Unser Immunsystem: So wehrt sich der Körper gegen Viren und Co.

Bodyguard oder Troublemaker – das Immunsystem kann polarisieren. Allerdings verfolgt es stets das gleiche Ziel. Es bewahrt den Organismus vor krankmachenden Viren, Bakterien, Schadstoffen und anderen Eindringlingen. Wie gut ihm das gelingt, ist ganz unterschiedlich. Während manche Menschen ein schwaches Immunsystem besitzen, geht eine Erkältung an anderen scheinbar spurlos vorbei. Der Schutzmechanismus ist jedoch zunächst bei jedem gleich. Ein Blick hinter die Kulissen verrät, welch ausgefeilte Technik dafür sorgt, dass die meisten Eindringlinge unbemerkt abgewehrt werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Immusystem erkennt u.a. Krankheitserreger und krankmachenden Veränderungen im Körper und reagiert mit Abwehrmaßnahmen..
  • Zahlreiche Akteure sind an der Immunantwort beteiligt. Dazu zählen Haut, Schleimhäute, Darmbakterien, lymphatische Organe und Immunzellen.
  • Experten unterscheiden die angeborene von der erworbenen Körperabwehr.
  • Der Darm spielt eine besondere Rolle für die Immunabwehr, da sich dort 80% der Immunzellen befinden.
  • Mit einer abwechslungsreichen Ernährung, Bewegung und gezielter Darmpflege (z.B. mit spezifischen Mikrobiotika) kann das Immunsystem unterstützt werden.

Was ist das Immunsystem?

Der Begriff „Immunsystem“ begleitet uns alle im Alltag. Beim Arztbesuch, in den Medien oder wenn gerade wieder eine Erkältung im Anmarsch ist. Scheinbar ist das Immunsystem allgegenwärtig, aber gibt es auch eine Immunsystem-Definition? Tatsächlich sind sich Forscher*innen und Mediziner*innen darüber einig, worum es sich bei dem Immunsystem handelt und welche Aufgaben es für den Organismus übernimmt. Das menschliche Abwehrsystem ist eine unverzichtbare Steuereinheit des Körpers. Mit strukturierten Prozessen, die koordiniert ablaufen, werden fremde Substanzen auf Abstand gehalten. Selbst mikroskopisch kleine Lebewesen können effektiv bekämpft werden, bevor sie sich im Körper ausbreiten und dauerhaften Schaden anrichten. Das Immunsystem hat das oberste Ziel, Infektionen und Erkrankungen zu verhindern. Besonders faszinierend ist, dass es dabei zwischen eigenen und fremden Strukturen unterscheiden kann.1

Gut zu wissen!

Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, Pflanzen und sogar Mikroorganismen besitzen ein Immunsystem, das ihnen zum Schutz dient.1

Das Immunsystem macht Schluss mit ungebetene Gästen wie z.B. Viren

Immunsystem: Funktion im Überblick

Das Immunsystem arbeitet 24 Stunden am Tag und kennt keine Feiertage. Denn egal ob wir im Büro sitzen oder Sport treiben, wir sind täglich einer Vielzahl Bakterien, Viren, Parasiten und Pilzen ausgesetzt. Dazu kommen aber auch Lebensmittelbestandteile, Pollen, Staub und sonstige Fremdstoffe mit denen unser Körper klar kommen muss. Das Immunsystem sorgt dafür, dass wir uns trotzdem gesund fühlen. 

Die Schutzschilde müssen demnach hochgehalten werden. Sollte es doch einmal ein Unruhestifter in den Organismus schaffen, muss er schnell beseitigt werden, bevor der Schaden zu groß ist. 

Folgende Aufgaben besitzt das Immunsystem:

  1. Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten abwehren. Falls sie in den Körper gelangt sind, gilt es sie zu eliminieren und abzutransportieren.
  2. Unerwünschte Zellveränderungen, die Krankheiten auslösen können, analysieren und beseitigen. Dazu gehören beispielsweise Krebszellen.
  3. Schadstoffe von außen unter die Lupe nehmen. Fallen sie unter die Kategorie „schädlich“ werden sie neutralisiert.

