch aus ihrer Sicht  der Mittelpunkt allen Übels. Sie selbst können den Schmerz häufig nicht anders beschreiben und beziehen sich deshalb auf die Bauchregion. Zudem deuten Bauchschmerzen (Kind) nicht selten auf psychische Belastungen hin. So können Angst und Stress zu den Beschwerden führen.

Der Mediziner sieht sich der Herausforderung gegenüber, die Ursache der  Bauchschmerzen aufzuklären. Harmlose Verursacher wie zu viel Eis im Bauch oder Blähungen verschwinden schnell wieder. Aber auch Blinddarmentzündungen können hinter dem schmerzhaften Zwicken stecken. Deshalb sollten beim Kind Bauchschmerzen unbedingt abgeklärt werden.

Mutter und Kind sitzen auf einem Bett, Kind hält sich den Bauch und schaut schmerzverzehrt
Bauchschmerzen bei Kindern: Ursachen reichen von Blähungen bis zur Blinddarmentzündung.
Wie auch bei Erwachsenen können sich Nahrungsmittelunverträglichkeiten hinter den Baby-Bauchschmerzen verbergen. Hier stehen insbesondere (einfache) Nahrungsmittelallergien bzw. Unverträglichkeiten und seltener die Krankheit Zöliakie (Auto-Immunerkrankung) im Vordergrund.  

Beim Nachwuchs ist es nicht ungewöhnlich, dass die Bauchschmerzen gar nichts mit dem Bauch zu tun haben. Eine Mittelohrentzündung oder eine Mandelentzündung können genauso gut Problembereiter sein. Noch ein Grund mehr, den Arzt aufzusuchen, wenn das Baby scheinbar Bauchschmerzen hat.

Übrigens: Ältere Kinder können auch schon ein Reizdarmsyndrom entwickeln. Zudem können sie unter einer sogenannten Bauchmigräne leiden, bei der die Symptome nicht vorwiegend im Kopf, sondern im Bauch auftreten. Neben Schmerzen können sich auch Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit sowie Kopfschmerzen bemerkbar machen.

Funktionelle Bauchschmerzen bei Kindern: Was steckt hinter dem wiederkehrenden Bauchweh?

Funktionelle Bauchschmerzen stehen ganz oben auf der Liste, wenn es um verdächtige Schmerzbereiter unter Kindern geht. Dabei tritt das Bauchweh mindestens einmal in der Woche auf und das zwei Monate hintereinander. Hinzu können sich Symptome wie Gliederschmerzen, Schlafstörungen und Kopfschmerzen gesellen. Organisch ist alles im grünen Bereich. Stattdessen stehen Darminfekte, erbliche Einflüsse oder eine veränderte Reaktion von Darm- und Gehirnnerven im Verdacht.

Gut zu wissen!

Eine Therapie muss bei Kindern möglichst sanft erfolgen. Entstehen die Bauchschmerzen durch Verstopfungen, kann es sinnvoll sein, die Ernährung und das Bewegungsverhalten umzustellen. Bei krampfartigen Schmerzen kann Pfefferminzöl in der Kapsel bei größeren Kindern helfen. Im Anschluss an Darminfekte oder beim Reizdarmsyndrom werden mittlerweile häufig Probiotika als schonende Behandlungsoption empfohlen.

Bauchschmerzen lindern: Welche Hausmittel und Alltagstipps helfen schnell und wirkungsvoll?

Viele Menschen fragen sich: “Was tun bei Bauchschmerzen?“ Die Antwort auf diese Frage muss individuell erfolgen. Schließlich sind auch die Ursachen individuell. Die gute Nachricht ist allerdings, dass es bei harmlosen Verursachern in der Regel reicht, einige Umstellungen im Alltag vorzunehmen. Eine gesunde Ernährung nimmt dabei eine besondere Rolle ein. Menschen, die vornehmlich nach dem Essen über Bauchweh klagen, sollten zu schonenderen Speisen greifen. Das bedeutet: fettreduziert und nicht zu mächtig. Auch das Bewegungsverhalten beeinflusst den Bauch maßgeblich. Wer sich lieber auf dem Sofa rumlümmelt läuft Gefahr, unter Verstopfungen zu leiden. Auch diese können zu ausgeprägten Bauchschmerzen führen. Nahrungsmittelunverträglichkeiten sollten nicht ignoriert, sondern ernst genommen werden. Manchmal fällt die Beschwerdedeutung schwer. Ein Allergietest kann Sicherheit bringen, um zukünftig kritische Lebensmittel zu umgehen. Natürlich spielt auch der individuelle Stressfaktor eine wichtige Rolle. Sogenannte „Stressoren“ (Stressfaktoren) sollten beseitigt werden, um nicht nur das „Kopfhirn“, sondern auch das „Bauchhirn“ zu entspannen. Dabei können Entspannungstechniken wie Yoga oder progressive Muskelentspannung sehr hilfreich sein.

