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Divertikel OP / Divertikulitis OP

Divertikel sind kleine Darmausstülpungen, die meisten harmlos sind – Betroffene merken oft gar nicht, dass es zu den Ausstülpungen im Darm gekommen ist.1 Doch manchmal verursachen sie Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Verdauungsprobleme. Erst dann spricht man von einer Divertikelkrankheit. Entzünden sich die kleinen Darmausstülpungen, handelt es sich um eine Divertikulitis.

Divertikel sind also nicht immer völlig unproblematisch. Wir verraten Ihnen, in welchen Fällen eine Divertikel OP / Divertikulitis OP sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nicht jede Divertikelkrankheit oder Divertikulitis erfordert eine Operation.
  • Wenn es zu Abszessen, Verengungen oder starken Beschwerden kommt, können Mediziner*innen einen operativen Eingriff empfehlen.
  • Wie bei anderen Operationen auch, gibt es bestimmte Risiken, wie Verwachsungen, undichte Nähte oder Wundinfektionen.
  • Eine gängige Operation bei Divertikeln die Komplikationen machen, ist die sogenannte Sigmaresektion, bei der Chirurg*innen einen Teil des Dickdarms entfernen.
  • Nach der Divertikulitis-OP können eine spezielle Ernährung und weitere angepasste Verhaltensweisen den Heilungsprozess unterstützen.
  • Ausgewählte Probiotika können laut Studien sowohl Verdauungsbeschwerden bei einer Divertikelkrankheit als auch das Risiko einer Divertikulitis
Das Bild zeigt drei Chirurgen während einer OP. Eine Operation ist bei einer Divertikulitis oder einer Divertikelkrankheit nur selten nötig.
Eine Operation ist bei einer Divertikulitis oder einer Divertikelkrankheit nur selten nötig.

In welchen Fällen ist eine Divertikel-Operation empfehlenswert?

Eine Divertikulitis kann zu erheblichen Beschwerden führen. In einigen Fällen kann sogar eine Operation notwendig sein, um die Symptome zu lindern oder um Komplikationen zu vermeiden.

Die Entscheidung zur Durchführung einer Divertikulitis-Operation hängt von verschiedenen Faktoren ab. Da eine Operation stets einen Eingriff in den Körper bedeutet, ist es natürlich wichtig, hier genau abzuwägen. Hier sind einige wichtige Punkte, die Ihnen helfen können, die Notwendigkeit einer Operation besser zu verstehen:2,3

  1. Schwere der Symptome: Wenn Ihre Divertikulitis-Symptome sehr schwerwiegend sind und konservative Behandlungen (v.a. mit Antibiotika) nicht ausreichend geholfen haben, kann vom Arzt eine Operation in Betracht gezogen werden.
  2. Komplikationen: Das Vorliegen von Komplikationen wie Abszesse, die größer als 3 cm sind, Darmverschlüsse oder Fisteln erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Operation. Ihr Arzt wird individuelle Risiken und Nutzen abwägen und Ihnen eine Empfehlung aussprechen.
  3. Notfall: Manchmal kann es bei Menschen mit einer schweren Form der Divertikulitis, die als akute komplizierte Divertikulitis bezeichnet wird, zu einer Komplikation namens „freie Perforation“ kommen. Das bedeutet, dass Darmausstülpungen „geplatzt“ sind und Darm-Inhalt in die Bauchhöhle gelangt (Darmdurchbruch). Dies kann zu einer Entzündung und Infektion im Bauchraum führen, die als Peritonitis bezeichnet wird. In solch schweren Fällen ist ein sofortiger medizinischer Eingriff erforderlich. Die Empfehlung lautet, dass Patienten mit freier Perforation und Peritonitis innerhalb von 6 Stunden nach Diagnosestellung operiert werden sollten.
  4. Wiederkehrende Divertikulitis mit Fisteln: Bei einer chronisch fortgeschrittenen Form der Divertikulitis, bei der es zu wiederkehrenden Entzündungen und Komplikationen kommt, treten manchmal Fisteln auf. Das sind ungewollte Verbindungen oder Kanäle, die sich zwischen verschiedenen Organen oder Geweben bilden können. In diesen Fällen wird eine Divertikel-OP empfohlen.

