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Brotzeit15

Verstopfung: Was sind die Ursachen – und was hilft wirklich?

Verstopfung (Obstipation) ist lästig und nicht selten langwierig. Es gibt verschiedene Ursachen, die dafür sorgen, dass Betroffene nicht auf die Toilette gehen können. Häufig sind ungünstige Lebensbedingungen wie eine ballaststoffarme Ernährung oder unzureichende Bewegung Auslöser für Verstopfung. Es können sich aber auch ernsthafte Erkrankungen hinter einer Verstopfung verstecken.
Hält eine Verstopfung länger an oder wird sie durch ausgeprägte Beschwerden begleitet, ist ein Arztbesuch erforderlich. In vielen Fällen reicht es bereits, die Ernährungsgewohnheiten umzustellen. Rezeptfreie Arzneimittel können bei akuten Zuständen unterstützend wirken. Der Einsatz von Hausmitteln und Probiotika bei Verstopfung ist ebenfalls empfehlenswert. Sie versprechen eine sanfte Vorgehensweise und können auch bei Darmentzündung und Verstopfung eingesetzt werden.

Lesedauer 9 Minuten Wissenschaftlich geprüfter Artikel

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Eine Frau krümmt sich

Verstopfung: Was ist das – und ab wann gilt sie als chronisch?

Jeder Mensch ist individuell. Das gilt auch für seine Darmentleerung. Während einige Menschen täglich Toilettensitzungen für das „große Geschäft“ einplanen, müssen andere nur alle 2-3 Tage das stille Örtchen aufsuchen. Das macht die Definition von Verstopfung recht schwierig.
Mediziner bezeichnen eine Darmentleerung als normal, wenn sie sich zwischen dreimal täglich und dreimal wöchentlich bewegt. Alles, was außerhalb dieses Rahmens liegt, fällt unter den Begriff Durchfall oder Verstopfung.
Allerdings bedeutet das nicht, dass sich Menschen nicht auch „verstopft“ fühlen können, wenn sie regelmäßig ihren Darm entleeren. Ein harter Stuhl deutet auf eine Verstopfung hin, unabhängig davon, wie oft er auftritt.

Gut zu wissen!

Spezifische Bakterienstämme wie Lactobacillus plantarum 299v (LP299V®) und Lactobacillus casei DG® werden als gesundheitsfördernd betrachtet und sind in speziell entwickelten mikrobiologischen Präparaten (Innobioticum) enthalten.

Was sind die typischen Symptome einer Verstopfung?

Eine Verstopfung wird als sehr unangenehm empfunden. Menschen, die unter einer verzögerten Darmentleerung leiden, bemerken das vor allem daran, dass sie seltener ihr „großes Geschäft“ erledigen müssen als in der Vergangenheit. Zudem können bei einer Verstopfung Bauchschmerzen auftreten.

Ein Klo ist verstopft und wird durch einen Pümpel wieder freit
Verstopfung: Harter Stuhl und seltener Toilettengang sind die häufigsten Symptome.

Verstopfung: häufige Symptome

  • erschwerte Darmentleerung, bei der Pressen oder Nachhelfen nötig ist
  • schmerzhaftes Absetzen von Stuhl
  • harter, klumpiger Stuhl (häufig können nur kleine Mengen ausgeschieden werden)
  • Gefühl, sich nicht vollständig entleert zu haben
  • Völlegefühl
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Unwohlsein
  • Appetitlosigkeit

Verstopfungs-Formen: Welche Arten von Verstopfung gibt es?

Wer denkt, Verstopfung ist gleich Verstopfung, liegt falsch. Auch hierbei gibt es verschiedene Formen. Sie helfen dabei, die lästigen Beschwerden einzuordnen, und deuten auf eine mögliche Ursache hin.

Was ist akute Verstopfung?

Plötzlich ist sie da: die akute Verstopfung. Normalerweise hält sie nur wenige Tage an und verschwindet ebenso schnell, wie sie gekommen ist. Besondere Lebensumstände wie stressige Zeiten, Reisen oder eine Hormonumstellung können die akute Verstopfung auslösen. Allerdings kann sie auch ein Warnsignal für ernsthafte Erkrankungen sein. Das gilt insbesondere dann, wenn weitere körperliche Beschwerden wie Erbrechen, blutiger Stuhl oder Übelkeit hinzukommen.

Was ist chronische Verstopfung?

Eine Verstopfung wird dann als chronisch bezeichnet, wenn die Darmentleerung über mindestens 3 Monate hinweg seltener als dreimal wöchentlich erfolgt und weitere klassische Symptome auftreten. Insbesondere eine feste Konsistenz, Pressen beim Stuhlgang und das Gefühl, sich nicht vollständig entleeren zu können, deuten auf eine Verstopfung hin. Weltweit leiden im Durchschnitt 24 % der Menschen an chronischer Verstopfung, wobei die Zahl mit dem Alter ansteigt.1

Die chronische Verstopfung sollte ärztlich abgeklärt werden. Schließlich gibt es Erkrankungen, die in Zusammenhang mit den lästigen Beschwerden gebracht werden können. Nicht selten sind es aber Medikamente oder ungünstige Lebensgewohnheiten, die für eine Ausbremsung der Darmpassage sorgen.
Eine  Uhr steht im Klo
Stundenlange Klo-Sitzungen, heftiges Pressen und Schmerzen durch harten Stuhlgang sind vielen bekannt – Verstopfung.

Was ist gelegentliche, vorübergehende oder situative Verstopfung?

Wie so häufig, ist nicht alles schwarz oder weiß. Das ist bei der Verstopfung nicht anders. Die gelegentliche, vorübergehende oder situative Verstopfung kann quasi zwischen der akuten und der chronischen Form eingeordnet werden. Das Beschwerdebild reift langsam heran oder verstärkt sich über die Tage hinweg. Zudem gibt es Situationen, die scheinbar die Verstopfung verstärken. Liegt diese besondere Zeit hinter den Betroffenen, fällt auch die Darmentleerung einfacher. Häufig können Reisen, Schichtarbeit sowie Infektionskrankheiten oder die kurzfristige Einnahme von Medikamenten als Übeltäter ausgemacht werden. Alles, was den Lebensrhythmus aus dem Takt bringt, kann diese Form von Verstopfung begünstigen.

Gut zu wissen!

