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Übelkeit (Erbrechen): Ursachen und 5 Tipps zur Behandlung

Übelkeit und Erbrechen stellen unspezifische Symptome dar. Das heißt, sie können auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. Meist liegen die Ursachen von Übelkeit und Erbrechen in akuten Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, des Stoffwechsels oder des Gehirns. Aber auch die Einnahme von Medikamenten, vorangegangene Narkosen (OP), extremer Alkoholkonsum oder klassischerweise eine Schwangerschaft können, neben anderen Ursachen, Auslöser von Übelkeit und Erbrechen sein. Wir verraten, welche Ursachen und Behandlungsoptionen es bei den lästigen Symptomen gibt.

Das Wichtigste in Kürze

Übelkeit und Erbrechen können auf zahlreiche harmlose Ursachen aber auch Erkrankungen zurückgeführt werden.

Häufig treten Übelkeit und Erbrechen auch begleitend in der Schwangerschaft auf.

Hausmittel wie Kräutertee, Schonkost und Melissenblätter sind empfehlenswert.

Probiotika können das Gleichgewicht im Darm wiederherstellen und so Übelkeit entgegenwirken.

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Übelkeit kann mit und ohne Erbrechen auftreten.

Wie macht sich Übelkeit bemerkbar?

Übelkeit, medizinisch auch als Nausea bezeichnet, wird als unangenehmes Gefühl im Oberbauch wahrgenommen. Häufig kommt es zeitgleich zu Appetitverlust. Auch ein Druckgefühl im Magen oder Krämpfe können sich hinzugesellen.
Diese begrenzen sich häufig auf den sogenannten Hypopharynx, den unteren Teil des Rachens. Bei ausgeprägter Übelkeit bemerken Betroffene einen vermehrten Speichelfluss. Im weiteren Verlauf setzt der Brechreiz ein. Ist dieser sehr ausgeprägt, kommt es dann zum Erbrechen. Mediziner nennen das Vomitus oder Emesis.
Je nach zugrunde liegender Ursache können weitere Symptome hinzukommen.

Besonders häufig sind folgende Kombinationen anzutreffen:

  • Schwindel und Übelkeit
  • Rückenschmerzen und Übelkeit
  • Brustschmerzen und Übelkeit
  • Nackenschmerzen und Übelkeit

Gut zu wissen!
Übelkeit kann an viele weitere Symptome geknüpft sein. Zum Beispiel können Durchfall und Erbrechen die Übelkeit begleiten. Es gibt aber genauso Übelkeit ohne Erbrechen. Fakt ist, dass die Symptome Medizinern vieles über die zugrunde liegende Ursache verraten können.

Ein Hoch auf das Brechzentrum im Gehirn

Erbrechen und Durchfall ist für den Körper durchaus sinnvoll, denn meisten möchte er sich damit von schadhaften Substanzen befreien. Das kann er natürlich auch mit wässrigem Durchfall ohne Übelkeit. Trotzdem ist Übelkeit und plötzliches schwallartiges Erbrechen immer noch das beste und schnellste Rezept, um Unerwünschtes schnell aus dem Magen zu befördern, bevor es in den Darm oder Blutkreislauf gelangt.

Gesteuert und koordiniert wird Übelkeit und Erbrechen im Brechzentrum, ein funktionelles Zentrum im Gehirn, das sich im Hirnstamm befindet. Menschen, die von Übelkeit betroffen sind, werden an dieser Stelle sicherlich nicht jubeln. Das Brechzentrum im Gehirn hat aber eine faszinierende Funktion.1 Im Brechzentrum werden auftretende Brechsignale empfangen, koordiniert und falls nötig in die Tat umgesetzt. Spannend ist dabei die Frage, wer die Signale für Übelkeit sendet. Hier spielt der Magen-Darm-Trakt eine wichtige Rolle. Ein Druck im Magen bzw. Darm, eindringende Erreger (z.B. Norovirus), Toxine (Giftstoffe) oder Entzündungen können plötzliches schwallartiges, unangenehmes Erbrechen auslösen.1 Häufig werden die Symptome ausschließlich auf den Magen-Darm-Trakt geschoben. Es gibt aber auch noch andere Körpersysteme, die Alarm im Brechzentrum auslösen können, dazu später mehr.

