Übelkeit (Nausea) & Erbrechen:
Ursachen und 5 Tipps zur Behandlung
Übelkeit (Nausea) und Erbrechen stellen unspezifische Symptome dar. Das heißt, sie können auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. Meist liegen die Ursachen von Übelkeit und Erbrechen in akuten Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, des Stoffwechsels oder des Gehirns. Aber auch die Einnahme von Medikamenten, vorangegangene Narkosen (OP), extremer Alkoholkonsum oder klassischerweise eine Schwangerschaft können, neben anderen Ursachen, Auslöser von Übelkeit und Erbrechen sein. Wir verraten, welche Ursachen und Behandlungsoptionen es bei den lästigen Symptomen gibt.
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Wie macht sich Übelkeit bemerkbar?
Übelkeit, medizinisch auch als Nausea bezeichnet, wird als unangenehmes Gefühl im Oberbauch wahrgenommen. Häufig kommt es zeitgleich zu Appetitverlust. Auch ein Druckgefühl im Magen oder Krämpfe können auftreten.
Diese begrenzen sich häufig auf den sogenannten Hypopharynx, den unteren Teil des Rachens. Bei ausgeprägter Übelkeit bemerken Betroffene einen vermehrten Speichelfluss. Im weiteren Verlauf setzt der Brechreiz ein. Trotzdem kann Übelkeit auch ohne Erbrechen auftreten. Ist der Brechreiz sehr ausgeprägt, kommt es dann zum Erbrechen. Mediziner nennen das Vomitus oder Emesis.
Je nach zugrunde liegender Ursache können weitere Symptome hinzukommen.
Besonders häufig sind folgende Kombinationen anzutreffen:
- Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit
- Kopfschmerzen und Übelkeit
- Schwindel und Übelkeit
- Rückenschmerzen und Übelkeit
- Brustschmerzen und Übelkeit
- Nackenschmerzen und Übelkeit
Gut zu wissen!
Übelkeit kann an viele weitere Symptome geknüpft sein. Zum Beispiel können Durchfall und Erbrechen die Übelkeit begleiten. Übelkeit kann auch den ganzen Tag ohne Erbrechen auftreten. Fakt ist, dass die Symptome Medizinern vieles über die zugrunde liegende Ursache verraten können.
Ein Hoch auf das Brechzentrum im Gehirn
Erbrechen und Durchfall ist für den Körper durchaus sinnvoll, denn meistens befreit er sich damit von schadhaften Substanzen. Das geht auch mit wässrigem Durchfall ohne Übelkeit. Trotzdem ist Übelkeit und plötzliches schwallartiges Erbrechen immer noch das beste und schnellste Rezept, um Unerwünschtes schnell aus dem Magen zu befördern, bevor es in den Darm oder Blutkreislauf gelangt, obwohl es alles andere als angenehm ist.
Gesteuert und koordiniert wird Übelkeit und Erbrechen im Brechzentrum, ein funktionelles Zentrum im Gehirn, das sich im Hirnstamm befindet. Menschen, die von Übelkeit betroffen sind, werden an dieser Stelle sicherlich nicht jubeln. Das Brechzentrum im Gehirn hat aber eine faszinierende Funktion.1 Im Brechzentrum werden auftretende Brechsignale empfangen, koordiniert und falls nötig umgesetzt. Spannend ist dabei die Frage, wer die Signale für Übelkeit sendet. Hier spielt der Magen-Darm-Trakt eine wichtige Rolle. Ein Druck im Magen bzw. Darm, eindringende Erreger (z. B. Norovirus), Toxine (Giftstoffe) oder Entzündungen können plötzliches schwallartiges, unangenehmes Erbrechen auslösen.1 Häufig werden die Symptome ausschließlich auf den Magen-Darm-Trakt geschoben. Es gibt aber auch noch andere Körpersysteme, die Alarm im Brechzentrum auslösen können, dazu später mehr.
Gut zu wissen!
Unterleibsschmerzen und Übelkeit treten oft auf, wenn das Brechzentrum leicht stimuliert wird. Eine stärkere Stimulation führt dann zusätzlich zum Erbrechen.
Übelkeit: Ursachen
1. Übelkeit-Ursache: Magen-Darm-Trakt
- Magen-Darm-Infekt:Bakterien und Viren können eine Magen-Darm-Grippe ohne Erbrechen und mit Erbrechen auslösen. Auch ein wässriger Durchfall ohne Erbrechen ist möglich. Die Übelkeit steht aber in den meisten Fällen im Vordergrund und kann den ganzen Tag oder länger anhalten.
