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Neurodermitis bei Baby & Kleinkind – Symptome und vorbeugenden Maßnahmen

Bei Neurodermitis, auch als atopisches Ekzem oder Atopische Dermatitis bezeichnet, handelt es sich um eine Hauterkrankung. Typisch sind die entzündlich verlaufenden Schübe. Baby, Kleinkind und Erwachsener – alle Altersstufen können von der Erkrankung betroffen sein, am häufigsten sind es jedoch die Kleinen. Besonders quälend ist beim Kleinkind der Juckreiz Nachts. Wir verraten, wie sich Neurodermitis beim Baby oder Kleinkinderkennen lässt, wie sie behandelt wird und welche Rolle Probiotika einnehmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Neurodermitis betrifft am häufigsten Babys und Kleinkinder.
  • Typischen sind juckende Hautausschläge, vor allem an den Beinen, Armen, Kopfhaut oder im Gesicht.
  • Besonders quälend ist für Babys und Kleinkinder der anhaltende Juckreiz.
  • Faktoren wie mechanische Reizungen, Allergene und Infektionen können verstärkend wirken.
  • Besonders wichtig ist die Basispflege, um die Haut geschmeidig zu halten.
  • Entzündungshemmende und Juckreizlindernde Wirkstoffe können bei schlimmerem Verlauf helfen.
  • Die Welt-Allergie-Organisation (WAO) rät Schwangeren und Stillenden mit genetischer Veranlagung zur Einnahme von spezifischen Probiotika.
Neurodermitis kann sich an vielen Stellen auf dem Körper zeigen.

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Neurodermitis bei Baby & Kleinkind: Symptome

Das Leitsymptom von Neurodermitis ist Juckreiz. Er wird vor allem von Kindern als sehr quälend empfunden und kann zu massiven Kratzattacken führen. Allerdings ist nicht jeder Nachwuchs gleichermaßen betroffen. Grundsätzlich teilen Mediziner*innen die Erkrankung in verschiedene Stadien ein.

  • In der akuten Phase ist die Haut gerötet und ausgeprägter Juckreiz liegt vor. Die entzündeten Hautareale können auch mit Bläschen übersät sein, die nässen.
  • Ist die akute Phase überwunden, nimmt die Haut allmählich ihren natürlichen Hautton wieder an, die Rötungen werden blasser. In dieser Phase ist die Haut sehr trocken und pellt sich leicht.

Neurodermitis äußert sich klassischerweise in Schüben, wobei akute und weniger permanente Ausschläge an unterschiedlichen Hautarealen auftreten können. Einige Kinder können durchschnaufen, da die Neurodermitiszeitweise komplett verschwinden kann. Eine dauerhafte Entzündung ist eher selten.1

Typische allgemeine Symptome bei einer Neurodermitis:

  • Trockene Haut
  • Rötung der Haut
  • Schuppung der Haut
  • Juckreiz
  • Papeln (Knötchen unter der Hautoberfläche)
  • Nässende Ekzeme

Diese Hautareale sind bei Kindern besonders betroffen

Die Neurodermitis löst sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern oder Babys die gleichen Symptome aus. Welche Hautareale von dem Neurodermitis-Ausschlag betroffen sind, kann aber sehr wohl vom Alter der Patient*innen abhängen.2,3

Typische Neurodermitis Hautregionen beim Baby sind:

  • Gesicht (v.a. Wangen)
  • Außenseiten der Arme und Beine
  • Windelbereich ist meist ausgespart
  • Seltener auf Rücken, Bauch und Brust

Typische Neurodermitis Hautregionen bei  älteren Kindern, ab ca. zwei Jahren:

  • Arm-Vorderseite
  • Rückseite der Beine
  • Hände und Füße, v.a. an den Gelenken
  • Augenlider
  • Hals

Typische Neurodermitis Hautregionen bei  Jugendlichen und Erwachsene:

  • Ellenbeugen
  • Kniekehlen
  • Hände
  • Füße
  • Nacken

Gut zu wissen!

Milchschorf bei Säuglingen kann – muss aber nicht – ein erster Hinweis für eine mögliche Veranlagung zu Neurodermitis sein. Er tritt meist nach dem dritten Lebensmonat ein (v.a. an Kopf und Gesicht).

Milchschorf ist noch keine Neurodermitis, „kann“ aber ein Vorbote sein.

Der Juckreiz-Kratz-Teufelskreis 

Es juckt und juckt und juckt. Viele Eltern von Neurodermitis-Kindern kennen das Problem. Der quälende Juckreiz ist das am meisten belastende Symptom einer Neurodermitis. Schon Säuglinge kratzen sich deshalb durch Reiben an einer Unterlage im Gesicht.  Das  Kratzen  hat  auf  die  gestörte Hautbarriere bei Neurodermitis-Betroffenen  einen  extrem schädigenden Einfluss. Es entstehen Entzündungen, die wiederum starken Juckreiz verursachen. Dazu kommt, dass die entzündeten offenen Hautstellen die Besiedlung von Viren, Bakterien (z.B. Staphylococcus aureus) oder Pilzen begünstigen. Man spricht dann von einer „Superinfektion“.4

Auch  für die  Eltern  kann  das  Kratzen  des  Kindes  belastend sein. Es ist daher besonders wichtig den Teufelskreislauf zu durchbrechen, indem man:

  1. täglich die Hautbarriere stärkt
  2. Juckreiz-Verursacher und Stress für Kind und Familie vermeiden
  3. den Juckreiz sofort lindert

Neurodermitis bei Baby & Kleinkind: Ursache

Es gibt zwei Gründe, warum der Körper von Neurodermitis-Babys sensibler auf eigentlich harmlose Stoffe reagiert: 

  1. sind die verschiedenen Barrieren, die uns vor der Außenwelt schützen bei den Betroffenen häufig gestört. Das hat zur Folge, dass Allergene leichter in den Körper eindringen und mit den Immunzellen in Kontakt treten können. 
  2. werden im Körper der Betroffenen vermehrt entzündungsfördernde Immunzellen aktiviert. Das unausgeglichene Immunsystem reagiert extrem schnell über und löst dadurch allergische Reaktionen wie Juckreiz, Hautrötungen, Entzündungen, Niesen oder Verengung der Bronchien aus.