Verstopfungen können auch mit Blick auf die Ursachen voneinander unterschieden werden. Mediziner sprechen von einer primären Verstopfung, oder auch funktionelle Verstopfung genannt, wenn keine organische Ursache festgestellt werden kann. Die sekundäre Verstopfung kann auf eine zugrunde liegende Erkrankung zurückgeführt werden.2

Ursachen der Verstopfung: Was bremst den Darm aus?

Es gibt mehrere Gründe dafür, warum Menschen den Toilettengang als quälend empfinden. Manche Ursachen liegen auf der Hand, bei anderen muss der Verdauungstrakt wörtlich gesehen auf links gedreht werden, um dem auslösenden Faktor auf die Schliche zu kommen.

Verdauungsprobleme sind beunruhigend für den Betroffenen. Deshalb ist es empfehlenswert, sich auf Ursachenforschung zu begeben. Schließlich können einige Auslöser recht einfach behoben werden.3

eine Frau springt nach oben und streckt alles von sich
Verstopfung erkennen: Die Ursache bestimmt die richtige Behandlung.

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Was löst akute Verstopfung aus?

Eine akute Verstopfung ist häufig harmlos. Sie kann auf plötzliche Veränderungen im Alltag zurückgeführt werden. Es gibt jedoch auch schwerwiegende Erkrankungen, die zu plötzlichem Stillstand im Darm führen. Deshalb ist auch eine akute Verstopfung unbedingt ernst zu nehmen.

Das kann eine akute Verstopfung auslösen:4
  • Stress
  • Reisen (z. B. durch Zeitumstellung und ungewohnter Tagesablauf)
  • Hormonumstellung
  • vorübergehende Medikamenteneinnahmen (z. B. orale Einnahme von hochkonzentrierten Eisen-Präparaten, H1-Antihistaminika)
  • Verringerte Darmbewegung

Was sind die Ursachen chronischer Verstopfung?

Wer dauerhaft mit der Verdauungsstörung zu kämpfen hat, ist häufig erschöpft angesichts der lästigen Beschwerden. Auch hier kommen harmlose Ursachen wie eine geringe Zufuhr von Ballaststoffen in Betracht. Zudem gilt es hier, Darmkrebs als Auslöser abzuklären.
Das kann eine chronische Verstopfung auslösen:5
  • ballaststoffarme Ernährung
  • unzureichende Flüssigkeitszufuhr
  • dauerhafte Medikamenteneinnahme (z. B. Betablocker, ACE-Hemmer, Antidepressiva)
  • Bewegungsmangel
  • Divertikelkrankheit
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Störungen der Schilddrüse oder Nebenschilddrüse
  • psychiatrische Erkrankungen wie Depressionen
  • Reizdarmsyndrom
  • Darmkrebs
  • Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • altersbedingte Motilitätsstörung des Darms

Kann Reizdarm zu Verstopfung führen?

Wenn es um sekundäre Störungen mit Blick auf Verstopfung geht, steht das Reizdarmsyndrom ganz oben auf der Liste. Es tritt vor allem bei Frauen auf und führt zu einer Fehlregulation des gesamten Verdauungsapparates.
Lange wurde das Reizdarmsyndrom belächelt und als Spinnerei abgetan. Heute steht fest, die Beschwerden sollten nicht unterschätzt werden. Betroffene leiden unter Krämpfen und Episoden von Verstopfung sowie Durchfällen.

Gut zu wissen!

Patienten mit Reizdarm zählen zum Typ RDS-O, wenn sie dominant unter Verstopfung (Fachbegriff: Obstipation) leiden. Daneben gibt es noch zwei weitere Reizdarm-Typen, die vordergründig mit Durchfall (RDS-D), oder mit wechselhaft Durchfall und Verstopfung (RDS-M) zu kämpfen haben.

Was löst gelegentliche, vorübergehende oder situative Verstopfung aus?

Eine gelegentliche, vorübergehende oder situative Verstopfung ist ebenfalls unangenehm. Betroffene können sich damit trösten, dass die entschleunigte Darmentleerung nur kurze Zeit anhält.

Das kann eine gelegentliche, vorübergehende oder situative Verstopfung auslösen:

  • Schichtarbeit
  • Reisen
  • Infektionskrankheiten
  • vorübergehende Medikamenteneinnahmen

Warum verstopft der Darm? Die drei medizinischen Ursachentypen

Genau wie bei den Formen der Verstopfung können auch bei den Ursachen primäre und sekundäre Typen unterschieden werden.

Die primären Ursachen gliedern sich auf drei Gruppen:6
  1. Verstopfung mit gewöhnlicher Passagezeit (funktionelle Verstopfung)
  2. Verstopfung mit verzögerter Passagezeit (träger Darm)
  3. Verstopfung, ausgelöst durch eine Störung des Beckenbodens (outlet-obstruction)
Nur so nebenbei: die normale Passagezeit beträgt 72 Stunden. Das bedeutet, in dieser Zeit hat der Speisebrei die komplette Röhre durch den Körper bewältigt. Bei der funktionellen Verstopfung ist das Vordringen des Stuhlgangs völlig normal, bei einer Verstopfung mit einer verzögerten Passagezeit, dauert es ungewöhnlich lange. Zudem können sich Blähungen hinzugesellen.
Experten diskutieren darüber, ob möglicherweise Störungen derjenigen Nerven in Betracht kommen, die den Darm regulieren. Kann der Beckenboden als Übeltäter verantwortlich gemacht werden, liegt eine Fehlregulation der entsprechenden Muskulatur vor. Dadurch fällt die Darmentleerung schwerer. Dann greifen Betroffene nicht selten zu ihrem Finger, um dem Darm ihre Unterstützung anzubieten.1
 

Gut zu wissen!

In einer wissenschaftlichen Untersuchung wurden 500 Patienten mit Verstopfung genauer unter die Lupe genommen. Unter ihnen fanden sich 1,4 % mit Darmkrebs und 20 % mit eventuellen Vorstufen.1 Dieses Ergebnis zeigt, dass auch die Abklärung von Darmkrebs bei Verstopfung sinnvoll ist.

Verstopfung durch Medikamente oder nach einer OP: Was steckt dahinter?

Verstopfung nach OP und Verstopfung durch Medikamente sind häufige Themen. Die Gründe dafür sind einfach erklärt. Wenn sich Betroffene einer Operation unterziehen müssen, sind sie dadurch in der Regel über einige Zeit eingeschränkt in ihrer Bewegungsfreiheit. Die mangelnde Beweglichkeit kann Verstopfungen begünstigen. Zudem können verschiedene Medikamente und Narkosemittel die Darmtätigkeit negativ beeinflussen.
Es gibt zahlreiche Arzneimittel, die den Verdauungsapparat lahmlegen können. Insbesondere bei Opioiden (Schmerzmittel) ist das nachgewiesen. Die enthaltenen Wirkstoffe docken an die Nervenzellen im Verdauungsorgan an. Das Problem dabei ist, dass ausgerechnet diese die Darmtätigkeit regulieren. Durch die Hemmung der Nervenzellenaktivität verlangsamen sich automatisch die Darmbewegungen und Verstopfung entsteht.