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Das Immunsystem ist keine neue Errungenschaft

Insbesondere in der Corona-Pandemie wurde das körpereigene Abwehrsystem häufig thematisiert. Auch wenn sich viele Menschen erst angesichts einer solchen Bedrohung intensiv mit der Immunsystem-Bedeutung auseinandersetzen, haben uns die ausgetüftelten Mechanismen stets still begleitet. Das Immunsystem ist praktisch so alt wie die Menschheit selbst. Genauso wie die menschliche Spezies hat es sich weiterentwickelt, um seinen Schutz stetig zu verbessern. Zahlreiche Pioniere haben uns geholfen, das Abwehrsystem besser zu verstehen.

  • 1796 spritzte der britische Landarzt Edward Jenner einem Jungen eine Flüssigkeit. Sie stammte aus der Pustel eines an Kuhpocken erkrankten Mädchens. Nach der Injektion erkrankte der Junge ebenfalls, allerdings hatte er die Infektion schnell überwunden. Im Anschluss legte Jenner mit den Pocken nach, die auch einen tödlichen Verlauf nehmen können. Bei dem Jungen blieb eine schwere Erkrankung allerdings aus. Mit diesem wichtigen Schritt lieferte Jenner die Basis für die erste Impfung (Immunisierung).2
  • 1876 lieferte Robert Koch Beweise dafür, dass Infektionskrankheiten durch Mikroorganismen entstehen. Deshalb wird er als Begründer der Bakteriologie und Infektiologie bezeichnet.2
  • 1883 gelang es Ilja Iljitsch Metschnikow, dem Immunsystem weiter auf die Schliche zu kommen. Er entdeckte die weißen Blutkörperchen und dass sie entscheidend für die Immunabwehr sind.3

Mehr dazu: Das Who ist Who der Immunzellen

Immunsystem: Organe und Barrieren

Mit zahlreichen Akteuren des Immunsystems können Angreifer abgewehrt und eliminiert werden. Der Körper bedient sich dabei innerer und äußerer Barrieren.2,4

1. Haut/Schleimhäute und Körperflüssigkeiten

Viele Krankheitserreger versagen bereits kläglich an der ersten Hürde. Das größte Organ, die Haut, verhindert, dass Viren, Bakterien und Co. überhaupt erst in den Körper gelangen. Das größte Tor zur Außenwelt sind sicherlich die Nase und der Mund. Nasenschleimhäute, Atemwegsschleim und Zilien in den Bronchien tun ihr Bestes, um Eindringlinge wie eine Art Kehrmaschine wieder nach draußen zu befördern und die Lunge vor Fremdstoffen aller Art zu schützen. Selbst Körperflüssigkeiten wie Urin, Tränen und Speichel enthalten Enzyme, die bakterienhemmend wirken. Gelangen z.B. doch noch Keime aus dem Mund und Speichel in den Magen, beseitigt die Magensäure sowie Verdauungsenzyme so gut es möglich ist unerwünschte Fremdstoffe.

2. Immunzellen

In der Blutbahn, dem Lymphwegen und in Geweben patrouilliert eine unglaubliche Vielzahl von Immunzellen. Bei den Immunzellen handelt es sich um knallharte Gegner, an denen viele Krankheitserreger regelmäßig scheitern. Über 80% von ihnen haben ihren Sitz im Darmgewebe, um dort körperfremde Strukturen zu erkennen und zu bekämpfen. Man kann also behaupten, dass der Darm die oberste Kommandozentrale des Immunsystems ist. Man nennt es deshalb auch das „Darm-assoziierte Immunsystem“.

  • In der Dünndarm-Wand sitzen z.B. sogenannte „Paneth-Zellen“, die spezifische Stoffe abgeben, um Eindringlinge zu bekämpfen (u.a. β-Defensin, Lysozym) und sogenannte „M-Zellen“ die Eindringlinge aus dem Darmlumen aufnehmen und zu anderen Abwehrzellen weiterleiten. 
  • Sogenannte dendritische Zellen bilden eine Art Fühler aus, um zwischen den Darmwandzellen hindurchzugreifen. Damit nehmen sie Proben aus dem Dünn- und Dickdarm und leiten entsprechende Informationen an die Immunabwehr weiter. 
  • Es gibt aber auch Immunzellen, die überall im Körper aktiv sind. Leukozyten, auch als weiße Blutkörperchen bezeichnet, kommunizieren miteinander, um Krankheitserreger zu vernichten. Dafür brauchen sie allerdings ein Kommunikationsmedium. Genau an dieser Stelle kommen Botenstoffe (Zytokine) oder Oberflächenstrukturen ins Spiel. Mediziner*innen erwähnen in dem Zusammenhang auch oft NK-Zellen (natürliche Killerzellen), Granulozyten und Monozyten – das sind Fresszellen, die in der Lage sind, den Krankheitserreger in sich aufzunehmen und so praktisch aufzufressen.5 Andere Immunzellen eliminieren Krankheitserreger durch Bildung von Antikörpern.3,6,5