Gut zu wissen!
Unterleibsschmerzen und Übelkeit treten oft auf, wenn das Brechzentrum leicht stimuliert wird. Eine stärkere Stimulation führt dann zusätzlich zum Erbrechen.

Übelkeit: Ursachen

Die Ursachen von Übelkeit geben nicht selten Rätsel auf. Manchmal liegen die Auslöser auf der Hand. Übelkeit nach Alkohol gehört zum Beispiel dazu. Wer seinen Magen mit Alkohol geärgert hat, kann jedenfalls häufig mit Schwindel und Übelkeit rechnen. Mediziner müssen mit Blick auf ständige Übelkeit oft viel tiefer graben, um z.B. gemeinsam auftretenden Beschwerden wie Kopfschmerzen und Übelkeit auf die Spur zu kommen.
Wir sehen uns die Klassiker und weniger häufige Phänomene an, die Schwindel, Übelkeit und Co. Bewirken können.2

1. Übelkeit-Ursache: Magen-Darm-Trakt

Zugegeben, Übelkeit und Erbrechen lassen zunächst meist an das Verdauungssystem denken, vor allem bei Magenschmerzen und Übelkeit. Auch Übelkeit nach dem Essen deutet auf ein Problem im Magen oder Darm hin. Dennoch gibt es auch im Verdauungstrakt viele mögliche Ursachen, die teilweise vom Arzt abgeklärt werden müssen:

Die Übelkeit entsteht in vielen Fällen im Bauchraum.
  • Magen-Darm-Infekt:
    Bakterien und Viren können eine Magen-Darm-Grippe ohne Erbrechen und mit Erbrechen auslösen. Auch ein wässriger Durchfall ohne Erbrechen ist möglich. Die Übelkeit steht aber in den meisten Fällen im Vordergrund.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit: Auch hier kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Übelkeit nach Essen deutet darauf hin, dass bestimmte Nahrungsmittel nicht vertragen werden. Eine Fruktose- oder Laktoseunverträglichkeit ist möglich. Auch auf Gluten oder Kuhmilch können Betroffene mit Übelkeit nach dem Essen reagieren. Insbesondere ständige Übelkeit nach dem Verzehr ausgewählter Lebensmittel sollte Patienten aufhorchen lassen.
  • Überlasteter Magen:
    Übelkeit ohne Erbrechen kann auftreten, wenn zu viel oder zu schnell gegessen wurde. Hinzu kann sich Völlegefühl und Erbrechen gesellen.
  • Magenschleimhautentzündung: Eine Gastritis kann zu ausgeprägten Bauchschmerzen und Übelkeit führen. Das gilt insbesondere dann, wenn zuvor etwas gegessen wurde. Ein Druckgefühl und häufiges Aufstoßen deuten ebenfalls auf eine Magenschleimhautentzündung hin.
  • Magenkrebs:
    Übelkeit kann gemeinsam mit Symptomen wie Völlegefühl und Aufstoßen auf ein Magenkarzinom hinweisen.
  • Geschwüre:
    Bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren stehen Übelkeit/Erbrechen, Appetitlosigkeit, Schmerzen und Aufstoßen im Mittelpunkt. Bei blutigen Geschwüren kann es zudem zu Blut-Erbrechen und schwarzem Stuhl kommen.
  • Blinddarmentzündung:
    Hier stehen Übelkeit, Erbrechen und starke Schmerzen im Vordergrund.
  • Reizmagen oder Reizdarm:
    Ein Reizmagen oder ein Reizdarm kann zahlreiche Symptome auslösen. Auch Übelkeit und Erbrechen fallen darunter. Manchmal werden sie mit einer Magen-Darm-Grippe ohne Erbrechen verwechselt.

Gut zu wissen!
Im Bauchraum können ein eingeklemmter Leistenbruch, ein Darmverschluss und eine Bauchfellentzündung ebenfalls zu unangenehmen Übelkeitsbeschwerden führen.

Azetonämisches Erbrechen betrifft vor allem sehr schlanke Kinder.