Arztbesuch bei Verstopfung: Wann wird es ernst?

Auch wenn eine Verstopfung in vielen Fällen harmlos ist, gibt es gute Gründe, beim Arzt vorstellig zu werden. Sofern die Verstopfung plötzlich in Erscheinung tritt oder weitere Beschwerden sie begleiten, ist es ratsam, einen Mediziner hinzuzuziehen. Fieber, ausgeprägte Schmerzen, Erbrechen von Kot oder ein berührungsempfindlicher Bauch sind unbedingt abzuklären, denn sie können auf einen Darmverschluss hinweisen. Eine chronische Verstopfung kann für Betroffene sehr quälend sein. Daher empfiehlt es sich auch hier, die Ursache näher zu untersuchen.

kleiner Arztkoffer auf einer Hand
Langanhaltende oder schwerwiegende Verstopfung sollte abgeklärt werden.

Wie wird Verstopfung diagnostiziert?

Wenn der Darm dauerhaft nicht so will, wie sein Besitzer, ist eine Untersuchung beim Arzt sinnvoll. Zunächst erkundigt sich der Mediziner im Rahmen der Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch) nach den Beschwerden.

Folgende Fragen können dabei gestellt werden:7
  • Seit wann bestehen die Verdauungsunregelmäßigkeiten?
  • Wie stellt sich der Stuhl dar (klumpig, fest)?
  • Ist die Verstopfung an bestimmte Situationen geknüpft?
  • Gibt es weitere Beschwerden wie Fieber, Schmerzen etc.?
  • Bestehen Grunderkrankungen wie Diabetes oder Depressionen?
  • Werden Medikamente eingenommen?
  • Wie sieht die tägliche Ernährung oder Flüssigkeitsaufnahme aus?
  • Wird Sport ausgeübt?
Ein Wurm geht durch den Darm
Eine Darmspiegelung kann bei chronischer Verstopfung Sinn machen.
Im Anschluss daran nimmt der Arzt eine eingehende körperliche Untersuchung vor. Der Bauch wird abgehört und der Enddarm abgetastet. Zudem kann verstecktem Blut mit einer Stuhlprobe ausfindig gemacht werden. Steht die Diagnose bis dahin noch nicht fest oder möchte der Mediziner mehr erfahren, können weitere Untersuchungen angesetzt werden.
Zu den Diagnose-Untersuchungen gehören:
  •     Blutuntersuchung
  •     Ultraschalluntersuchung
  •     Röntgenuntersuchung
  •     Darmspiegelung

Verstopfung behandeln: Was hilft wirklich gegen den trägen Darm?

Seien wir mal ehrlich: die langen Toilettensitzungen rauben Zeit und Nerven. Glücklicherweise gibt es einiges, das einem trägen Darm auf die Sprünge hilft und die Verstopfung lösen kann. Patienten sollten jedoch stets im Hinterkopf behalten, dass der Darm auf verschiedene Bewegungshilfen angewiesen ist.
Zur Behandlung bei Verstopfung zählt u. a.:
  •     ausreichend Bewegung
  •     genügend Trinkflüssigkeit
  •     ballaststoffreiche Ernährung

Verstopfung: Wie viel Bewegung hilft bei Verstopfung?

Der menschliche Organismus liebt körperliche Aktivität und der Darm ist unbedingt darauf angewiesen. Auf diese Weise kommt Schwung in den Bauch und die Darmbewegungen werden angekurbelt. Experten raten dazu, Bewegung regelmäßig in den Alltag einzubinden. Eine gesunde Darmtätigkeit profitiert von mindestens 30 Minuten täglich. Dabei müssen es keine Ausdauersportarten oder hochtrabenden Freizeitbeschäftigungen sein. Ein Spaziergang eignet sich ebenso, um Verstopfungen entgegenzuwirken.
 

Gut zu wissen!

Auch Haushaltstätigkeiten bringen Punkte für das Bewegungskonto. 😀

Verstopfung: Wie viel sollte man bei Verstopfung trinken?

Wenn es um die Frage geht: „Was hilft bei Verstopfung“, sollte der täglichen Flüssigkeitszufuhr unbedingt Beachtung geschenkt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu mindestens 1,5 l Flüssigkeitsaufnahme pro Tag. An temperaturreichen Tagen oder wenn Sport auf dem Plan steht, dürfen es 0,5 bis 1 Liter mehr sein. Am besten sind Wasser und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees geeignet, z. B. Fencheltee. Unter bestimmten Bedingungen können auch Saftschorlen für genügend Flüssigkeit sorgen. Dabei sollte der Saft 1:3 mit Wasser verdünnt werden. Ansonsten wird es zu zuckerig und kalorienreich.2
 

Gut zu wissen!

In Apotheken ist spezieller Tee gegen Verstopfung erhältlich. Er trumpft mit einer ausgewählten Mischung aus Pflanzenbestandteilen auf. Insbesondere Kamile ist beliebt, denn sie wirkt Krämpfen und Blähungen entgegen. Abführtee ist gut bei Verstopfung. Darin sind häufig Sennesblätter enthalten, die den Feuchtigkeitsgehalt im Stuhl erhöhen sollen.

Verstopfung: Welche Lebensmittel helfen bei Verstopfung – und welche nicht?

Die Ernährung nimmt bei Verstopfung eine große Rolle ein. Stellt sich die Frage: Was soll man essen bei Verstopfung? Die gute Nachricht ist, dass mit wenigen Veränderungen auf dem Speiseplan großartige Erfolge erzielt werden können. Insgesamt geht es darum, Ballaststoffen mehr Aufmerksamkeit zu geben. Zwar hören die unverdaulichen Speisebestandteile nicht auf den Befehl: “Verstopfung lösen sofort“, langfristig können sie den Stuhl aber geschmeidiger machen. Das geschieht, indem die Ballaststoffe Wasser binden. Das Volumen des Stuhls wird dadurch erhöht und die Verdauung verbessert.