- Nahrungsmittelunverträglichkeit: Auch hier kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Übelkeit nach Essen deutet darauf hin, dass bestimmte Nahrungsmittel nicht vertragen werden. Eine Fruktose- oder Laktoseunverträglichkeit ist möglich. Auch auf Gluten oder Kuhmilch können Betroffene mit Übelkeit nach dem Essen reagieren. Insbesondere ständige Übelkeit nach dem Verzehr ausgewählter Lebensmittel sollte Patienten aufhorchen lassen.
- Überlasteter Magen: Übelkeit ohne Erbrechen kann auftreten, wenn zu viel oder zu schnell gegessen wurde. Hinzu kann sich Völlegefühl und Erbrechen gesellen.
- Magenschleimhautentzündung: Eine Gastritis kann zu ausgeprägten Bauchschmerzen und Übelkeit führen. Das gilt insbesondere dann, wenn zuvor etwas gegessen wurde. Ein Druckgefühl und häufiges Aufstoßen deuten ebenfalls auf eine Magenschleimhautentzündung hin.
- Magenkrebs: Übelkeit kann gemeinsam mit Symptomen wie Völlegefühl und Aufstoßen auf ein Magenkarzinom hinweisen.
- Geschwüre: Bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren stehen Übelkeit/Erbrechen, Appetitlosigkeit, Schmerzen und Aufstoßen im Mittelpunkt. Bei blutigen Geschwüren kann es zudem zu Blut-Erbrechen und schwarzem Stuhl kommen.
- Blinddarmentzündung: Hier stehen Übelkeit, Erbrechen und starke Schmerzen im Vordergrund.
- Reizmagen oder Reizdarm: Ein Reizmagen oder ein Reizdarm kann zahlreiche Symptome auslösen. Auch Übelkeit und Erbrechen fallen darunter. Manchmal werden sie mit einer Magen-Darm-Grippe ohne Erbrechen verwechselt.
Gut zu wissen!
Im Bauchraum können ein eingeklemmter Leistenbruch, ein Darmverschluss und eine Bauchfellentzündung ebenfalls zu unangenehmen Übelkeitsbeschwerden führen.
2. Übelkeit-Ursache: Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse
Für die lebenswichtigen Körperfunktionen sind zahlreiche innere Organe verantwortlich. Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse nehmen dabei eine wichtige Rolle im Stoffwechsel ein. Stimmt hier etwas nicht, können Erbrechen und ausgeprägter Durchfall sowie manchmal Rückenschmerzen (Übelkeit inklusive) auftreten.
Alkohol:
Die Leber wandelt Alkohol zu Acetaldehyd um. Dabei handelt es sich um ein toxisches Abfallprodukt, ein Zellgift, das im weiteren Abbau-Prozess zu Essigsäure umgewandelt wird. Zu viel Essigsäure kann dann die Übelkeit nach Alkohol auslösen.
Leberentzündung:
Übelkeit ohne starkes Erbrechen, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und eine Abneigung gegen Fett können auf eine virusbedingte Leberentzündung hindeuten. Ein akutes Leberversagen kann die Folge sein.
Gallenkolik:
Übelkeit und Erbrechen sowie sehr ausgeprägte Schmerzen im rechten Oberbauch sind ein Hinweis auf eine Gallenkolik. Hier ist schnell ärztliche Hilfe gefragt.
Bauchspeicheldrüsen-entzündung:
Oberbauchschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen können eine Bauchspeicheldrüsen-entzündung begleiten. Die Krankheit kann akut oder chronisch verlaufen. Manchmal treten auch Rückenschmerzen (Übelkeit inklusive) auf. Auch bei tumorösen Veränderungen des Organs kann es zu den Beschwerden kommen.
Diabetes:
Menschen mit Diabetes (Zuckerkrankheit) können eine Stoffwechselentgleisung bemerken. Dabei stehen Übelkeit, Erbrechen und Oberbauchschmerzen im Vordergrund. Zudem kann es zu einer Bewusstseinstrübung kommen. Vorsicht! Die Stoffwechselentgleisung ist gefährlich, daher sollte sofort der Notarzt verständigt werden.