Glücklicherweise gibt es einige Hausmittel, die sich bei Bauchschmerzen seit jeher bewährt haben. Weiterer Vorteil: Sie sind schnell zur Hand, einfach anwendbar und kostengünstig. Wir haben die Top 4 der besten Hausmittel gegen Bauchschmerzen gekürt.

1. Tee bei Bauchschmerzen: Welche Sorten helfen am besten?

Tee darf auf der Liste der Bauchschmerzen-Hausmittel nicht fehlen. Schließlich hat er schon in grauer Vorzeit Menschen von Krämpfen in der Bauchregion befreit. Auch Studien belegen, dass die Phytotherapie funktionelle Magen-Darm-Beschwerden lindern kann.5,6 Es gibt bestimmte Pflanzen, Gewürze und Kräuter, die bei Bauchschmerzen besonders empfehlenswert sind. Dazu gehören: Kamille, Fenchel, Melisse, Salbei und Pfefferminz. Apotheken haben ausgewählte Magen-Darm-Tees im Sortiment, um den Bauch in Aufruhr zu beruhigen. Noch günstiger wird es, wenn die Mischung ganz einfach zu Hause erstellt wird.

2. Wärmflasche und Bauchwickel: Wie hilft Wärme bei Bauchschmerzen?

Wärme tut bei Schmerzen gut. Sie sorgt für Entspannung und kann so den Schmerz abschwächen. Was bietet sich da besser an, als eine Wärmflasche, die gelungen positioniert die Muskulatur entkrampft. Alternativ kann auch ein erwärmtes Kirschkernkissen genutzt werden. Wo wir gerade beim Thema Wärme sind, ein Vollbad kann ebenso Linderung verschaffen, wie ein Bauchwickel.7 Dafür sind drei Tücher nötig: ein Leintuch, ein Baumwolltuch und ein Wolltuch. Das Erste wird in einen warmen Kamilienblütensud getaucht und direkt auf die Haut gegeben. Darüber sollte das Baumwolltuch und darüber das Wolltuch gelegt werden – das wirkt Wunder.
 
Blumen und Tee
Kamillentee gilt als bewährtes Hausmittel bei Bauchschmerzen und Krämpfen.

3. Fenchelsamen: Wie wirken sie bei Bauchschmerzen und Blähungen? 

Fenchel ist eine vielseitige Pflanze. Sie kann nicht nur als Gewürz Speisen bereichern, sondern auch bei Erkältungserkrankungen und Bauchschmerzen Abhilfe schaffen. Die Wirkstoffe, die sich in den reifen Früchten von Fenchel befinden, werden als wirksam bei Krämpfen, Blähungen und Völlegefühl beschrieben. Fenchelsamen sind in der Apotheke und in gut sortierten Supermärkten erhältlich.

4. Kümmelöl bei Bauchschmerzen: Wie wird es richtig angewendet?

Wenn es um Hausmittel bei Bauchschmerzen geht, sollte auch dem Kümmelöl Aufmerksamkeit geschenkt werden. Schwarzkümmelöl wird seit dem Altertum als Heilmittel eingesetzt.8 Viele Anwender schwören bei Problemen auf 3-4 Tropfen Kümmelöl vor dem Essen. Diese können einfach mit einem Glas Wasser verzehrt werden. Übrigens: Schwarzkümmelöl wird auch beim Hund gegen Bauchschmerzen genutzt. Also, wenn der Hund Bauchschmerzen hat, empfehlen sich auch hier einige Tropfen Kümmelöl im Trinkwasser oder im Futter.
 