Empfehlenswerte Lebensmittel gegen Verstopfung

Folgende Lebensmittel haben es bei der Frage: „Was hilft gegen Verstopfung“ auf die Bestenliste geschafft:
  •     Haferflocken
  •     Dinkelflocken
  •     Roggenbrot
  •     Pumpernickel
  •     Kleie
  •     Früchtebrot
  •     Amarant
  •     Artischocken
  •     Schwarzwurzel
  •     Trockenfrüchte
  •     Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Erbsen
  •     Nüsse wie Haselnüsse, Walnüsse, Pekannüsse
  •     Samen, beispielsweise Chia-Samen

Gut zu wissen!

Bei wem es auf der Toilette recht langsam vorangeht, der sollte etwa 35 g Ballaststoffe täglich aufnehmen. Gemüse, Obst und Vollkornprodukte sind dabei besonders empfehlenswert. Aber Vorsicht: der Darm benötigt einige Zeit, um sich an die unverdaulichen Speisebestandteile zu gewöhnen. Daher sollte nicht von 0 auf 100 beschleunigt werden.
Übrigens: Ballaststoffe sind auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr angewiesen. Nur so können sie aufquellen.

Verstopfung: Was hilft schnell bei Verstopfung?

Da eine Verstopfung die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann, fragen sich Patienten häufig: „Was hilft schnell bei Verstopfung“? Automatisch kommen dann Arzneimittel gegen Verstopfung in den Sinn. Der Einsatz von entsprechenden Medikamenten sollte aber gut überlegt und nur kurzfristig sein. Zwar treten bei vielen rezeptfreien Medikamenten keine Gewöhnungseffekte oder Abhängigkeiten auf, die schnelle Hilfe bei Verstopfung löst aber nicht das ursächliche Problem.

Folgende Wirkstoffe gegen Verstopfung sind empfehlenswert:
  •     Macrogol
  •     Natriumpicosulfat
  •     Bisacodyl
Ein Mann steht in der Apotheke und redet mit einer Apothekerin
Rezeptfreie Medikamente und Probiotika aus der Apotheke können Hilfe bei Verstopfung bringen.

Gut zu wissen!

Es gibt auch Zäpfchen gegen Verstopfung. Auch wenn die Wirkstoffe in der Regel harmlos sind, sollten zunächst aber Hausmittel gegen Verstopfung eingesetzt werden, um neue Dynamik in den Darm zu bringen.

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Verstopfung bei Kindern und Schwangeren

Die Kleinen unter uns quält eine Verstopfung besonders. Auch hier sind die meisten Ursachen harmlos. So kann in mehr als 95 % der Fälle bei Kindern über 1 Jahr eine funktionelle Störung ausgemacht werden. Das gilt mit Blick auf Verstopfung und Kinder, die das erste Lebensjahr überschritten haben. Oft ist eine Nahrungsumstellung oder eine ballaststoffarme Ernährung verantwortlich für die Verstopfung.3 Kinder profitieren dann insbesondere von Vollkornbrot statt Weißbrot. Genügend Obst, Gemüse und andere ballaststoffreiche Lebensmittel sollten auf dem Speiseplan stehen. Zudem kann ein Toilettentraining Sinn machen.
Verstopfung: Baby profitiert ebenfalls von Ballaststoffen

Verstopfung beim Baby ist ebenfalls keine Seltenheit und sollte immer beim Arzt abgeklärt werden. Leidet ein Baby unter Verstopfung, kann der Einsatz von Milchzucker oder Lactulose empfehlenswert sein. Baby-Verstopfung kann zudem mit einer ballaststoffhaltigen Kost entgegengewirkt werden. Hierbei bieten sich die oben genannten Lebensmittel an. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass der Nachwuchs bereits feste Nahrung aufnehmen kann.

Was kann man bei Verstopfung in der Schwangerschaft tun?

Wer schwanger ist, hat gerade genug um die Ohren. Dass ausgerechnet auch der Darm streikt, macht die Sache nicht leichter. Dabei ist das keine Seltenheit: Laut einer weltweiten Metaanalyse aus dem Jahr 2024 klagen bis zu 40 % der Schwangeren im zweiten Trimester über Verstopfung – im dritten Trimester sind es noch rund 20 %. Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft zur Verstopfung neigten, sind besonders häufig betroffen.8

Warum macht die Schwangerschaft den Darm träge?

Der Körper tut in der Schwangerschaft Erstaunliches – aber das Hormon Progesteron, das für viele dieser Wunder verantwortlich ist, hat eine weniger schöne Nebenwirkung: Es verlangsamt die Darmmuskulatur und damit die gesamte Verdauung. Hinzu kommen weitere Faktoren, die typisch für die Schwangerschaft sind:8

  • Übelkeit und Erbrechen führen dazu, dass viele Frauen zu wenig trinken – eine der häufigsten Ursachen für Verstopfung im 2. Trimester
  • Eisenpräparate, die in der Schwangerschaft oft empfohlen werden, können den Stuhlgang erheblich verhärten
  • Weniger Bewegung verlangsamt zusätzlich die Darmtätigkeit
  • Mehr Fett und Eiweiß im Speiseplan – der veränderte Nährstoffbedarf bremst die Darmpassage

Was hilft bei Verstopfung in der Schwangerschaft?

Diese Maßnahmen gelten als sicher und wirksam in der Schwangerschaft:9

  • Ballaststoffreich essen (Flohsamenschalen, Chiasamen, Vollkorn, getrocknete Pflaumen)
  • Ausreichend trinken (mind. 1,4 l/Tag)
  • Regelmäßige leichte Bewegung (Spazierengehen, Schwimmen, Yoga)
  • Notfalls osmotische Laxativa (Macrogol/PEG, Lactulose)

Gut zu wissen!

Laut Leitlinienempfehlung liegt die täglich empfohlene Flüssigkeitszufuhr in der Schwangerschaft bei mindestens 1,4 Litern – in der Stillzeit sogar bei 1,7 Litern. Eine ausreichende Trinkmenge ist besonders im ersten Trimester entscheidend, da ein Mangel dort direkt mit mehr Verstopfung im zweiten Trimester zusammenhängt.9 Werden aufquellende Helfer wie Flohsamenschalen genutzt, sollten es mind. 2 Liter am Tag sein.

Hausmittel gegen Verstopfung: Was funktioniert wirklich?

Hausmittel gegen Verstopfung sind beliebt. Kein Wunder, denn sie sind gut verträglich, kostengünstig und beinahe in jedem Küchenschrank zu finden. Alle, die sich fragen: „Was tun bei einer Verstopfung“ sollten jetzt genau aufpassen. Es gibt nämlich einige Kandidaten, die bei Verstopfung als Hausmittel dienen und einen Einlauf überflüssig machen.
 