Azetonämisches Erbrechen:
ist besonders bei Klein- und Schulkindern typisch und äußert sich in heftigen Brechanfällen ohne erkennbare Ursache. Häufig tritt Azetonämisches Erbrechen bei Kindern auf, die schlecht essen. Sie kommen dann in den „Hungerstoffwechsel“. Durch den Mangel an Kohlenhydraten werden in der Leber übermäßig Ketonkörper gebildet und im Blut angehäuft, was zu starken Brechanfällen führt.
3. Übelkeit-Ursache: Herz-Kreislaufsystem
Auch wer Schwierigkeiten mit dem Herz-Kreislaufsystem hat, kann unter Übelkeit und Erbrechen leiden. Schwindel und Übelkeit sowie Kopfschmerzen und Übelkeit sind dabei keine Seltenheit.
Herzversagen (Herzschwäche):
Wenn das Herz nicht mehr richtig pumpt, können Schwäche, Übelkeit, Atemnot und Herzklopfen auftreten. Dann sollte unbedingt der Notarzt alarmiert werden. Eine Herzschwäche kann auch chronisch verlaufen. Hierbei bestehen die Symptome wie Übelkeit über Monate bis Jahre.
Herzinfarkt:
Dabei liegt ein Durchblutungsproblem vor, das zum Engegefühl in der Brust, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen und ausgeprägten Schmerzen führen kann. Eine vorübergehende Minderdurchblutung des Herzmuskels wird übrigens als Angina pectoris bezeichnet. In beiden Fällen sollte sofort ein Notarzt verständigt werden.
Aneurysma:
Ein Aortenaneurysma ist eine sackförmige Erweiterung der Hauptschlagader. Reißt ein solches Aortenaneurysma (meist im Bauchraum), treten plötzlich unerträgliche Bauchschmerzen auf, die in den Rücken ausstrahlen sowie Übelkeit und Brechreiz auslösen.
4. Übelkeit-Ursache: Gehirn
Das Gehirn kann ebenfalls eine Rolle bei Übelkeit und Erbrechen spielen. Das verwundert nicht, schließlich ist im Organismus alles miteinander verknüpft. Bei Ursachen im Gehirn rücken ausgeprägte Übelkeit und Schwindel in den Vordergrund. Dahinter können harmlose Auslöser wie Höhenschwindel oder Reiseübelkeit stecken. Übelkeit ohne starkes Erbrechen, aber mit Schwindel, kann aber auch auf sehr ernst zu nehmende Zustände zurückgeführt werden. Daher sollten andauernde Beschwerden immer beim Arzt abgeklärt werden.
Migräne:
Patienten mit Migräne wissen nur zu gut, dass Übelkeit gemeinsam mit den starken Kopfschmerzen auftreten kann.
Hirnblutung:
Wenn ein Gefäß im Kopf reißt, zum Beispiel durch Bluthochdruck oder Arteriosklerose, kann es zu unerträglichen Kopfschmerzen, Nervenausfällen und Bewusstseinsstörungen kommen. Übelkeit und Erbrechen sind ebenfalls möglich. Ein Notarzt ist sofort zu alarmieren.
Neuroborreliose:
Zecken können Erreger übertragen, die auch das Nervensystem in Gefahr bringen. Tritt eine Neuroborreliose auf, kann sich das auch anhand von Übelkeit und Erbrechen bemerkbar machen.
Kopfverletzungen:
Im Rahmen von Unfällen kann es zu Schädelprellungen und einem Schädelhirntrauma kommen. Beides kann Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.
Schlaganfall:
Plötzliche Kopfschmerzen, die gemeinsam mit Übelkeit und Erbrechen sowie Lähmungen auftreten, können auf einen Schlaganfall hindeuten. Jetzt ist schnelle Hilfe gefragt, um Spätfolgen zu vermeiden.
Sonnenstich:
Wer zu viel Zeit in der prallen Sonne verbracht hat, kann einen Sonnenstich erleiden. Dann machen sich Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen bemerkbar.
Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute:
Bewusstseinstrübung, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen sind ein Alarmsignal. Schließlich kann eine Entzündung im Gehirn dahinterstecken. Häufig wird auch ein steifer, schmerzhafter Nacken beschrieben. Hier ist ebenfalls schnelle Hilfe ratsam.
Gehirntumor:
Übelkeit, bevorzugt am Morgen, sowie Erbrechen mit andauernden Kopfschmerzen oder Ausfallerscheinungen können Indizien für einen Gehirntumor sein.