2. Übelkeit-Ursache: Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse

Für die lebenswichtigen Körperfunktionen sind zahlreiche innere Organe verantwortlich. Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse nehmen dabei eine wichtige Rolle im Stoffwechsel ein. Stimmt hier etwas nicht, können Erbrechen und ausgeprägter Durchfall sowie manchmal Rückenschmerzen (Übelkeit inklusive) auftreten.

Alkohol:
Die Leber wandelt Alkohol zu Acetaldehyd um. Dabei handelt es sich um ein toxisches Abfallprodukt, ein Zellgift, das im weiteren Abbau-Prozess zu Essigsäure umgewandelt wird.
Zu viel Essigsäure kann dann die Übelkeit nach Alkohol auslösen.

Leberentzündung:
Übelkeit ohne starkes Erbrechen, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und eine Abneigung gegen Fett können auf eine virusbedingte Leberentzündung hindeuten.
Ein akutes Leberversagen kann die Folge sein.

Gallenkolik:
Übelkeit und Erbrechen sowie sehr ausgeprägte Schmerzen im rechten Oberbauch sind ein Hinweis auf eine Gallenkolik.
Hier ist schnell ärztliche Hilfe gefragt.

Bauchspeicheldrüsen-entzündung:
Oberbauchschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen können eine Bauchspeicheldrüsen-entzündung begleiten. Die Krankheit kann akut oder chronisch verlaufen. Manchmal treten auch Rückenschmerzen (Übelkeit inklusive) auf. Auch bei tumorösen Veränderungen des Organs kann es zu den Beschwerden kommen.

Alarmstufe Rot: wenn der Stoffwechsel Übelkeit hervorruft
Diabetes:
Menschen mit Diabetes (Zuckerkrankheit) können eine Stoffwechselentgleisung bemerken. Dabei stehen Übelkeit, Erbrechen und Oberbauchschmerzen im Vordergrund. Zudem kann es zu einer Bewusstseinstrübung kommen. Vorsicht! Die Stoffwechselentgleisung ist gefährlich, daher sollte sofort der Notarzt verständigt werden.

Azetonämisches Erbrechen:
ist besonders bei Klein- und Schulkindern typisch und äußert sich in heftigen Brechanfälle ohne erkennbare Ursache. Häufig tritt Azetonämisches Erbrechen bei Kindern auf, die schlecht essen. Sie kommen dann in den „Hungerstoffwechsel“. Durch den Mangel an Kohlenhydraten werden in der Leber übermäßig Ketonkörper gebildet und im Blut angehäuft, was zu starken Brechanfällen führt.

3. Übelkeit-Ursache: Herz-Kreislaufsystem

Wer hätte das gedacht, auch wer Schwierigkeiten mit dem Herz-Kreislaufsystem hat, kann unter Übelkeit und Erbrechen leiden. Schwindel und Übelkeit sowie Kopfschmerzen und Übelkeit sind dabei keine Seltenheit.

Herzversagen (Herzschwäche):
Wenn das Herz nicht mehr richtig pumpt, können Schwäche, Übelkeit, Atemnot und Herzklopfen auftreten. Dann sollte unbedingt der Notarzt alarmiert werden. Eine Herzschwäche kann auch chronisch verlaufen. Hierbei bestehen die Symptome wie Übelkeit über Monate bis Jahre.

Herzinfarkt:
Dabei liegt ein Durchblutungsproblem vor, das zum Engegefühl in der Brust, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen und ausgeprägten Schmerzen führen kann. Eine vorübergehende Minderdurchblutung des Herzmuskels wird übrigens als Angina pectoris bezeichnet. In beiden Fällen sollte sofort ein Notarzt verständigt werden.

Aneurysma:
Ein Aortenaneurysma ist eine sackförmige Erweiterung der Hauptschlagader. Reißt ein solches Aortenaneurysma (meist im Bauchraum), treten plötzlich unerträgliche Bauchschmerzen auf, die in den Rücken ausstrahlen sowie Übelkeit und Brechreiz auslösen.

4. Übelkeit-Ursache: Gehirn

Das Gehirn kann ebenfalls eine Rolle bei Übelkeit und Erbrechen spielen. Das verwundert nicht, schließlich ist im Organismus alles miteinander verknüpft. Bei Ursachen im Gehirn rücken ausgeprägte Übelkeit und Schwindel in den Vordergrund. Dahinter können harmlose Auslöser wie Höhenschwindel oder Reiseübelkeit stecken. Übelkeit ohne starkes Erbrechen, aber mit Schwindel, kann aber auch auf sehr ernst zu nehmende Zustände zurückgeführt werden. Daher sollten andauernde Beschwerden immer beim Arzt abgeklärt werden.