Die Abläufe einer Immunreaktion funktionieren allerdings nur dann, wenn alle Beteiligten wissen, was sie zu tun haben und das kann ganz schön komplex sein. 

3. Lymphatische Organe und Gewebe

Abwehrzellen sind wichtige Frontkämpfer des Immunsystems und müssen vom Körper ständig neu gebildet werden. Dies geschieht in den lymphatischen Organen, zu denen das Knochenmark, die Milz, die Mandeln, die Thymusdrüse, die Lymphknoten und die Lymphgefäße der Schleimhäute (z.B. das Darm-assoziierte Immunsystem) zählen. Sie sind die wichtigsten Organe des Immunsystems und so Teil des lymphatischenSystems. Großartige Arbeit leistet auch das Lymphgewebe, das sich im Harntrakt und in den Atemwegen befindet.8

4. Darmflora / Mikrobiom

Der Darm ist die größte Grenzfläche unseres Körpers zur Außenwelt. Tagtäglich wird er also mit körperfremden Stoffen konfrontiert, von denen er gute (z.B. Nahrungsmittelbestandteile) von bösen (Krankheitserreger) unterscheiden muss. Dafür hat er eine intelligente Darmbarriere entwickelt, die zwar krankmachende Eindringlinge effizient abwehrt und dennoch durchlässig für essentielle Nährstoffe aus der Nahrung ist:

  • 1. Stufe: Das Mikrobiom („Darmflora“)
  • 2. Stufe: Die Darmwand und -schleimhaut („Mukus“)
  • 3. Stufe: Das Darm-assoziierte Immunsystem
Die intelligente Darmbarriere besteht aus 3 Stufen

Die meisten Darmbakterien (auch Mikrobiota genannt) sitzen im Dickdarm und besiedeln dort u.a. die auf den Epithelzellen liegende dicke Darmschleimhaut („Mukus“). Die Darmbakterien sind essentiell, damit sich das Immunsystem bei Kindern entwickeln, denn es muss im Laufe der ersten 3 Lebensjahre zunächst lernen, körpereigene Zellen (Darmflora oder Nahrungsbestanteile) zu erkennen und zu tolerieren, krankmachende Keime jedoch abzutöten. Darmbakterien besitzen hier eine Schlüsselrolle, indem sie das Immunsystem trainieren, zwischen „gut“ und „böse“ zu unterscheiden. Diese gelernten Informationen werden auch an Abwehrzentren in anderen Körperregionen weitergegeben. Später ist die Darmflora sogar in der Lage das Immunsystem zu steuern und vor entzündungsfördernden Mechanismen zu schützen.

Gut zu wissen!

Der Blinddarm galt lange als überflüssig und hatte durch die hohe Anfälligkeit zur Blinddarmentzündung (Appendizitis) einen miserablen Ruf. Früher wurde er sogar rein vorsorglich entfernt. Inzwischen weiß man jedoch, dass der Blinddarm, besser gesagt der Wurmfortsatz, Teil des Immunsystems ist und hauptsächlich aus Lymphgewebe besteht. Er scheint v.a. eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Immunsystems beim Fötus und heranwachsenden Kindern zu haben. Der Blinddarm dient außerdem als kleiner Reservetank für die Darmflora und beherbergt eine Auswahl wichtiger gutartiger Keime, die u.a. nach schweren Darm- und Durchfallerkrankungen zur Wiederbesiedlung des Darms nützlich sind. Angst um die Gesundheit muss man jedoch nicht haben, falls der Wurmfortsatz operativ entfernt worden ist. Solche schweren Durchfallerkrankungen sind in der industriellen Welt durch verbesserte Hygiene sehr selten geworden. Außerdem gibt es für die Wiederherstellung der Darmflora nach Durchfall oder nach Antibiotika ausgewählte mikrobiologische Präparate (Mikrobiotika) zum Einnehmen (wie z.B. Innovall® AID oder Innovall® CDI).