Probiotika und Bauchschmerzen bei Reizdarmsyndrom: Was zeigen die klinischen Daten?

Beim Reizdarmsyndrom gehören Bauchschmerzen und Krämpfe zu den zentralen und belastendsten Beschwerden. Mehrere unabhängige, randomisierte und placebokontrollierte Studien zeigen, dass Lactobacillus plantarum 299v (LP299V®) die Bauchschmerzen bei RDS-Patienten signifikant reduzieren kann – und zwar unabhängig vom individuellen Reizdarmtyp.

In einer multizentrischen Doppelblindstudie mit 214 Patienten reduzierten sich Bauchschmerzen nach 4-wöchiger LP299V®-Einnahme um –51,9 % gegenüber –19,2 % in der Placebogruppe (p<0,05).9 Noch deutlicher fiel das Ergebnis einer weiteren RCT mit 40 Patienten aus: Hier gingen Bauchschmerzen unter LP299V® um –94,8 % zurück.10 Besonders aussagekräftig ist die Real-World-Studie von Krammer et al. (2021), die L. plantarum 299v unter realen Versorgungsbedingungen in 25 deutschen Zentren untersuchte: Nach 12 Wochen Einnahme sanken Abdominalschmerzen um –67 %; 83 % der Patienten erreichten eine adäquate Verbesserung ihrer Gesamtsymptomatik – und der Effekt verstärkte sich mit zunehmender Einnahmedauer.11 Deswegen ist L. plantarum 299v das von Gastroenterologen in Deutschland am häufigsten empfohlene Probiotikum bei Reizdarmsyndrom.12

>> Lesen Sie hier mehr zum Reizdarmsyndrom

Bakterien
Eine gestörte Darmflora kann Bauchschmerzen begünstigen – gezielte Probiotika werden bei Reizdarmsyndrom von Ärzten zunehmend empfohlen.

Kein Reizdarm - aber trotzdem etwas für den Darm tun?

Wer keine diagnostizierten Reizdarmbeschwerden hat, aber seinen Darm langfristig unterstützen möchte, kann auf Innovall (R) DAILY biotic+ setzen: Das 4-in-1-Präparat kombiniert 11 gezielt ausgewählte Bakterienstämme (25 Milliarden lebende Bakterien pro Portion) mit Präbiotika aus Guarbohnenfasern, Kakaobohnen-Extrakt sowie B-Vitaminen – darunter Vitamin B2, das zur Erhaltung normaler Schleimhäute beiträgt, und Vitamin B6, das zu einer normalen Funktion des Immunsystems beiträgt. Einfach in den Alltag integrieren – pur, im Smoothie oder mit einem Glas Wasser.

 

  1. https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/bauchschmerzen/symptome-bei-bauchschmerzen.html
  2. https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/bauchschmerzen/symptome-bei-bauchschmerzen.html
  3. https://deximed.de/home/b/magen-darm-trakt/patienteninformationen/duenndarm/nahrungsmittelunvertraeglichkeit-und-nahrungsmittelallergie/
  4. https://royalsocietypublishing.org/doi/10.1098/rsbl.2015.0875
  5. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16437473/
  6. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27757180/
  7. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26044145/
  8. https://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/08_institute/rechtsmedizin/pdf/Addenda/Schwarzk%C3%BCmmel.pdf
  9. Ducrotté et al. Clinical trial: Lactobacillus plantarum 299v (DSM 9843) improves symptoms of irritable bowel syndrome. World J Gastroenterol. 2012;18(30):4012-8. PMID: 22912552
  10. Niedzielin et al. A controlled, double-blind, randomized study on the efficacy of Lactobacillus plantarum 299V in patients with irritable bowel syndrome. Eur J Gastroenterol Hepatol. 2001;13(10):1143-7. PMID: 11711768
  11. Krammer et al. Reizdarmbehandlung mit Lactobacillus plantarum 299v: Längere Einnahme verstärkt Behandlungserfolg – Ergebnisse einer nichtinterventionellen Studie [Treatment of IBS with Lactobacillus plantarum 299v: Therapeutic success increases with length of treatment - real-life data of a non-interventional study in Germany]. Z Gastroenterol. 2021;59(2):125-134. German. PMID: 33556972
  12. IQVIA, IMS® Diagnosis Monitor (Verordnungen GKV, PKV und Grüne Rezepte gemäß ICD-Code K58)