Migräneattacken gehen häufig mit Übelkeit und Erbrechen einher.

Migräne: Patienten mit Migräne wissen nur zu gut, dass Übelkeit gemeinsam mit den starken Kopfschmerzen auftreten kann.

Hirnblutung: Wenn ein Gefäß im Kopf reißt, zum Beispiel durch Bluthochdruck oder Arteriosklerose, kann es zu unerträglichen Kopfschmerzen, Nervenausfällen und Bewusstseinsstörungen kommen. Übelkeit und Erbrechen sind ebenfalls möglich. Ein Notarzt ist sofort zu alarmieren.

Neuroborreliose: Zecken können Erreger übertragen, die auch das Nervensystem in Gefahr bringen. Tritt eine Neuroborreliose auf, kann sich das auch anhand von Übelkeit und Erbrechen bemerkbar machen.

Kopfverletzungen: Im Rahmen von Unfällen kann es zu Schädelprellungen und einem Schädelhirntrauma kommen. Beides kann Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.

Schlaganfall: Plötzliche Kopfschmerzen, die gemeinsam mit Übelkeit und Erbrechen sowie Lähmungen auftreten, können auf einen Schlaganfall hindeuten. Jetzt ist schnelle Hilfe gefragt, um Spätfolgen zu vermeiden.

Sonnenstich: Wer zu viel Zeit in der prallen Sonne verbracht hat, kann einen Sonnenstich erleiden. Dann machen sich Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen bemerkbar.

Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute: Bewusstseinstrübung, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen sind ein Alarmsignal. Schließlich kann eine Entzündung im Gehirn dahinterstecken. Häufig wird auch ein steifer, schmerzhafter Nacken beschrieben. Hier ist ebenfalls schnelle Hilfe ratsam.

Gehirntumor: Übelkeit, bevorzugt am Morgen, sowie Erbrechen mit andauernden Kopfschmerzen oder Ausfallerscheinungen können Indizien für einen Gehirntumor sein.

5. Übelkeit-Ursache: Nieren

Übelkeit kann auch auf ein Problem mit den Nieren hindeuten. Tatsächlich reagieren die Organe sehr empfindlich auf innere und äußere Einflüsse.

Nierenkolik: Bei Übelkeit, Erbrechen und sehr starken Schmerzen, die in den Rücken ausstrahlen, sollte der Arzt unmittelbar verständigt werden.

Nierenbeckenentzündung: Übelkeit kann dann auftreten, wenn eine akute Nierenbeckenentzündung besteht. Hinzu gesellen sich Fieber, Schüttelfrost und Probleme beim Wasserlassen.

Addison-Krankheit: Liegt eine Funktionsstörung der Nebennierenrinde vor, kann das auf die Addison-Krankheit hindeuten. Dadurch, dass nur wenig oder gar keine Hormone der Nebennierenrinde hergestellt werden, kann es unter anderem zu Übelkeit, Gewichtsabnahme und allgemeiner Schwäche kommen.

6. Übelkeit-Ursache: Geschlechtsorgane

Geschlechtsorgane kommen Betroffenen nur selten in den Sinn, wenn es um Durchfall und Erbrechen oder Übelkeit geht. Tatsächlich kann aber auch im Bereich der Geschlechtsorgane bei Mann und Frau einiges schieflaufen, was dann die Beschwerden verursacht.

Eierstockzyste (stielgedreht): Hormonelle Veränderungen können Eierstockzysten hervorrufen. In der Regel ist das kein Grund zur Sorge, denn sie verschwinden häufig von alleine. In seltenen Fällen kann sich die Eierstockzyste um ihren Stiel drehen und so unangenehme Beschwerden wie Übelkeit und Co. verursachen.

Hodenverdrehung: Auch im Bereich der Hoden kann es zu einer ungewöhnlichen Drehung kommen. Dreht sich der Hoden um seine eigene Achse treten nicht nur starke Schmerzen auf, sondern häufig auch Übelkeit.