 

 

Antikörper werden von speziellen Immunzellen produziert und verklumpen den Erreger.   

Das Who is Who der Immunzellen

Bei so vielen Immunzellen kann schon einmal der Überblick verloren gehen. Das Who is Who der Immunzellen schafft Klarheit über deren spezifische Aufgaben. Die wichtigsten Vertreter der Immunzellen sind die weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie sind überall im Körper unterwegs und werden unterteilt in GranulozytenMonozyten und LymphozytenDabei hat jede Immunzellen-Art ihre eigene Funktion in der Immunabwehr:

Granulozyten

Sie gehören zur angeborenen, zellulären Immunabwehr. Man unterscheidet neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten. Neutrophile Granulozyten sind auf die Abwehr von Bakterien‎, Viren‎ und Pilzen im Blut spezialisiert; eosinophile und basophile Granulozyten helfen bei der Abwehr von Parasiten, sind aber auch an allergischen Reaktionen beteiligt. Auch Mastzellen spielen hier mit.

Monozyten (Fresszellen)

Sie gehören zur angeborenen, zellulären Immunabwehr. Sie bilden sich zu Makrophagen aus und haben die Aufgabe, körperfremdes Material zu erkennen und dann in sich aufzunehmen (zu phagozytieren, also zu fressen) und so unschädlich zu machen. Außerdem aktivieren sie dabei andere Immunzellen und die Immunreaktion kommt in Gang. 

Lymphozyten

Sie gehören zum größten Teil zur erworbenen (also spezifischen), zellulären Immunabwehr und sind die wichtigste Gruppe der Immunzellen, u.a. da sie ein immunologisches Gedächtnis bilden können. Damit sie Krankheitserreger spezifisch erkennen und ausschalten können, haben sie sogenannte Rezeptoren auf ihrer Zelloberfläche. Zu den Lymphozyten gehören Natürliche Killerzellen, T-Lymphozyten (T-Zellen) und B-Lymphozyten (B-Zellen).

  • Natürliche Killerzellen: Sie gehören noch zur angeborenen Immunabwehr und greifen Zellen die mit Viren infiziert wurden, sowie Tumorzellen an.
  • T-Zellen: Man unterscheidet u.a. T-Helferzellen (erkennen Antigene und koordinieren entsprechende Abwehrmaßnahmen durch andere Immunzellen), T-Killerzellen (können infizierte Zellen zerstören) sowie T-Gedächtniszellen (speichern Antigen-Information).

B-Zellen: B-Zellen werden durch spezifischen Kontakt mit passenden Antigenen von körperfremdem Material aktiviert. Sie entwickeln sich dann zum einen in Plasmazellen, welche ganz spezifische Antikörper gegen den Krankheitserreger ausbilden. Das sind Eiweiße, die sich an Krankheitserreger heften und sie verklumpen. Diese Komplexe werden dann von Fresszellen eliminiert.9,10,11 Zum anderen entwickeln sich die B-Zellen zu Gedächtniszellen, die die Antigen-Information speichern. Sie erkennen denselben Eindringling bei einem erneuten Befall, können sich dann sehr schnell vermehren und die Abwehr dadurch schneller in Gang bringen.

Was ist das spezifische und unspezifische Immunsystem?

Der Immunsystem-Aufbau basiert auf zwei verschiedenen Komponenten. Mediziner unterscheiden hier die unspezifische Immunabwehr von der spezifischen Immunabwehr. Die unspezifische Abwehr wird auch „angeborene Immunabwehr“ genannt. Sie begleitet einen Menschen von Geburt an und setzt stets die gleichen Abwehrmechanismen ein, unabhängig davon, um welchen Eindringling es sich handelt. Die spezifische Immunabwehr hingegen wird im Laufe des Lebens (besonders aber in den ersten Lebensjahren) geschult und trainiert, also erworben. Damit ist sie imstande, Erreger ganz gezielt und schneller anzugreifen, als die unspezifische angeborene Immunantwort. Besonders spannend ist, dass sich das erworbene Immunsystem durch die Bildung von Gedächtniszellen ein Leben lang an Wiederholungstäter erinnert. 