Häufige Fragen zu Bauchschmerzen (FAQ)

Ja – für bestimmte, klinisch geprüfte Probiotika-Stämme gibt es dazu klare wissenschaftliche Evidenz. Besonders gut untersucht ist Lactobacillus plantarum 299v (LP299V®): In einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie mit 214 Reizdarm-Patienten zeigte L. plantarum 299v nach vier Wochen eine Reduktion der Bauchschmerzen um –51,9 % gegenüber –19,2 % in der Placebogruppe.9 Eine weitere RCT mit 40 Patienten belegte eine Schmerzreduktion von –94,8 %.10 In einer deutschen Real-World-Studie mit 243 Betroffenen verbesserte sich die Gesamtsymptomatik bei 83 % der Patienten nach 12 Wochen – der Effekt stieg mit der Einnahmedauer.11

LP299V® wirkt über mehrere Mechanismen: Er festigt die u.a. Darmbarriere (Tight Junctions), hemmt pathogene Keime und moduliert entzündliche Prozesse im Darm.

Wichtig: Nicht alle Probiotika-Produkte sind klinisch gleichwertig – nur der spezifische Stamm Lactobacillus plantarum 299v (auch bekannt als Lactobacillus plantarum DSM 9843) verfügt über diese umfangreiche Studienlage.
Der entscheidende Unterschied liegt in Intensität, Dauer und Begleitsymptomen. Harmlose Bauchschmerzen – etwa nach einer üppigen Mahlzeit, bei Blähungen oder einem leichten Magen-Darm-Infekt – klingen meist innerhalb von 24 bis 72 Stunden von selbst ab. Gefährliche Bauchschmerzen hingegen nehmen zu, haben einen klaren Lokalbefund oder gehen mit Allgemeinsymptomen einher.

Faustregel: Lassen sich die Schmerzen nicht eindeutig einem harmlosen Auslöser zuordnen oder treten Warnsymptome wie Blut im Stuhl, Ohnmacht oder eine brettartige Bauchdecke auf, ist sofort ärztliche Hilfe erforderlich.
Treten starke Krämpfe direkt oder kurz nach dem Essen auf, kommen mehrere Ursachen in Betracht: Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Laktose, Fruktose, Gluten), ein Reizdarmsyndrom, eine Magenschleimhautentzündung oder Gallenblasenprobleme. Die Schmerzlokalisation gibt erste Hinweise: Krämpfe im Oberbauch deuten eher auf Magen oder Gallenblase, Unterbauchkrämpfe eher auf den Darm.

Sofortmaßnahmen bei postprandialen Krämpfen:
  • Wärme: Wärmflasche oder Kirschkernkissen auf den Bauch legen – entspannt die Darmmuskulatur
  • Schonkost: Leicht verdauliche Kost wie Reis, Zwieback oder Kartoffeln; fettreiche und stark gewürzte Speisen meiden
  • Essverhalten anpassen: Kleinere Mahlzeiten, langsam essen, gründlich kauen
  • Kräutertee: Kamille, Pfefferminz oder Fenchel wirken krampflösend
  • Alkohol und Koffein in der Akutphase konsequent meiden
Wann zum Arzt? Wenn die Krämpfe regelmäßig nach dem Essen auftreten, von Erbrechen, Gewichtsverlust oder verändertem Stuhlgang begleitet werden oder wenn kein eindeutiger Nahrungsauslöser identifizierbar ist. 
Die Kombination aus Bauchschmerzen, Übelkeit und Fieber ist ein wichtiges Warnsignal und sollte immer ernst genommen werden. Die häufigste Ursache ist ein viraler oder bakterieller Magen-Darm-Infekt (Gastroenteritis) – dieser ist in der Regel selbstlimitierend und klingt nach ein bis drei Tagen ab. Dahinter können jedoch auch ernsthafte Erkrankungen stecken:

Sofort zum Arzt bei Fieber über 38,5 °C kombiniert mit starken Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen oder einer hart gespannten Bauchdecke – möglichst ohne vorher Schmerzmittel einzunehmen, da diese das klinische Bild verschleiern können.
Ja – Stress ist eine der am häufigsten unterschätzten Ursachen für Bauchschmerzen. Der Darm wird in der Medizin als „zweites Gehirn" bezeichnet: Über die sogenannte Darm-Hirn-Achse sind Darm und Gehirn durch das enterische Nervensystem mit über 100 Millionen Nervenzellen direkt miteinander verbunden. Der Vagus-Nerv fungiert dabei als Daten-Autobahn – und diese Verbindung ist keine Einbahnstraße. Emotionaler Stress, Angst und anhaltende psychische Belastungen können direkte körperliche Reaktionen im Verdauungstrakt auslösen.

Typische stressbedingte Beschwerden:
  • Krampfartige Bauchschmerzen
  • Übelkeit und Völlegefühl
  • Wechselnder Stuhlgang (Durchfall oder Verstopfung)
  • Blähungen und Druckgefühl
Dieses Muster bezeichnet die Medizin als funktionelle oder psychosomatische Bauchschmerzen. Besonders häufig tritt es beim Reizdarmsyndrom auf, bei dem Stress die Beschwerden deutlich verstärken kann. Entspannungstechniken wie Yoga, progressive Muskelentspannung (PMR), autogenes Training oder gezielte Atemübungen helfen nachweislich, die Darm-Hirn-Kommunikation zu beruhigen und Beschwerden langfristig zu reduzieren.
Chronische Bauchschmerzen – d. h. Schmerzen, die mindestens drei Monate lang regelmäßig wiederkehren – haben vielfältige Ursachen. Sie lassen sich in organische, funktionelle und psychosomatische Gruppen einteilen.

Häufige organische Ursachen:
  • Reizdarmsyndrom – häufigste Ursache bei fehlendem organischen Befund
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Laktose, Fruktose, Gluten/Zöliakie)
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Endometriose (bei Frauen)
  • Chronische Gastritis oder Magengeschwür
  • Gallenerkrankungen oder Bauchspeicheldrüsenprobleme
Funktionelle Ursachen:
  • Gestörte Darmmotilität ohne strukturellen Befund
  • Viszerale Hypersensitivität (erhöhte Schmerzwahrnehmung im Darm)
  • Dysbiose – eine gestörte Zusammensetzung der Darmflora kann Verdauungsbeschwerden begünstigen
Psychosomatische Ursachen:
  • Anhaltender Stress kann über die Darm-Hirn-Achse chronische Verdauungsbeschwerden verursachen oder erheblich verstärken
Wichtig: Chronische Bauchschmerzen sollten immer ärztlich abgeklärt werden, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen. Bei fehlendem organischen Befund ist eine Diagnose nach den Rom-V-Kriterien (Reizdarmsyndrom) sinnvoll.
Bei leichten, harmlosen Bauchschmerzen haben sich folgende Hausmittel seit jeher bewährt – sie sind schnell verfügbar, einfach anwendbar und gut verträglich:
  • Kräutertee: Kamille, Pfefferminz, Fenchel, Melisse und Salbei wirken krampflösend und beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt. Studien belegen, dass Phytotherapie funktionelle Magen-Darm-Beschwerden lindern kann
  • Wärme: Wärmflasche, Kirschkernkissen oder warme Bauchwickel mit Kamillenblütensud entspannen die Bauchmuskulatur und lindern Krämpfe effektiv
  • Fenchelsamen: Kauen oder als Tee zubereiten – die enthaltenen Wirkstoffe wirken bei Blähungen, Krämpfen und Völlegefühl
  • Kümmelöl: 3–4 Tropfen vor dem Essen, mit einem Glas Wasser eingenommen, können Verdauungsbeschwerden lindern
  • Bauchmassage: Sanfte, kreisende Bewegungen im Uhrzeigersinn regen die Darmperistaltik an und können Krämpfe und Blähungen lösen
  • Schonkost: Reis, gekochte Kartoffeln, Möhren und Zwieback entlasten den Verdauungsapparat
Wichtig: Hausmittel eignen sich bei harmlosen Ursachen. Bei starken, anhaltenden oder regelmäßig wiederkehrenden Bauchschmerzen ist eine ärztliche Abklärung notwendig.
Bei wiederkehrenden Bauchschmerzen ohne erkennbare Ursache ist eine systematische, stufenweise Diagnostik empfehlenswert. Der Arzt beginnt mit einer ausführlichen Anamnese, um Beginn, Charakter, Lokalisation und Begleitsymptome zu erfassen.