7. Übelkeit-Ursache: Augen und Ohren

Hinsichtlich der Augen und Ohren wird Übelkeit vor allem mit Schiffsreisen in Verbindung gebracht. Empfindliche Menschen reagieren sogar auf Bus- und Autofahrten. Es gibt aber noch mehr, was den inneren Frieden stören kann.

Glaukomanfall: Ein Glaukom, auch als Grüner Star bezeichnet, ist nicht selten. Kommt es zu einem akuten Glaukomanfall machen sich Schmerzen im Bereich der Stirn und Augen bemerkbar. Eine verschwommene Sicht sowie Übelkeit sind ebenfalls typisch. Bei einem Glaukomanfall sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Ménière-Krankheit: Dabei handelt es sich um eine Erkrankung im Bereich des Innenohrs. Betroffene werden durch schwindelartige Anfälle, die von Übelkeit begleitet sein können, gequält. Auch Ohrgeräusche oder eine verminderte Hörleistung sind möglich.

8. Übelkeit: Schwangerschaft als häufiger Auslöser

Übelkeit und Schwangerschaft, das ist alles andere als eine seltene Kombination. Tatsächlich tritt Übelkeit in der Schwangerschaft bei 50 bis 80% der Frauen auf. Viele Schwangere haben insbesondere mit Übelkeit am Morgen und zu Beginn der Schwangerschaft zu kämpfen.1 Auch eine plötzlich starke Abneigung gegen ausgewählte Speisen ist möglich. Auch wenn die Lebensqualität beeinträchtgt wird, Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft sind nicht krankhaft. In der Regel vergehen die unangenehmen Symptome, wenn die Frühschwangerschaft vorbei ist.
In seltenen Fällen (0,3 bis 3 % aller Schwangeren) kommt es zu einem schweren Schwangerschaftserbrechen und Übelkeit in der frühen Schwangerschaft (> 10x/Tag), das Mediziner als „Hyperemesis gravidarum“ bezeichnen. Betroffene müssen sich mehrmals am Tag und in der Nacht, auch bei leerem Magen, übergeben und können dadurch an Gewicht verlieren und Elektrolytstörungen entwickeln. Betroffene Frauen die kraftlos sind und deutlich an Gewicht verloren haben sollten nicht zögern Sie sich an Ihren Arzt zu wenden.3
Die gute Nachricht ist, dass Übelkeit und Erbrechen mit Verlauf der Schwangerschaft fast immer vergehen. Übelkeit während der Schwangerschaft ist in der Regel ab der 14. Schwangerschaftswoche kein Thema mehr.

Gut zu wissen!
Wer in der Schwangerschaft von Übelkeit begleitet wird, sollte auf eine ausreichende Essensaufnahme achten. Ein Stück Brot auf dem Nachttisch, kann die morgendlichen Beschwerden vertreiben.

Bei anhaltender Übelkeit und Erbrechen sollte eine ärztliche Abklärung über mögliche Ursachen erfolgen.

Sonstige Ursachen für Übelkeit

Angst, Ekel, Schmerz und Aufregung – das alles sind Gefühle, die Übelkeit hervorrufen können. Übelkeit und Erbrechen treten häufig auch nach einer Operation mit Narkose auf, womit diese die wichtigsten postoperativen Nebenwirkungen darstellen. Manchmal kann Übelkeit inkl. eines wässrigen Durchfalls ohne starkes Erbrechen auch auf Medikamente zurückgeführt werden.
Arzneimittel wie Antibiotika und hochdosierte Eisentabletten begünstigen leichte Übelkeit und Magenprobleme. Auch viele Krebspatienten sind davon betroffen, denn Übelkeit und Erbrechen zählen zu den häufigsten Nebenwirkungen einiger Krebsbehandlungen (v.a. Chemotherapie).

Auch Genussmittel wie Nikotin und Koffein können lästige Symptome wie Übelkeit entstehen lassen, insbesondere dann, wenn zu viel davon konsumiert wird. Chemische Gifte, zu denen Kupfer und Blei gehört, oder Drogen werden ebenfalls mit Übelkeit in Verbindung gebracht.

Nicht zuletzt kann eine Lebensmittelvergiftung dazu führen, dass Betroffene Galle erbrechen und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl empfinden.