Gut zu wissen!

Die symptomatische unkomplizierte Divertikelkrankheit (kurz: SUDD) sollte nicht operativ behandelt werden. Hier haben die langfristige Einnahme von dafür ausgewählten Probiotika sowie Anpassung von Lebensstil und Ernährung gute Ergebnisse gezeigt.

Divertikulitis-OP / Divertikel-OP: Risiken genau abwägen

Auf dem Bild klärt eine Ärztin eine Patientin auf: Eine Divertikel-OP soll Beschwerden lindern.
Eine Divertikel-OP soll Beschwerden lindern.

Bei einer Divertikulitis-OP ist es wichtig, sich zu informieren, was während des Eingriffs und in der postoperativen Phase zu erwarten ist. Wie bei jedem operativen Eingriff gibt es auch bei einer Divertikel OP gewisse Risiken, die von Fall zu Fall abzuwägen sind. Dazu gehören mögliche Infektionen, Blutungen und Schäden an umliegenden Geweben. Probleme mit der Narkose oder eine Thrombose können ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Machen Sie sich kundig über die Erfahrung anderer Patienten und die möglichen Risiken, die von Fall zu Fall abzuwägen sind und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, um ausreichend informiert zu sein.2

Gut zu wissen!

Bei den möglichen Komplikationen ist es verständlich, dass man möglicherweise Angst vor einer Divertikel-OP hat. In dem Fall hilft es oft, mit dem behandelnden Arzt zu sprechen und sich mit Erfahrungsberichten von Patienten mit Divertikel-OPs auseinanderzusetzen, z.B. in speziellen Divertikel-Foren. Auch empfiehlt sich die Wahl eines Spezialisten für Divertikel-OPs.

Wie läuft eine Divertikel-OP/Divertikulitis-OP ab?

Der Ablauf einer Divertikulitis- oder Divertikel-Operation kann je nach individueller Situation variieren. Hier sind einige allgemeine Punkte zum Operationsablauf und zur postoperativen Rehabilitation:

  • Vor der Operation: Vor dem Eingriff werden Sie mit Ihrem Arzt über den Operationsablauf und die Vorbereitungen sprechen. Dies kann eine Anpassung Ihrer Medikation und somit die Vorbereitung des Darms auf den Eingriff bedingen.

  • Die Operation: Während der Operation entfernt der Chirurg die betroffenen Bereiche – meistens im unteren Dickdarm. Man spricht dabei von einer sogenannten Sigmaresektion. Der Eingriff hängt jedoch von Ihrer spezifischen Diagnose ab: die meisten Divertikel sitzen zwar im Sigma, allerdings können sie sich auch in anderen Regionen des Darms befinden. Deshalb kann es sein, dass Sie auch nach dem routinemäßigen Divertikel-OP-Verlauf nicht „divertikel-frei“ sind.2,4 Wie lange Ihre Arbeitsunfähigkeit nach der Divertikulitis OP andauert, hängt vom Heilungsverlauf ab. In der Regel sind ein bis zwei Wochen ausreichend.5

  • Reha nach der Operation: Die postoperative Rehabilitation ist entscheidend für eine erfolgreiche Genesung. Um die rasche Heilung zu fördern, werden Sie von medizinischem Fachpersonal mit Beratung zu Wundpflege, Ernährung und körperlicher Betätigung unterstützt.
Das Bild zeigt den Ablauf einer Divertikulitis-OP in drei Bildern.  Der Ablauf lässt sich in 3 Punkte gliedern: Vorbereitung/Aufklärung, Operation, Nachsorge.
Der Ablauf lässt sich in 3 Punkte gliedern: Vorbereitung/Aufklärung, Operation, Nachsorge.

Zenker-Divertikel-Operation – Was Sie wissen sollten

Was ist eigentlich ein Zenker-Divertikel? Ein Zenker-Divertikel ist eine Ausstülpung oder Tasche, die sich nicht im Dickdarm sondern in der Speiseröhre bildet. Es kann zu Problemen beim Schlucken, Halsschmerzen und anderen Symptomen führen.