Verstopfung und Hausmittel haben eine lange Tradition. „Verstopfung lösen und zwar sofort“ war schließlich schon bei Besuchern auf dem Donnerbalken ein ausgesprochener Befehl. Die Liste der Hausmittel bei Verstopfung ist lang. Folgende Helfer eignen sich besonders als Hausmittel. Verstopfung ist damit der Kampf angesagt.

Hilft Milchzucker bei Verstopfung?

Milchzucker bei Verstopfung ist ein gutes Hausmittel. Der Milchzucker (Laktose) ist in der Lage, die Darmtätigkeit anzuregen und so abführende Effekte herbeizuführen. Der Trick dahinter ist ganz einfach: Verfügt der Körper über ungewöhnlich viel Milchzucker, gelingt es ihm nicht, diesen mithilfe des Enzyms Laktase zu zerlegen. Der unverdaute Milchzucker zieht nun Wasser aus dem Organismus in den Darm an. Dadurch wird der Stuhl weicher und voluminöser. Anwender sollten auf eine schleichende Dosierung setzen. Zunächst sollte mit einem Esslöffel Milchzucker gestartet werden. Laktoseintolerante Menschen sollten allerdings einen Bogen um dieses Hausmittel machen.

Helfen Flohsamenschalen bei Verstopfung?

Flohsamenschalen können sich laut Studien regulierend auf die Darmtätigkeit auswirken und bei Verstopfungen helfen.4 Die Wirkung wird darauf zurückgeführt, dass sie viele Ballaststoffe enthalten und im Darm aufquellen. Somit wird der Stuhl geschmeidiger. Gleichzeitig werden die Darmbewegungen auf Trab gebracht. Flohsamenschalen können bereits vor dem Verzehr zum Aufquellen in Wasser eingelegt werden. Anwender sollten im Anschluss immer ausreichend trinken, da sonst dem Darm weiter Wasser entzogen werden kann und die Verstopfung eher verschlimmert wird. Das bedeutet über den Tag verteilt mindestens 2 Liter.
 
Eine Schüssel mit Porridge und Obst steht nehmen einer Pflanze
Leinsamen bei Verstopfung: Als Hausmittel machen sie den Stuhl geschmeidiger.

Wirken Leinsamen gegen Verstopfung?

Auch Leinsamen haben beim Thema Verstopfung auf sich aufmerksam gemacht. Zur Vorbeugung und zur Behandlung von Verstopfungen wird empfohlen, dreimal täglich 15 g zu verzehren. Auch hierbei ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme wichtig.5 Vor dem Genuss sollten die Samen gequetscht oder geschrotet werden. So werden die wertvollen Schleimstoffe und Öle freigesetzt.

Können Heidelbeeren bei Verstopfung helfen?

Die Wunderbeeren sind reich an Ballaststoffen und können deshalb bei Verstopfung angewendet werden. Heidelbeeren könnten aber noch auf eine andere Weise wirken. Studien der University of Maine ergaben, dass wilde Blaubeeren die Verdauung optimieren können. In Tierversuchen wurde festgestellt, dass die Beeren Probiotika enthielten.

Diese spielen eine wichtige Rolle für die Darmgesundheit. In einer weiteren Untersuchung konnten Hinweise darauf gefunden werden, dass Blaubeersaft der Darmflora in die Karten spielt, indem er die Anzahl der Bifidobakterien erhöht.6,7


Probiotika bei Verstopfung: Was zeigen die Studien zum Mikrobiom?

Das Darmmikrobiom ist weit mehr als eine passive Ansammlung von Bakterien. Es reguliert Darmbewegungen, beeinflusst die Schleimhautbarriere und steht in direktem Zusammenhang mit der Stuhlfrequenz und -konsistenz. Wer unter Verstopfung leidet, hat häufig auch ein verändertes Mikrobiom – Forschende beobachten bei Betroffenen eine veränderte Zusammensetzung der Darmflora, die unter anderem mit einer verlangsamten Kolontransitzeit in Verbindung gebracht wird.

Die ärztliche Leitlinie „Chronische Obstipation" hält fest: Probiotika, Präbiotika und Synbiotika können bei funktioneller chronischer Obstipation versucht werden. Sie können Stuhlfrequenz, Stuhlkonsistenz und Kolontransitzeit verbessern.9

Entscheidend dabei: Nicht jedes Probiotikum ist gleich. Stammspezifische Unterschiede sind erheblich – und die Datenlage variiert je nach Stamm deutlich.

Lactobacillus plantarum 299v (LP299V®) ist einer der weltweit am besten klinisch dokumentierten Probiotika-Stämme, mit mehr als 170 wissenschaftlichen Publikationen, darunter über 70 klinische Studien am Menschen. Für den Verdauungsbereich ist er besonders gut erforscht.10

Die oben genannte Verstopfungs-Leitlinie für Ärzte zitiert explizit Daten zu Lactobacillus plantarum 299v:9 In einer randomisierten, kontrollierten Studie (RCT) mit 214 Reizdarmpatienten konnte LP299V® bei täglicher Einnahme nach 2 bis 3 Wochen das Gefühl der unvollständigen Darmentleerung hinsichtlich Schweregrad und Häufigkeit signifikant verbessern (p < 0,05). Auch eine Real-Life-Studie bestätigt den Effekt auf die chronische Verstopfung von Reizdarm-Betroffenen.11,12,13,14 Die gute Nachricht ist, dass sich Lactobacillus plantarum 299v auch für eine langfristige Einnahme eignet und besonders schonend zum Magen-Darm-Trakt ist.

Ärzt:innen mit großen Lupen, die auf die zentrale Darm-Silhouette zeigen
Probiotika bei Verstopfung: Spezifische Bakterienstämme können das Darmmikrobiom unterstützen.