Übelkeit: wann zum Arzt?

Bei akuter Übelkeit kommen meist harmlose Auslöser in Betracht. Besteht sie dauerhaft, sollte jedoch der Ursache unbedingt auf den Grund gegangen werden. Führt die Übelkeit zu starkem Erbrechen, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen.
Das gilt insbesondere dann, wenn Erbrechen beim Kleinkind oder geschwächten Personen auftritt oder auch wenn „Blut erbrechen“ ein Thema ist. Um den Wasserhaushalt nicht zu gefährden, sollte wässriger Durchfall, auch ohne Übelkeit, unbedingt behandelt werden. Ansonsten droht der Körper auszutrocknen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn das Erbrochene wie Kaffeesatz aussieht. Das deutet darauf hin, dass Blutungen im Magen bestehen.1

Eine eingesunkene Fontanelle weißt auf einen Flüssigkeitsmangel hin.

Bei folgenden Symptomen sollte unbedingt ein Arzt um Rat befragt werden:

  • dauerhafte oder wiederkehrende Übelkeit
  • häufiges, schmerzhaftes Galle erbrechen
  • anhaltendes Erbrechen beim Kind
  • Übelkeit und starker Durchfall
  • Blut erbrechen
  • Begleiterscheinungen wie starke Schmerzen, Bewusstseinsstörungen, Fieber

Gut zu wissen!
Erbrechen (Kind, geschwächter Patient) sollte stets beobachtet werden. Muss ein Kleinkind sich erbrechen, sollte es regelmäßig zum Trinken animiert werden. Damit wird einem Austrocknen entgegengewirkt. Beim Baby kann die Fontanelle auf dem Kopf einen Hinweis darauf liefern. Ist sie eingesunken, deutet das auf Flüssigkeitsverlust hin.4

Übelkeit: Diagnostik beim Arzt

Wer mit Übelkeit einen Mediziner aufsucht, wird zunächst eingehend befragt. In dem Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese) kann die Krankengeschichte in Erfahrung gebracht werden. Zudem ergeben sich durch den Austausch wertvolle Informationen zu den möglichen Auslösern.
Folgende Fragen kann der Mediziner stellen:

  1. Seit wann besteht die Übelkeit?
  2. Gibt es Begleiterscheinungen wie Erbrechen, Fieber oder Schmerzen?
  3. Ist die Übelkeit an Mahlzeiten geknüpft?
  4. Falls erbrochen wurde, wie sah das Erbrochene aus?
  5. Werden Medikamente eingenommen?
  6. Liegen chronische Erkrankungen vor?

Um die Frage zu klären: „Was hilft gegen Erbrechen“, muss zunächst die zugrunde liegende Ursache ermittelt werden. Da es zahlreiche potenzielle Übeltäter gibt, ist es häufig sinnvoll, verschiedene Untersuchungen durchzuführen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Übelkeit lange anhält oder ständig wiederkehrt.5

Dazu kann der Arzt folgende Verfahren einleiten:

  • Blutuntersuchungen
  • Untersuchung von Urin oder Stuhl
  • Röntgenaufnahmen
  • Ultraschalluntersuchungen
  • Messung des Drucks in den Augen oder im Gehirn
  • Spiegelung von Magen oder Darm
  • EKG (Elektrokardiogramm)

Übelkeit: Behandlung

Bei Betroffenen steht die Frage: „Übelkeit, was tun“ im Vordergrund. Die Beschwerden können den Alltag stark belasten und so greifen Patienten gerne zu einem Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen mit schneller Wirkung. Mediziner bezeichnen diese speziellen Tabletten gegen Übelkeit als Antiemetika (Antibrechmittel).2

Ein andauerndes Beschwerdebild sollte stets ärztlich abgeklärt werden. Schließlich sind die Ursachen nicht immer harmlos.
Wenn es neben Übelkeit auch zu Erbrechen kommt, muss die verlorene Flüssigkeit unbedingt wieder aufgenommen werden. Hierbei ist es besonders wichtig, die richtige Zusammensetzung der Körpersalze zu beachten. Mit Trinklösungen, die ein Gemisch aus Elektrolyten und Glucose enthalten, können Flüssigkeitsdefizite ausgeglichen werden. Wer zu schwach zum Trinken ist, benötigt Infusionen, bei denen die Flüssigkeitsgabe über die Vene erfolgt.