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt werden den Nutzen einer Zenker-Divertikel-Operation im Verhältnis zu Ihren Symptomen und der Lebensqualität abwägen. Sie sollten gemeinsam überlegen, ob eine Operation und die damit verbundenen Risiken die richtige Wahl ist. Sprechen Sie daher über diese potenziellen Komplikationen.

Die wichtigsten Tipps nach einer Divertikel-OP / Divertikulitis-OP

Nach der Operation werden Sie zur Überwachung und Erholung einige Tage im Krankenhaus verbringen, Dort wird Ihre Genesung überwacht und Ihre nächsten Schritte vorbereitet.

Wenn man die Erfahrung einer Darmoperation aufgrund von Divertikulitis machen muss, spielt die richtige Ernährung eine entscheidende Rolle, um den Heilungsprozess zu fördern und mögliche Komplikationen zu vermeiden. Befolgen Sie die Anweisungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes und passen Sie Ihre Ernährung an, um Ihre Genesung zu unterstützen. Bei Fragen oder Bedenken sollten Sie sich immer an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden, um die bestmögliche Betreuung zu erhalten.

Ernährung nach Darm-OP bei Divertikulitis

Nach einer Darmoperation ist es wichtig, Ihre Ernährung anzupassen, um den Heilungsprozess zu unterstützen und die Verdauung zu entlasten. Hier sind einige wichtige Punkte zur Ernährung nach einer Divertikel-Operation:

  • Schonende Kost: Beginnen Sie für die erste Zeit mit leicht verdaulichen Lebensmitteln wie Suppen, Brühen, Pürees und weich gekochtem Gemüse. Vermeiden Sie vorerst faserreiche Nahrungsmittel wie Vollkornprodukte, Nüsse und rohes Gemüse.6
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, um Ihren Körper hydratisiert zu halten. Wasser, Kräutertees und verdünnte Säfte sind gute Optionen. Vermeiden Sie jedoch koffeinhaltige Getränke und Alkohol, da sie die Verdauung belasten können.
  • Wiederherstellung der Verdauung: Nachdem sich Ihr Verdauungssystem erholt hat, können Sie nach und nach leicht verdauliche feste Nahrungsmittel wie mageres Fleisch, Fisch, gedünstetes Gemüse und weich gekochte Eier wieder zu sich nehmen. Vermeiden Sie jedoch Lebensmittel, die Blähungen oder Verdauungsprobleme verursachen könnten.
Auf dem Bild sind drei Schüsseln mit Suppe abgebildet: Leichte Kost ist nach der Operation empfehlenswert.
Leichte Kost ist nach der Operation empfehlenswert.

Über die Ernährung hinaus gibt es weitere grundsätzliche Tipps nach dem operativen Eingriff, die Sie beherzigen können:

  1. Es langsam angehen lassen: Auch wenn auf eine Divertikulitis-OP nicht automatisch ein Reha-Aufenthalt folgt, bedeutet das nicht, dass der Körper keiner Schonung bedarf. Damit der Heilungsverlauf nicht gestört wird, sollten Sie in den ersten sechs Wochen auf ruckartige Belastungen der Bauchwand, beispielsweise beim Sport, vermeiden. Normale Bewegung, wie bei einem Spaziergang, ist allerdings empfehlenswert.7
  2. Auf Komplikationen achten: Obwohl eine Darmoperation zur Behandlung von Divertikulitis in der Regel ein Routineeingriff ist, kann es nach der Operation leider manchmal dennoch zu Komplikationen kommen.
    • Infektionen: Nach der Operation besteht ein gewisses Risiko für Infektionen. Achten Sie auf Anzeichen von Fieber, Schwellungen, Rötungen oder unangenehmem Geruch an der Operationsstelle und wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, wenn Sie solche Symptome bemerken.
    • Blutungen: In seltenen Fällen können Blutungen nach der Operation auftreten. Wenn Sie starke oder anhaltende Blutungen bemerken, suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf.
    • Stenose oder Fisteln: Gelegentlich können Engstellen (Stenosen) oder ungewollte Verbindungen (Fisteln) im Darmtrakt auftreten. Wenn Sie anhaltende Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen oder andere ungewöhnliche Symptome haben, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren.