Findet sich kein organischer Befund bei persistierenden Beschwerden mit Stuhlunregelmäßigkeiten und Bauchschmerzen über mehr als drei Monate, kann ein Reizdarmsyndrom vorliegen – die Diagnose erfolgt dann nach den Rom-V-Kriterien. In diesem Fall kann auch eine fachpsychologische Einschätzung sinnvoll sein.
Bei Babys sind Bauchschmerzen häufig auf Blähungen, Dreimonatskoliken oder die Umstellung der Ernährung zurückzuführen. Bei Bauchschmerzen bei Kindern helfen zunächst sanfte, nicht-medikamentöse Maßnahmen:
  • Wärme: Ein leicht angewärmtes Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche entspannt die Bauchmuskulatur (immer mit Tuch umwickeln – nie direkt auf die Haut) entspannt die Bauchmuskulatur und lindert Krämpfe
  • Kräutertee: Kamille oder Melisse sind gut verträglich und wirken beruhigend auf den Verdauungstrakt
  • Bauchmassage: Sanfte, kreisende Bewegungen im Uhrzeigersinn lösen Blähungen und lindern Krämpfe
  • Schonkost: Bei Magen-Darm-Infekten empfiehlt sich leichtverdauliche Kost wie Reis, Zwieback und Bananen
  • Ruhe, Körperkontakt und Zuwendung: Besonders bei stressbedingten Bauchschmerzen sind emotionale Sicherheit und Ruhe wichtige Therapiefaktoren. Sicherheit durch engen Körperkontakt beruhigt das Nervensystem des Babys
  • Trageposition „Flugzeug": Baby bäuchlings auf dem Unterarm tragen – der sanfte Druck auf den Bauch übt eine lindernde Wirkung bei Koliken aus
  • Ernährungsanpassung bei Stillenden: Manche Babys reagieren empfindlich auf blähende Lebensmittel der Mutter (z. B. Kohl, Hülsenfrüchte, Kuhmilch) – eine vorübergehende Anpassung kann helfen
Bei Kindern sind Bauchschmerzen häufig auch funktioneller Natur – ausgelöst durch Schulstress, Aufregung oder Ängste, ohne organischen Befund. Bei älteren Kindern kann sich zudem ein Reizdarmsyndrom entwickeln. Im Anschluss an Darminfekte werden ausgewählte Probiotika als schonende Behandlungsoption mittlerweile häufig empfohlen.

Sofort zum Kinderarzt bei sehr starken Schmerzen, Fieber, Blut im Stuhl, anhaltendem Erbrechen oder wenn das Kind blass und apathisch wirkt. Auch bei wiederholt auftretenden Beschwerden ohne erkennbare Ursache sollte eine kinderärztliche Abklärung erfolgen.
Bestimmte Begleitsymptome bei Bauchschmerzen sind ernste Warnsignale – sogenannte „Red Flags" –, die eine sofortige ärztliche Abklärung erfordern. Schmerzmittel sollten in diesen Situationen nicht auf eigene Faust eingenommen werden, da sie das klinische Bild verschleiern und eine Diagnose erschweren können.
  • Blut im Stuhl oder Erbrechen von Blut
  • Plötzlich einsetzende, extrem starke Bauchschmerzen
  • Harte, brettartig gespannte Bauchdecke
  • Hohes Fieber (ab 38,5 °C) kombiniert mit Bauchschmerzen
  • Anhaltende Ohnmacht oder schwere Kreislaufprobleme
  • Blutiger Durchfall
  • Schmerzen, die sich innerhalb von Stunden deutlich verschlimmern
  • Ungewollter Gewichtsverlust in Kombination mit Bauchschmerzen
Faustregel: Im Zweifel immer sofort zum Arzt – besonders bei Kindern, älteren Menschen und Schwangeren.
Wissenschaftlich geprüft von: Dr. Lena Bruder
Zuletzt geändert: 06.06.2026
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