5. Übelkeit-Ursache: Nieren
Übelkeit kann auch auf ein Problem mit den Nieren hindeuten. Tatsächlich reagieren die Organe sehr empfindlich auf innere und äußere Einflüsse.
Nierenkolik:
Bei Übelkeit, Erbrechen und sehr starken Schmerzen, die in den Rücken ausstrahlen, sollte der Arzt unmittelbar verständigt werden.
Nerenbeckenentzündung:
Übelkeit kann dann auftreten, wenn eine akute Nierenbeckenentzündung besteht. Hinzu gesellen sich Fieber, Schüttelfrost und Probleme beim Wasserlassen.
Addison-Krankheit:
Liegt eine Funktionsstörung der Nebennierenrinde vor, kann das auf die Addison-Krankheit hindeuten. Dadurch, dass nur wenig oder gar keine Hormone der Nebennierenrinde hergestellt werden, kann es unter anderem zu Übelkeit, Gewichtsabnahme und allgemeiner Schwäche kommen.
6. Übelkeit-Ursache: Geschlechtsorgane
Geschlechtsorgane kommen Betroffenen nur selten in den Sinn, wenn es um Durchfall und Erbrechen oder Übelkeit geht. Tatsächlich kann aber auch im Bereich der Geschlechtsorgane bei Mann und Frau einiges schieflaufen, was dann ständige Übelkeit oder ein flaues Gefühl im Magen verursacht.
Eierstockzyste (stielgedreht):
Hormonelle Veränderungen können Eierstockzysten hervorrufen. In der Regel ist das kein Grund zur Sorge, denn sie verschwinden häufig von alleine. In seltenen Fällen kann sich die Eierstockzyste um ihren Stiel drehen und so unangenehme Beschwerden wie Übelkeit und Co. verursachen.
Hodenverdrehung:
Auch im Bereich der Hoden kann es zu einer ungewöhnlichen Drehung kommen. Dreht sich der Hoden um seine eigene Achse treten nicht nur starke Schmerzen auf, sondern häufig auch Übelkeit.
7. Übelkeit-Ursache: Augen und Ohren
Hinsichtlich der Augen und Ohren wird Übelkeit vor allem mit Schiffsreisen in Verbindung gebracht. Empfindliche Menschen reagieren sogar auf Bus- und Autofahrten. Es gibt aber noch mehr, was den inneren Frieden stören kann.
Glaukomanfall:
Ein Glaukom, auch als Grüner Star bezeichnet, ist nicht selten. Kommt es zu einem akuten Glaukomanfall machen sich Schmerzen im Bereich der Stirn und Augen bemerkbar. Eine verschwommene Sicht sowie Übelkeit sind ebenfalls typisch. Bei einem Glaukomanfall sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.
Ménière-Krankheit:
Dabei handelt es sich um eine Erkrankung im Bereich des Innenohrs. Betroffene werden durch schwindelartige Anfälle, die von Übelkeit begleitet sein können, gequält. Auch Ohrgeräusche oder eine verminderte Hörleistung sind möglich.
8. Übelkeit: Schwangerschaft als häufiger Auslöser
Übelkeit und Schwangerschaft, das ist alles andere als eine seltene Kombination. Tatsächlich tritt Übelkeit in der Schwangerschaft bei 50 bis 80 % der Frauen auf. Viele Schwangere haben insbesondere mit Übelkeit am Morgen und zu Beginn der Schwangerschaft zu kämpfen.1 Auch eine plötzlich starke Abneigung gegen ausgewählte Speisen, ständige Übelkeit oder ein bleibendes flaues Gefühl im Magen ist möglich. Auch wenn die Lebensqualität beeinträchtigt wird, Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft sind nicht krankhaft. In der Regel vergehen die unangenehmen Symptome, wenn die Frühschwangerschaft vorbei ist.
In seltenen Fällen (0,3 bis 3 % aller Schwangeren) kommt es zu einem schweren Schwangerschaftserbrechen und Übelkeit in der frühen Schwangerschaft (> 10x/Tag), das Mediziner als „Hyperemesis gravidarum“ bezeichnen. Betroffene müssen sich mehrmals am Tag und in der Nacht, auch bei leerem Magen, übergeben und können dadurch an Gewicht verlieren und Elektrolytstörungen entwickeln. Betroffene Frauen, die kraftlos sind und deutlich an Gewicht verloren haben, sollten nicht zögern, sich an Ihren Arzt zu wenden.3
Die gute Nachricht ist, dass Übelkeit und Erbrechen mit Verlauf der Schwangerschaft fast immer vergehen. Übelkeit während der Schwangerschaft ist in der Regel ab der 14. Schwangerschaftswoche kein Thema mehr.