Gut zu wissen!

Bitte beachten Sie: Auch nach einer OP kann eine Divertikulitis auftreten, sofern noch Divertikel bestehen.

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Helfen Probiotika bei der Divertikelkrankheit?

Durch eine Divertikulitis-Behandlung oder eine Divertikulitis-Operation kann die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten. Vor allem, da fast immer Antibiotika eingesetzt werden. In solchen Fällen kann die Einnahme eines ausgewählten Probiotikums begleitend zur Antibiotika-Therapie (z.B. Innovall® AB+) eine sinnvolle Ergänzung sein, um die Darmflora zu stabilisieren, schnell wieder zu regenerieren und den Darm bei der Genesung zu unterstützen.8

Die Einnahme für ausgewählte Probiotika während einer Antibiotika-Therapie oder einer Divertikelkrankheit kann mehrere Vorteile bieten:

Das Bild zeigt die Auswirkungen von Antibiotika und Innovall® AB+ auf das Darmmikrobiom. Durch den Einsatz von Antibiotika kann die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten.
Durch den Einsatz von Antibiotika kann die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten.
  • Wiederherstellung der Darmflora: Die Operation, die Medikamente und die Veränderungen in der Ernährung können das Gleichgewicht der Darmflora stören. Ausgewählte Probiotika können helfen, das natürliche Gleichgewicht der guten Bakterien im Darm wiederherzustellen (z.B. Innovall® AB+).
  • Unterstützung des Immunsystems: Das Probiotikum kann das Immunsystem stärken und dazu beitragen, Entzündungen zu reduzieren. Dies kann besonders nach einer Operation wichtig sein, um Infektionen und Komplikationen zu vermeiden.
  • Zukünftige Divertikulitis-Schübe vermeiden: Eine ganzheitliche, langfristige Herangehensweise an die Prävention von Divertikulitis umfasst die Einhaltung einer ballaststoffreichen Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, körperliche Aktivität und eine insgesamt gesunde Lebensweise. Zudem hat sich in wissenschaftlichen Studien gezeigt, dass das Probiotikum mit dem entzündungshemmenden Bakterienstamm Lactobacillus casei DG® (nur in Innovall® SUD) u.a. zu 85% vor einer Divertikulitis schützen kann.9 Darüber hinaus sollten Sie sich regelmäßig ärztlich untersuchen lassen und die Anweisungen Ihres Arztes befolgen.
  • Verbesserung der Verdauung bei Divertikeln: Nach einer Divertikulitis-Operation kann es unter Umständen zu langfristigen Verdauungsbeschwerden kommen. Ein dafür ausgewähltes Probiotikum (z.B. Innovall® SUD) kann die Verdauung bei bestehenden Divertikeln unterstützen und helfen, Symptome wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall und Verstopfung zu vermeiden.
Auf dem Bild ist ein grafischer Darm mit Blitzen dargestellt: Ausgewählte Probiotika können die Verdauung, bei bestehenden Divertikeln, unterstützen und helfen Symptome zu vermeiden.
Ausgewählte Probiotika können die Verdauung, bei bestehenden Divertikeln, unterstützen und helfen Symptome zu vermeiden.

FAQ:

1. Wann OP bei Divertikulitis?

Eine Divertikulitis kann folgenlos abheilen. Bilden sich Eiteransammlungen, die auf eine medikamentöse Behandlung nicht ansprechen oder sehr groß sind, kommt eine Operation infrage.

2. Divertikel-OP – wie lange krank?

In der Regel sind Menschen nach einer Divertikel-OP ein bis zwei Wochen nicht arbeitsfähig.

3. Wie lange Schmerzen nach Divertikel-OP?

Der Heilungsverlauf nach einer Darmoperation ist sehr individuell. In den ersten Wochen können Patient*innen Schmerzen verspüren. Halten diese jedoch länger als 3 Monate an oder sind sehr ausgeprägt, sollten Betroffene Ihren Arzt oder Ihre Ärztin befragen.

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