Auch Patienten, die Divertikel im Darm haben, also kleine ballonartige Ausstülpungen der Darmwand, entwickeln häufig eine chronische funktionelle Verstopfung. Ausgewählte Bakterienstämme wie z.B. Lactobacillus casei DG®  können auch hier unterstützen. L. casei DG®  konnte in Studien u. a. bei den Divertikelpatienten die beschwerdefreie Zeit verlängern.15,16

  1. Scott et al. Chronic constipation in adults: Contemporary perspectives and clinical challenges. 1: Epidemiology, diagnosis, clinical associations, pathophysiology and investigation. Neurogastroenterol Motil. 2021;33(6):e14050. PMID: 33263938
  2. Diaz et al. Constipation. [Updated 2023 Nov 12]. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2026 Jan
  3. Rao et al. Diagnosis and management of chronic constipation in adults. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2016;13(5):295-305. PMID: 27033126
  4. Hotz & Plein. Wirkung von Plantago-Samenschalen im Vergleich zu Weizenkleie auf Stuhlfrequenz und Beschwerden beim Colon-irritabile-Syndrom mit Obstipation [Effectiveness of plantago seed husks in comparison with wheat brain on stool frequency and manifestations of irritable colon syndrome with constipation]. Med Klin (Munich). 1994;89(12):645-51. German. PMID: 7869999
  5. European Medicines Agency- Lini semen - herbal medicinal product.
  6. Vendrame et al. Six-week consumption of a wild blueberry powder drink increases bifidobacteria in the human gut. J Agric Food Chem. 2011;59(24):12815-20. PMID: 22060186
  7. Lacombe et al. Lowbush wild blueberries have the potential to modify gut microbiota and xenobiotic metabolism in the rat colon. PLoS One. 2013;8(6):e67497. PMID: 23840722
  8. Salari et al. Global prevalence of constipation during pregnancy: a systematic review and meta-analysis. BMC Pregnancy Childbirth. 2024;24(1):836. PMID: 39707279
  9. Andresen et al. Aktualisierte S2k-Leitlinie chronische Obstipation der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie & Motilität (DGNM) – April 2022 – AWMF-Registriernummer: 021–019. Z Gastroenterol. 2022;60(10):1528-1572. German PMID: 36223785
  10. Nordström et al. Lactiplantibacillus plantarum 299v (LP299V®): three decades of research. Benef Microbes. 2021;12(5):441-465. PMID: 34365915
  11. Ducrotté et al. Clinical trial: Lactobacillus plantarum 299v (DSM 9843) improves symptoms of irritable bowel syndrome. World J Gastroenterol. 2012;18(30):4012-8. PMID: 22912552
  12. Nobaek et al. Alteration of intestinal microflora is associated with reduction in abdominal bloating and pain in patients with irritable bowel syndrome. Am J Gastroenterol. 2000;95(5):1231-8. PMID: 10811333
  13. Niedzielin et al. A controlled, double-blind, randomized study on the efficacy of Lactobacillus plantarum 299V in patients with irritable bowel syndrome. Eur J Gastroenterol Hepatol. 2001;13(10):1143-7. PMID: 11711768
  14. Krammer et al. Reizdarmbehandlung mit Lactobacillus plantarum 299v: Längere Einnahme verstärkt Behandlungserfolg – Ergebnisse einer nichtinterventionellen Studie [Treatment of IBS with Lactobacillus plantarum 299v: Therapeutic success increases with length of treatment - real-life data of a non-interventional study in Germany]. Z Gastroenterol. 2021;59(2):125-134. German. PMID: 33556972
  15. Tursi et al. Randomised clinical trial: mesalazine and/or probiotics in maintaining remission of symptomatic uncomplicated diverticular disease--a double-blind, randomised, placebo-controlled study. Aliment Pharmacol Ther. 2013;38(7):741-51. PMID: 23957734
  16. Bretto et al. Lactobacillus paracasei CNCM I 1572: A Promising Candidate for Management of Colonic Diverticular Disease. J Clin Med. 2022 Mar 30;11(7):1916. PMID: 35407527

Häufige Fragen zur Verstopfung (FAQ)

Ja – bei Reizdarm mit dominantem Symptom Verstopfung (Typ IBS-C) kann ein gezielt ausgewählter probiotischer Bakterienstamm an einer der zentralen Ursachen ansetzen: der gestörten Darmflora (Dysbiose). Eine Dysbiose kann die Darmmotilität  verlangsamen und chronische Verstopfung begünstigen – rein symptomatische Maßnahmen wie Abführmittel lösen diese Ursache nicht oder nur kurzfristig.

Lactobacillus plantarum 299v (LP299V®) ist der bei Reizdarmsyndrom weltweit am besten klinisch dokumentierte Bakterienstamm.10 In einer Real-World-Studie mit 243 Reizdarm-Patienten über 12 Wochen zeigte LP299V® eine signifikante Verbesserung der typischen Reizdarm-Leitsymptome – einschließlich veränderter Stuhlgewohnheiten –, wobei der Therapieeffekt mit der Einnahmedauer weiter anstieg: 52 % adäquate Verbesserung nach 4 Wochen, 83 % nach 12 Wochen.14 L. plantarum 299v kann über fünf Mechanismen wirken: Ausgleich der Dysbiose, Stärkung der Darmbarriere, Normalisierung der Darmmotilität, Modulation des Immunsystems und Förderung der Mukusschicht. Die Einnahme ist auch für eine langfristige Anwendung geeignet und schonend zum Magen-Darm-Trakt.

Verstopfung ist nicht gleich Verstopfung – je nach Verlauf lassen sich verschiedene Auslöser unterscheiden:

Akute Verstopfung tritt häufig harmlos und plötzlich auf – typische Auslöser sind Stress, Reisen (Zeitumstellung, ungewohnter Tagesablauf), Hormonumstellungen und vorübergehende Medikamenteneinnahme (z. B. hochkonzentrierte Eisenpräparate, H1-Antihistaminika).

Chronische Verstopfung kann auf folgende Ursachen zurückgeführt werden:
  • Ballaststoffarme Ernährung und unzureichende Flüssigkeitszufuhr
  • Bewegungsmangel
  • Schwangerschaft
  • Dauerhafte Medikamenteneinnahme (Betablocker, ACE-Hemmer, Antidepressiva, Opioide)
  • Reizdarmsyndrom
  • Divertikelkrankheit, Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen
  • Neurologische Erkrankungen (Parkinson, Multiple Sklerose)
  • Altersbedingte Motilitätsstörung des Darms
  • In seltenen Fällen: Darmkrebs – in einer Studie mit 500 Verstopfungs-Patienten fanden sich 1,4 % mit Darmkrebs und 20 % mit möglichen Vorstufen, weshalb eine ärztliche Abklärung bei chronischer Verstopfung immer empfohlen wird
Ein wichtiger Hinweis: Mediziner unterscheiden die funktionelle (primäre) Verstopfung ohne organische Ursache von der sekundären Verstopfung, die auf eine zugrundeliegende Erkrankung zurückgeführt werden kann.
Ernährung ist der wirksamste Hebel gegen Verstopfung – sowohl zur Behandlung als auch zur Vorbeugung.