Gut zu wissen!
Wer in der Schwangerschaft von Übelkeit begleitet wird, sollte auf eine ausreichende Essensaufnahme achten. Ein Stück Brot auf dem Nachttisch kann die morgendlichen Beschwerden vertreiben.
Sonstige Ursachen für Übelkeit
Angst, Ekel, Schmerz und Aufregung – das alles sind Gefühle, die Übelkeit hervorrufen können. Übelkeit und Erbrechen treten häufig auch nach einer Operation mit Narkose auf, womit diese die häufigsten postoperativen Nebenwirkungen darstellen. Manchmal kann Übelkeit inkl. eines wässrigen Durchfalls ohne starkes Erbrechen auch auf Medikamente zurückgeführt werden.
Arzneimittel wie Antibiotika und hochdosierte Eisentabletten begünstigen leichte Übelkeit und Magenprobleme. Auch viele Krebspatienten sind davon betroffen, denn Übelkeit und Erbrechen zählen zu den häufigsten Nebenwirkungen einiger Krebsbehandlungen (v. a. Chemotherapie).
Auch Genussmittel wie Nikotin und Koffein können lästige Symptome wie Übelkeit entstehen lassen, insbesondere dann, wenn zu viel davon konsumiert wird. Chemische Gifte, zu denen Kupfer und Blei gehört, oder Drogen werden ebenfalls mit Übelkeit in Verbindung gebracht.
Nicht zuletzt kann eine Lebensmittelvergiftung dazu führen, dass Betroffene Galle erbrechen und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl empfinden.
Übelkeit: wann zum Arzt?
Bei akuter Übelkeit kommen meist harmlose Auslöser in Betracht. Besteht sie dauerhaft, sollte jedoch der Ursache unbedingt auf den Grund gegangen werden. Führt die Übelkeit zu starkem Erbrechen, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen.
Das gilt insbesondere dann, wenn Erbrechen beim Kleinkind oder geschwächten Personen auftritt oder auch wenn „Blut erbrechen“ ein Thema ist. Um den Wasserhaushalt nicht zu gefährden, sollte wässriger Durchfall, auch ohne Übelkeit, unbedingt behandelt werden. Ansonsten droht der Körper auszutrocknen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn das Erbrochene wie Kaffeesatz aussieht. Das deutet darauf hin, dass Blutungen im Magen bestehen.1
Bei folgenden Symptomen sollte unbedingt ein Arzt um Rat gefragt werden:
- dauerhafte oder wiederkehrende Übelkeit
- häufiges, schmerzhaftes Galle-Erbrechen
- anhaltendes Erbrechen beim Kind
- Übelkeit und starker Durchfall
- Blut erbrechen
- Begleiterscheinungen wie starke Schmerzen, Bewusstseinsstörungen, Fieber
Gut zu wissen!
Erbrechen (Kind, geschwächter Patient) sollte stets beobachtet werden. Muss sich ein Kleinkind erbrechen, sollte es regelmäßig zum Trinken animiert werden. Damit wird einem Austrocknen entgegengewirkt. Beim Baby kann die Fontanelle auf dem Kopf einen Hinweis darauf liefern. Ist sie eingesunken, deutet das auf einen Flüssigkeitsverlust hin.4
Übelkeit: Diagnostik beim Arzt
Wer mit Übelkeit einen Mediziner aufsucht, wird zunächst eingehend befragt. In einem Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese) kann die Krankengeschichte in Erfahrung gebracht werden. Zudem ergeben sich durch den Austausch wertvolle Informationen zu den möglichen Auslösern.
Folgende Fragen kann der Mediziner stellen:
- Seit wann besteht die Übelkeit?
- Gibt es Begleiterscheinungen wie Erbrechen, Fieber oder Schmerzen?
- Ist die Übelkeit an Mahlzeiten geknüpft?
- Falls erbrochen wurde, wie sah das Erbrochene aus?
- Werden Medikamente eingenommen?
- Liegen chronische Erkrankungen vor?
- Wie lange hält das flaue Gefühl im Magen in der Regel an?