Was hilft gegen Übelkeit?

Mittel gegen Übelkeit gibt es viele. In Apotheken sind sie teilweise frei verkäuflich. Diese Medikamente können durchaus sinnvoll sein, wenn die Übelkeit auf harmlose Ursachen zurückgeführt werden kann. Dazu zählen zum Beispiel ein beherztes Schlemmen beim Weihnachtsmahl oder Reiseübelkeit. Ein Apotheker kann also dabei helfen, die Frage „Was hilft schnell gegen Übelkeit und Erbrechen?“ zu beantworten.2
Ein Mittel gegen Übelkeit aus der Apotheke ist jedoch nicht immer erforderlich. Glücklicherweise gibt es viele Hausmittel gegen Übelkeit, die bei den lästigen Beschwerden ebenso helfen können.

Hausmittel sind auch bei Übelkeit oft hilfreich.

Übelkeit: 5 Hausmittel, die helfen

Hausmittel gegen Erbrechen sind beliebt. Kein Wunder, denn damit wird der Gang zur Apotheke in der Regel überflüssig. Wir haben uns mit der Frage beschäftigt: Was hilft gegen Übelkeit und Erbrechen? Hier kommen die Antworten.

1. Tee gegen Übelkeit

Wohltemperierter Kräuter-Tee kann das richtige Hausmittel gegen Übelkeit sein, denn einige Teesorten enthalten Heilkräuter die verdauungsfördernd und krampflösend wirken. Insbesondere Anis, Kümmel und Fenchel sind empfehlenswert. Auch Kamillen- und Ingwertee können lästigen Muskelkrämpfen im Magen-Darm-Trakt entgegenwirken. Als besonderes Plus enthalten sie entzündungshemmende Inhaltsstoffe. Spannend ist, dass Ingwertee sogar bei chemotherapiebedingter Übelkeit helfen soll.6

In der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Bestimmte Pflanzenbestandteile können schließlich Wehen fördern. Das wird häufig in Bezug auf die tolle Knolle Ingwer behauptet. Um Sicherheit zu erlangen, sollten Schwangere zunächst ihren Frauenarzt befragen.

Gut zu wissen!
Auch stilles Wasser, mit einigen Tropfen Zitronensaft angereichert, gilt als Hausmittel bei Übelkeit. Auch der Duft von Lavendel, Kardamom, Anis oder Ingwer kann den Brechreiz dämpfen (Aromatherapie).7,8

2. Melissenblätter kauen

Melisse gehört nicht ohne Grund zu den Heilpflanzen. Sie könnte eine wichtige Antwort auf die Frage: „Was tun bei Übelkeit“ liefern.9 Das Gewächs enthält ätherische Öle wie Citral, Eugenölglykosid und Geraniol. Die Heilpflanze besitzt dadurch schmerzstillende, krampflösende und beruhigende Eigenschaften.
Das kommt vor allem dem Magen und Darm zugute. Die Anwendung ist dabei ganz einfach. Frische Melissenblätter werden sorgfältig gekaut, und zwar so lange, bis der typische Melissen-Geschmack nachlässt. Danach werden sie natürlich aus dem Mund genommen.

Gut zu wissen!
Bis zum Kauen der nächsten Melissenblätter sollte eine halbe Stunde abgewartet werden.

3. Schonkost

Wenn sich der Magen angegriffen zeigt, ist Schonkost angesagt. Das Hausmittel gegen Erbrechen hilft insofern, dass der Bauch nicht durch große Portionen oder schwere Kost überfordert ist. Vor allem, wenn Entzündungen oder Infektionen vorliegen, braucht das Verdauungssystem Ruhe.
Zwieback kann helfen, den kleinen Hunger zu stillen und ist gut verträglich. Gemüsebrühe liefert nicht nur Flüssigkeit, sondern auch notwendige Elektrolyte. Die Brühe sollte nicht zu heiß sein und nur schluckweise getrunken werden.

Gut zu wissen!
Die Schonkost sollte nach und nach gesteigert werden. Zerkleinerte Kartoffel mit etwas Butter und leicht verdauliches Gemüse sind ebenfalls ein guter Tipp.