Empfehlenswerte Lebensmittel: Ballaststoffreiche Kost regt die Darmtätigkeit an und macht den Stuhl voluminöser und weicher. Besonders empfehlenswert sind Haferflocken, Dinkelflocken, Roggenbrot, Pumpernickel, Kleie, Vollkornprodukte, Artischocken, Schwarzwurzeln, Trockenfrüchte, Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen), Nüsse (Haselnüsse, Walnüsse), Flohsamenschalen und Chia-Samen. Empfohlen werden ca. 35 g Ballaststoffe täglich – allerdings sollte die Menge langsam gesteigert werden, da der Darm Zeit zur Gewöhnung braucht.

Viel trinken – unverzichtbar: Ballaststoffe können nur quellen, wenn ausreichend Flüssigkeit vorhanden ist. Mindestens 1,5–2 Liter Wasser oder ungesüßter Tee täglich sind Pflicht. Ohne Flüssigkeit können Ballaststoffe die Verstopfung sogar verschlimmern.

Geeignete Getränke: Stilles Wasser, Pflaumen- und Aprikosensaft (natürliche Sorbitquellen, wirken mild abführend), Kräutertees wie Fenchel- oder Sennestee.
Wenn der Darm sofortige Unterstützung braucht, haben sich folgende Maßnahmen bewährt:

Schnell wirksame Hausmittel:
  • Milchzucker (Laktose): Zieht Wasser aus dem Körper in den Darm – macht den Stuhl weicher und voluminöser. Starten mit 1 EL, Menge langsam steigern. Nicht geeignet bei Laktoseintoleranz.
  • Warmes Wasser mit Zitrone morgens auf nüchternen Magen – regt die Gallensaftproduktion an und stimuliert die Darmtätigkeit
  • Pflaumen oder Pflaumensaft: Reich an Sorbit, das mild abführend wirkt
  • Bewegung: Bereits ein 20-minütiger Spaziergang nach dem Essen regt die Peristaltik an
  • Magnesium: wirkt bei Verstopfung sanft abführend, da es im Darm osmotisch Wasser bindet. 

Rezeptfreie Mittel aus der Apotheke: Macrogol, Natriumpicosulfat und Bisacodyl wirken zuverlässig bei akuter Verstopfung. Sie sollten jedoch nur kurzfristig eingesetzt werden – Dauereinsatz kann Abhängigkeiten und einen „trägen Darm" fördern. Auch Zäpfchen auf Glycerin- oder Bisacodylbasis können kurzfristig helfen.

Wichtig: Schnelle Hilfe löst nicht das zugrundeliegende Problem – bei wiederkehrender Verstopfung sollten Ursachen ärztlich abgeklärt werden
Die bewährtesten Hausmittel gegen Verstopfung wirken über zwei Mechanismen: Sie machen den Stuhl weicher (osmotisch) oder regen die Darmtätigkeit direkt an (stimulierend):

1. Flohsamenschalen – das vielseitigste Hausmittel: Können mehr als das 50-fache ihres Eigengewichts an Wasser binden, quellen im Darm auf und erhöhen das Stuhlvolumen. Wirken regulierend sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall. Einnahme: 1–2 TL in mindestens 250 ml Wasser aufgelöst, anschließend viel trinken (mind. ½ Liter zusätzlich pro Einnahme).

2. Leinsamen (geschrotet) – sanft und nachhaltig: Dreimal täglich 15 g geschrotete Leinsamen – die Schleimstoffe und Öle quellen im Darm auf und machen den Stuhl geschmeidiger. Wirkungseintritt nach 12–24 Stunden, spürbare Besserung nach ca. 3 Tagen. Ebenfalls ausreichend Flüssigkeit nötig.

3. Milchzucker (Laktose) – der klassische Osmose-Trick: Unverdauter Milchzucker zieht Wasser in den Darm – macht Stuhl weicher und voluminöser. Nicht geeignet bei Laktoseintoleranz.

4. Heidelbeeren – unterschätzt wirksam: Reich an Ballaststoffen; Studien der University of Maine zeigen, dass wilde Blaubeeren die Verdauung optimieren und die Anzahl nützlicher Darmbakterien (Bifidobakterien) erhöhen können.

5. Wärme – entspannt die Darmmuskulatur: Wärmflasche auf den Bauch oder ein warmes Bad regen die Peristaltik an und lindern Bauchkrämpfe.
Bestimmte Lebensmittel können den Darm regelrecht ausbremsen – entweder weil sie arm an Ballaststoffen sind, die Darmpassage verlangsamen oder die Stuhlkonsistenz verfestigen:

Klassische Verstopfungs-Auslöser:
  • Weißmehlprodukte: Weißbrot, Toastbrot, helle Nudeln und weißer Reis enthalten kaum Ballaststoffe und quellen im Darm kaum auf
  • Bananen (überreif): Enthalten Pektine und Tannine, die den Stuhl fester machen – unreife Bananen hingegen haben eine regulierende Wirkung
  • Schokolade und Kakao: Können bei manchen Menschen die Darmtätigkeit verlangsamen
  • Rotes Fleisch: Durch hohen Fett- und niedrigen Ballaststoffgehalt verlangsamt sich die Darmpassage
  • Fertigprodukte und Fast Food: Ballaststoffarm, oft reich an Salz und Fett – begünstigt trägen Darm
  • Karotten (gekocht): Haben eine adstringierende, stuhlverfestigende Wirkung – roh sind sie eher förderlich
  • Unzureichende Flüssigkeitszufuhr: Nicht direkt ein Lebensmittel, aber der häufigste Verstärker – ohne ausreichend Wasser können Ballaststoffe nicht quellen und verfestigen den Stuhl zusätzlich.
Wenn Hausmittel nicht ausreichen, gibt es gut verträgliche rezeptfreie Optionen aus der Apotheke:
 
 
Wirkstoff Wirkprinzip Wirkungseintritt Hinweis
Macrogol Osmotisch – bindet Wasser im Darm, macht Stuhl weicher 1–2 Tage Gut verträglich, auch längerfristig einsetzbar
Magnesium Osmotisch – zieht Wasser in den Darm, entspannt gleichzeitig die Darmmuskulatur 6–12 Stunden Gut verträglich; doppelter Effekt bei krampfartiger Verstopfung. Nicht bei Nierenerkrankungen
Natriumpicosulfat Stimulierend – regt Darmperistaltik direkt an 6–12 Stunden Nur kurzfristig einsetzen
Bisacodyl Stimulierend – steigert Darmbewegung und Wassersekretion 6–12 Std. (oral), 15–30 Min. (Zäpfchen) Nicht für Dauergebrauch geeignet
Lactulose Osmotisch – unverdaulicher Zucker zieht Wasser in den Darm 1–2 Tage Besonders geeignet für Kinder und in der Schwangerschaft
Flohsamenschalen (z. B. als Kapseln) Quellung – erhöht Stuhlvolumen, reguliert Konsistenz 1–3 Tage Auch als Langzeitmaßnahme geeignet, viel trinken
 