- Blutuntersuchungen
- Untersuchung von Urin oder Stuhl
- Röntgenaufnahmen
- Ultraschalluntersuchungen
- Messung des Drucks in den Augen oder im Gehirn
- Spiegelung von Magen oder Darm
- EKG (Elektrokardiogramm)
Was tun bei Übelkeit: Behandlung
Bei Betroffenen steht die Frage: „Übelkeit, was tun“ im Vordergrund. Die Beschwerden können den Alltag stark belasten, und so greifen Patienten gerne zu einem Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen mit schneller Wirkung. Mediziner bezeichnen diese speziellen Tabletten gegen Übelkeit als Antiemetika (Antibrechmittel).2
Ein andauerndes Beschwerdebild sollte stets ärztlich abgeklärt werden. Schließlich sind die Ursachen nicht immer harmlos.
Wenn es neben Übelkeit auch zu Erbrechen kommt, muss die verlorene Flüssigkeit unbedingt wieder aufgenommen werden. Hierbei ist es besonders wichtig, die richtige Zusammensetzung der Körpersalze zu beachten. Mit Trinklösungen, die ein Gemisch aus Elektrolyten und Glucose enthalten, können Flüssigkeitsdefizite ausgeglichen werden. Wer zu schwach zum Trinken ist, benötigt Infusionen, bei denen die Flüssigkeitsgabe über die Vene erfolgt.
Mittel gegen Übelkeit gibt es viele. In Apotheken sind sie teilweise frei verkäuflich. Diese Medikamente können durchaus sinnvoll sein, wenn die Übelkeit auf harmlose Ursachen zurückgeführt werden kann. Dazu zählen zum Beispiel ein beherztes Schlemmen beim Weihnachtsmahl oder Reiseübelkeit. Ein Apotheker kann also dabei helfen, die Frage „Was hilft schnell gegen Übelkeit und Erbrechen?“ zu beantworten.2
Ein Mittel gegen Übelkeit aus der Apotheke ist jedoch nicht immer erforderlich. Glücklicherweise gibt es viele Hausmittel gegen Übelkeit, die bei den lästigen Beschwerden ebenso helfen können.
Übelkeit: 5 Hausmittel, die gegen Erbrechen helfen
Hausmittel gegen Erbrechen sind beliebt. Kein Wunder, denn damit wird der Gang zur Apotheke in der Regel überflüssig. Wir haben uns mit der Frage beschäftigt: Was hilft gegen Übelkeit und Erbrechen? Gibt es „das“ beste Mittel gegen Übelkeit?
Übelkeit und Erbrechen: wie Innobiotica unterstützen
Bei Übelkeit und Erbrechen wird der Fokus häufig auf den Magen gelegt. Vor allem für Personen, die an einem Reizmagen leiden, lohnt es sich jedoch auch den Darm genauer unter die Lupe zu nehmen.
Schaut man nämlich genau hin, liegt die Ursache des Reizmagens gar nicht im Magen. Obwohl die Beschwerden dort auftreten, liegt deren Quelle im ersten Teil des Dünndarms, dem sogenannten Zwölffingerdarm. Bei Betroffenen ist die Zusammensetzung der in diesem Bereich siedelnden Darmbakterien (das sogenannte Mikrobiom) aus dem Gleichgewicht geraten. Mit weitreichenden Folgen.
Viele Betroffene klagen über ein vorzeitiges Sättigungs- und Völlegefühl, andere über Magenschmerzen, Sodbrennen, Aufstoßen, Übelkeit oder gar Erbrechen.
Eine ausgewogene und schonende Ernährung, das Vermeiden von Stress und Infekten helfen dabei, den Darm wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Zudem gibt es die Möglichkeit, auf mikrobiologische Präparate zu setzen,die gezielt für spezifische Bedürfnisse entwickelt wurden (Innobiotica). Beispielsweise mit zwei spezifischen, genau den Erfordernissen eines Reizmagens angepassten Bakterienstämmen Bacillus coagulans MY01 und Bacillus subtilis MY02 (enthalten in Innovall (R) FD). Sie wirken im Dünndarm und hemmen dort unter anderem Entzündungsprozesse, erhöhen die Konzentration verdauungswichtiger Enzyme und normalisieren wieder die Kommunikation zwischen Darm und Hirn.
Eine gute Zusammensetzung der Darmflora wirkt sich unmittelbar auf das Wohlbefinden aus und kann Beschwerden wie Übelkeit sowie Erbrechen entgegenwirken.