Im Schlaf dreht das Immunsystem so richtig auf.

4. Ausreichend Schlaf

Es klingt banal, Erholung ist bei Übelkeit und Erbrechen aber eines der wirksamsten Hausmittel überhaupt. Was die meisten nicht wissen: Im Schlaf läuft das Immunsystem auf Hochtouren und beseitigt fiese Krankheitserreger.
Eine besondere Rolle nehmen dabei die T-Zellen ein. Sie sind es, die Krankheitserreger aufspüren, an ihnen andocken und sie beseitigen. Wissenschaftler konnten in einer Studie herausfinden, dass fehlender Schlaf die Funktion der kleinen Helfer stark beeinträchtigen kann.10,11

Gut zu wissen!
Bei Übelkeit fällt das Einschlafen schwer. Leicht verdauliches Essen und Kräutertee kann den Magen beruhigen und so den Einschlafprozess erleichtern.

5. Atemtechniken

Kennen Sie die Frage: Was hilft gegen Übelkeit? Eine Antwort ist: Atemtechniken. Dabei handelt es sich um einen echten Geheimtipp bei Übelkeit und Erbrechen. Sind die Beschwerden gering ausgeprägt, hilft tiefes Durchatmen, am besten an der frischen Luft. Vor dem Restaurant ein kurzes Päuschen einzulegen, ist eine gute Idee, wenn zu viel Essen oder Alkohol ihren Tribut fordern.
Bei einer sehr ausgeprägten Übelkeit empfiehlt es sich, zudem besonders viel Wert auf tiefe und langsame Atemzüge zu legen. Wer sich auf seine Atmung konzentriert hat die Möglichkeit, auch begleitenden Schwindel zu lindern.

Übelkeit und Erbrechen: wie Mikrobiotika unterstützen

Manchmal herrscht im Darm ein ungünstiges Verhältnis zwischen guten und schlechten Darmbakterien. Problematisch wird es aber erst dann, wenn das Gleichgewicht gekippt wird. Das kann häufige Übelkeit und damit Erbrechen begünstigen. Infektionen mit einer Magen-Darm-Grippe, Stress und die Einnahme von Medikamenten können die Darmflora-Balance gefährden. Um einer anhaltenden Übelkeit entgegenzuwirken, ist es sinnvoll, die Darmflora zu pflegen.

Eine ausgewogene und schonende Ernährung, das Vermeiden von Stress und Infekten helfen dabei. Zudem gibt es die Möglichkeit, auf mikrobiologische Präparate wie zum Beispiel dem Nahrungsergänzungsmittel Innovall® AID zu setzen. Zehn spezifisch ausgewählte Bakterienstämme unterstützen die Front der gesundheitsfördernden Bakterien im Darm.
Eine gute Zusammensetzung der Darmflora wirkt sich unmittelbar auf das Wohlbefinden aus und kann Beschwerden wie Übelkeit sowie Erbrechen entgegenwirken.

FAQ

Was hilft schnell gegen Übelkeit und Erbrechen?

Es gibt rezeptfreie Medikamente, die gegen Übelkeit und Erbrechen helfen. Handelt es sich um stark ausgeprägte Beschwerden, können Ärzte stärkere Mittel verordnen. Bei den Hausmitteln haben sich insbesondere Kräutertee, Melissenblätter und Schonkost bewährt.

Was hilft gegen Schwindelgefühl und Übelkeit?

Schwindel und Übelkeit können auf Kreislaufprobleme hindeuten. In dem Fall ist es empfehlenswert, sich hinzulegen und die Beine hochzulagern. Ein Glas mit kaltem Wasser kann dem Kreislauf auf die Sprünge helfen. Führt eine Unterzuckerung zu Schwindel und Übelkeit kann das Essen von Traubenzucker, einer Banane oder einem Stück Schokolade helfen.

Ab wann Übelkeit in der Schwangerschaft?

Schwangerschaft und Übelkeit sind ein Klassiker. Das unangenehme Symptom tritt in der Frühschwangerschaft auf. Es kann sich bereits in der zweiten Schwangerschaftswoche bemerkbar machen. In der 12. Schwangerschaftswoche klingen die Beschwerden in der Regel ab.