Beide Komponenten arbeiten eng zusammen und verwenden dafür Immunzellen (zelluläre Immunantwort), aber auch andere Stoffe wie Botenstoffe, Antikörper oder Enzyme (humorale Immunantwort).

Wie funktioniert die Immunabwehr?

Das Immunsystem ist darauf trainiert gute von bösen Strukturen zu unterscheiden. Das bedeutet, einerseits toleriert es gesunde körpereigene Strukturen, z.B. die Darmflora oder unsere Körperzellen, zum anderen erkennt und eliminiert es kranke körpereigene Zellen und Fremdkörper von außen. In den meisten Fällen gelingt dies ohne dass wir etwas davon bemerken. Aber was passiert genau, wenn wir uns mit einem Krankheitserreger infizieren?

Zelluläre Immunantwort:

Wenn eine Körperzelle mit einem Erreger (z.B. Virus) infiziert wird, präsentiert die Zelle das Antigen des Eindringlings an ihrer Außenseite. Gleichzeitig verspeisen Makrophagen aufgespürte Eindringling per Phagozytose und aktiveren T-Helferzelle mit dem passenden Rezeptor. Dabei stößt die T-Helferzelle einen Botenstoff (Zytokin) aus, der die T-Killerzellen mit dem passenden Rezeptor herbeiruft. T-Killerzellekönnen Giftstoffe absondern, die die infizierten Körperzellen abtöten. Schlussendlich wird noch aufgeräumt: die Makrophagen verspeisen auch noch die abgetöteten Körperzellen.

Humorale Immunantwort:

Makrophagen verspeisen wieder einen aufgespürten Eindringling und präsentieren das Antigen einer T-Helferzelle mit dem passenden Antigen-Rezeptor. Die T-Helferzelle schüttet einen Botenstoff (Zytokin) aus, der die B-Zelle aktiviert und anregt sich in B-Plasmazellen und B-Gedächtniszellen auszubilden. Die B-Plasmazellen produzieren große Mengen passende Antikörper gegen das spezifische Antigen. Antikörper binden an den Erreger, verklumpen es und machen es so unschädlich. Und wieder wird nach der erfolgreichen Abwehr aufgeräumt: Makrophagen verspeisen die verklumpten Krankheitserreger. Die B-Gedächtniszellen sind langlebig  und merken sich die Antigene. Bei einem sekundären Kontakt mit dem Antigen sorgen sie für eine schnellere und wirksamere Immunantwort.

Alle Impfungen werden heutzutage im internationalen Impfpass eingetragen.

Wie funktioniert eine Impfung (Immunisierung)?

Gegen Tetanus, Polio oder Grippeviren kann man sich heutzutage impfen lassen. Es werden dafür jedoch unterschiedliche Impfmethoden verwendet.

Aktive Impfung: Gabe von abgeschwächten Erregern (attenuierter Lebendimpfstoff) oder von Erreger-Bestandteilen (Antigenen, mRNA). Dabei wird das eigene Immunsystem angeregt, Antikörper und Abwehrzellen wie Gedächtniszellen gegen diesen Erreger zu entwickeln. Bei einer ungewollten Infektion werden dann schnell Antikörper produziert und verklumpen den Krankheitserreger.

Passive Impfung: Zuführung von Antikörpern (z.B. Tollwut). Die Wirkung ist allerdings nur von kurzer Dauer. Es werden keine Gedächtniszellen gebildet und nach wenigen Monaten werden die injizierten Antikörper abgebaut. 

Immunsystem stärken: Jeder hat seine eigene Immunsystem-Kur

Viele Eltern interessieren sich dafür, wie sie das noch nicht ausgereifte Immunsystem von Kindern stärken können. Aber auch infektanfällige Menschen sind häufig auf der Suche nach Immunsystem Hausmitteln zur Stärkung. Bevor ein Versuch unternommen wird, das Immunsystem mit Tabletten zu unterstützen, ist es sinnvoll, zunächst einfache Tricks anzuwenden. Das Immunsystem natürlich stärken mit Sport klappt in der Regel sehr gut, denn Untersuchungen zeigen, dass die Körperabwehr auf einen sportlich aktiven Lebensstil mit einer Steigerung der Immunzellen reagiert.12 Eine ausgewogene Ernährung ist ebenfalls von großer Bedeutung. Schließlich benötigt der menschliche Körper Nährstoffe wie Vitamin D, um den reibungslosen Ablauf des Immunsystems sicherzustellen. Die gesunde Ernährung unterstützt auch die Darmflora, die außerdem durch spezifisch ausgewählte mikrobiologische Präparate (wie z.B. Innovall® AID) gefördert werden kann.