Wichtig: Stimulierende Abführmittel (Bisacodyl, Natriumpicosulfat) sollten nicht dauerhaft eingesetzt werden – bei chronischem Gebrauch kann sich der Darm daran gewöhnen und ohne Stimulans nicht mehr selbstständig arbeiten. Bei chronischer Verstopfung immer ärztlich abklären lassen.
Ja – bestimmte Heilpflanzen-Tees haben eine nachgewiesene verdauungsfördernde oder mild abführende Wirkung:

Fencheltee: Der Klassiker bei Verstopfung und Blähungen – wirkt harntreibend, krampflösend und entzündungshemmend. Die ätherischen Öle des Fenchels entspannen die Darmmuskulatur und regen die Peristaltik an. Empfehlung: 2–3 Tassen täglich, frisch aufgebrüht.

Pflaumentee / Pflaumensaft warm: Reich an Sorbit – einem natürlichen Zuckeralkohol mit osmotisch abführender Wirkung. Morgens warm trinken verstärkt den Effekt.

Sennestee: Enthält Sennoside – stimulieren die Darmschleimhaut direkt und regen die Peristaltik an. Wirkungseintritt nach 6–12 Stunden. Nur kurzfristig einsetzen, nicht bei Darmerkrankungen oder in der Schwangerschaft.

Ingwertee: Regt die Verdauungssäfte an, fördert die Magenentleerung und kann die Darmpassage beschleunigen.

Kamillentee: Beruhigt die Darmschleimhaut, wirkt entzündungshemmend und krampflösend – besonders sinnvoll, wenn Verstopfung mit Bauchkrämpfen einhergeht.

Grundregel für alle Tees: Heiß und ohne Zucker trinken – und ausreichend Flüssigkeit über den Tag verteilt zu sich nehmen, damit Ballaststoffe quellen können.
Die medizinische Definition ist weniger eindeutig als viele erwarten – denn Verdauung ist ein sehr individueller Vorgang.

Formal liegt eine Verstopfung vor, wenn der Stuhlgang weniger als dreimal pro Woche stattfindet. Allerdings können auch Menschen, die täglich auf die Toilette gehen, unter Verstopfung leiden – wenn der Stuhl sehr hart ist, das Pressen große Anstrengung erfordert, das Gefühl unvollständiger Entleerung besteht oder der Bauch dauerhaft aufgebläht und druckempfindlich ist.

Mediziner unterscheiden drei Verlaufsformen:
  • Akute Verstopfung: Plötzlich auftretend, meist harmlos und kurzfristig
  • Gelegentliche / situative Verstopfung: Tritt in bestimmten Lebenssituationen auf (Reisen, Stress, Schichtarbeit)
  • Chronische Verstopfung: Besteht seit mindestens 3 Monaten, beeinträchtigt die Lebensqualität deutlich und sollte ärztlich abgeklärt werden
Die normale Darmpassagezeit beträgt übrigens 72 Stunden – das ist die Zeit, in der der Speisebrei den gesamten Verdauungstrakt durchläuft.
Verstopfung bei Kindern ist häufiger als viele denken – und in mehr als 95 % der Fälle bei Kindern über einem Jahr funktioneller Natur, also ohne organische Ursache. Häufigste Auslöser sind ballaststoffarme Ernährung, zu wenig Trinken und mangelnde Bewegung.

Ernährung anpassen:
  • Vollkornbrot statt Weißbrot, ausreichend Obst (Pflaumen, Birnen, Kiwi) und Gemüse
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel schrittweise erhöhen
  • Ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee trinken (Richtwert: ca. 1 Liter pro Tag für Schulkinder)
Mild wirksame Hausmittel für Kinder:
  • Pflaumensaft oder -mus: Reich an Sorbit, wirkt sanft abführend und wird von den meisten Kindern gut akzeptiert
  • Milchzucker (Laktose): Zieht Wasser in den Darm – sanfter Effekt, gut verträglich
  • Flohsamenschalen in Joghurt oder Smoothie einrühren (ab ca. 6 Jahren, immer mit viel Flüssigkeit)
Medikamentös (nach ärztlicher Rücksprache): Lactulose ist das bevorzugte Mittel der Wahl bei Kindern – gut verträglich, osmotisch wirkend und nicht systemisch. Bei Säuglingen und Babys mit Verstopfung immer zuerst den Kinderarzt aufsuchen, da hier andere Ursachen ausgeschlossen werden müssen.
Verstopfung ist in den meisten Fällen harmlos und klingt von selbst oder durch einfache Maßnahmen ab. Es gibt jedoch klare Warnsignale, bei denen ärztliche Abklärung notwendig ist:

Sofort zum Arzt:
  • Blut im Stuhl oder schwarzer, teerartiger Stuhl
  • Starke oder plötzlich einsetzende Bauchschmerzen
  • Berührungsempfindlicher, harter Bauch
  • Erbrechen von Kot oder Übelkeit mit Fieber
  • Verdacht auf Darmverschluss
Zeitnah zum Arzt:
  • Verstopfung besteht seit mehr als 3 Wochen ohne erkennbare Ursache
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Wechsel zwischen starker Verstopfung und Durchfall
  • Verstopfung begleitet von anhaltenden Bauchschmerzen oder Blähungen
Wichtig zu wissen: In einer Studie mit 500 Patienten mit chronischer Verstopfung fanden sich 1,4 % mit Darmkrebs und 20 % mit möglichen Vorstufen – eine ärztliche Abklärung ist daher bei anhaltender Verstopfung ausdrücklich empfohlen. Der Arzt kann durch Anamnese, Blutbild, Ultraschall oder Darmspiegelung Ursachen wie Reizdarmsyndrom, Schilddrüsenerkrankungen oder organische Erkrankungen zuverlässig ausschließen.
Wissenschaftlich geprüft von: Dr. Lena Bruder
Zuletzt geändert: 06.07.2026
Lesedauer: 6 Minuten