Hausmittel wie Holunderblütentee enthalten Antioxidantien und können ebenfalls hilfreich sein. Jeder hat die Möglichkeit, seine ganz eigene Immunsystem-Kur zu entwickeln, um die Abwehrkräfte gegen die nächste Erkältung zu wappnen.

Hochwertige Probiotika (Mikrobiotika) schmeicheln dem Darm.

Starker Darm – Starkes Immunsystem: Mikrobiotika als Hilfestellung

Im Darmgewebe befinden sich 80% der menschlichen Immunzellen, denn viele Krankheiterreger nutzen den Darm als Eintrittspforte in den Körper. Hier hat das Immunsystem die schwierige Aufgabe, zwischen krankmachenden (Erreger) und nichtpathogenen Antigenen (natürliche Darmflora, Nahrungsmittel) zu unterscheiden und gegen harmlose tolerant zu werden. Mit einem ausgeklügelten Angriff und vielen Helfern gelingt es jedoch dem Immunsystem Eindringlinge rechtzeitig zu erkennen und zu eliminieren. Zum einen ist der Dünndarm mit Epithel-Zellen ausgestattet, die direkt unerwünschte Gäste abwehren können, zum anderen ist das Mikrobiom, als Teil des Darm-assoziierten Immunsystems, ein wichtiger Player in der Entwicklung des Immunsystems und der Immunabwehr.13,14 Eine gesunde Darmflora ist daher wichtig für die Körperabwehr. Wer also sein Immunsystem aufbauen möchte, sollte auch die Darmgesundheit nicht vergessen. Faktoren wie Stress, eine einseitige Ernährung oder Medikamenteneinnahmen können die Darmflora dauerhaft belasten. Unerwünschte Darmbakterien erhalten dann die Chance die Oberhand zu gewinnen. Um die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen, können mikrobiologische Präparate (Mikrobiotika) wie Innovall® AID unterstützen. Innovall® AID enthält zehn spezifisch ausgewählte Bakterienstämme, die natürlich im menschlichen Darm vorkommen. Die hilfreichen Bakterien können die Magen-Darm-Passage überwinden und so die symbiotische Beziehung zwischen Mensch und Darm-assoziiertem Immunsystem stärken.

FAQ

Wie funktioniert das Immunsystem?

Das Immunsystem profitiert von zahlreichen Akteuren. Insbesondere Immunzellen übernehmen wichtige Aufgaben. Sie helfen dem angeborenen und erworbenen Immunsystem dabei, unerwünschte Eindringlinge abzuwehren oder zu eliminieren.

Wie stärke ich mein Immunsystem?

Durch die aktuellen Geschehnisse sind vor allem das Immunsystem und Corona ein häufig diskutiertes Thema. Der Körper und seine zugehörige Abwehr können durch zahlreiche Maßnahmen unterstützt werden. Das Immunsystem benötigt u.a. Vitamine (z.B. Vitamin C und Vitamin D), um die komplexen Aufgaben zu erfüllen. Je gesünder der Darm, desto fitter auch unsere Immunabwehr. Hier helfen eine gesunde und vielfältige Ernährung, ausgewählte Probiotika (Mikrobiotika), aber auch Hausmittel wie Holunderblütentee können durch die enthaltenen Antioxidantien hilfreich sein.

Was sind Antigene?

Antigene werden vom Körper als „fremd“ eingestuft und daher in der Regel bekämpft. Dabei kann es sich u.a. um Substanzen oder Strukturen handeln, die von außen in den Körper gelangen (z.B. Bakterienbestandteile, Viren, Pollen, Nahrungsmittelbestandteile). Werden sie vom Körper als schädlich eingestuft, bilden sich spezifische Antikörper gegen die Antigene und spezialisierte Fresszellen eliminieren den ungebetenen Gast.15