Das Rätsel um Entstehungsmechanismen bei Neurodermitis ist bis heute nicht zweifelsfrei gelöst. Hier scheinen verschiedene Faktoren zusammenzuspielen. Vor allem eine erbliche Veranlagung für eine gestörte Hautbarriere und ein überschießendes Immunsystem sind bedeutsam. Die genetische Veranlagung zeigt sich darin, dass ein Kind zweier Neurodermitis-Patient*innen ein 80-prozentiges Risiko hat, ebenfalls diese Hautkrankheit zu entwickeln. Bringt kein Elternteil die Erkrankung mit ein, sind es nur noch 5-15 %.5

Bei der gestörten Hautbarriere gehen Expert*innen davon aus, dass der Mangel an einem Protein namens Filaggrin ein erheblicher Risikofaktor für die Entstehung von Neurodermitis ist. Filaggrin ist notwendig für die Bildung der Oberhaut. Der vererbte oder erworbene Filaggrin-Mangel verursacht eine veränderte Zusammensetzung der Hautfette. Die Folge: die Haut verliert mehr Wasser und trocknet leichter aus. Durch die poröse Hautbarriere existiert kein Schutz mehr vor hautreizenden Allergenen.6 Allerdings entwickelt nicht jeder mit den genetischen Voraussetzungen eine Neurodermitis. Die entzündliche Hauterkrankung tritt meist auf oder verschlimmert sich, wenn weitere Faktoren hinzukommen.2

Dazu zählen:2

  • Allergene aus der Umwelt (z.B. enthalten in Hausstaub, Pollen, Nahrungsmitteln)
  • Infektionen mit Pilzen, Bakterien oder Viren
  • mechanische Reize durch Chemikalien oder störende Kleidung
  • hohe oder kalte Temperaturen
  • psychische Faktoren wie Stress oder Aufregung

Neurodermitis beim Baby: Stillen senkt das Risiko

Die Muttermilch ist aus Ernährungsphysiologischer Sicht die ideale Nahrung für den Säugling. Schließlich ist sie an die Bedürfnisse des neuen Erdenbürgers angepasst. Mit Blick auf Allergien scheint das Stillen ebenfalls sinnvoll zu sein. Da sich das kindliche Mikrobiom und Immunsystem erst nach der Geburt aufbaut, bekommen die Kinder über die Muttermilch den ersten Satz mütterlicher Antikörper und immun- und verdauungsfördernden Laktobazillen bzw. Bifidobakterien. Ärztliche Leitlinien empfehlen in den ersten 4 Lebensmonaten Vollstillen mit anschließender Einführung von Beikost. Sollte das Stillen nicht möglich sein, bietet sich bei allergiegefährdeten Kindern die sogenannte Hypoallergene Säuglingsnahrung (HA-Milch) an.7,8

Gut zu wissen!

Die Neurodermitis-Ernährung bei Babys und Kleinkindern nimmt auch im weiteren Lebensverlauf einen wichtigen Stellenwert ein. Es sollte immer auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Denn Nahrung kann einen Einfluss auf das Alter bei Beginn der Erkrankung und den Schweregrad der Ekzeme haben. Darüber hinaus deuten Studien darauf hin, dass ein früher Kontakt mit Allergenen einen Schutz vor späterer Sensibilisierung bieten könnte. Zur Neurodermitis-Vorsorge sind Milchprodukte, Omega-3-Fettsäuren (Fisch) und eine probiotische Lebensmittel an. Gerade die frühe Einführung von Fisch in der Beikost kann das Risiko für Babys an Neurodermitis zu erkranken verringern.9

>> Lesen Sie hier mehr zur Neurodermitis-Ernährung

 

Welche Creme bei Neurodermitis beim Baby?

Wenn ein Baby oder Kleinkind Neurodermitis hat, sollte in jedem Fall mit Kinderärzt*innen der nötige Behandlungsplan besprochen werden.

In jedem Fall ist es wichtig die spröde Hautbarriere der Kinder dauerhaft zu pflegen. So können Schübe im ersten Schritt gut verhindert werden. Die richtige Auswahl einer Neurodermitis Baby/Kleinkind-Creme ist bei der entzündlichen Hauterkrankung besonders wichtig. Kommt es zu einem Ausschlag beim Baby, hilft die Basispflege dabei, die poröse oder trockene Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen und sie so vor eindringenden Allergenen zu schützen. Diese rückfettenden Lotionen, Cremes oder Salben sollten täglich angewendet werden und am besten keine reizenden Substanzen oder Duftstoffe enthalten.

Bei schlimmen Schüben können in Abstimmung mit Kinderärzt*innen Medikamente zur Linderung des Juckreizes und der Entzündung eingesetzt werden (z.B. Kortison). Bei einer stark ausgeprägten Neurodermitisgibt es auch Wirkstoffe, die das Immunsystem beeinflussen und so die Reaktion der Haut abmildern (mmunmodulatoren). Insbesondere bei Babys ist eine sehr behutsame Behandlung nötig. Bis zum Ende des 12. Lebensjahres übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Medikamente.10

Übrigens: Harnstoff (Urea) wird gerne in Cremes verarbeitet, da er die Haut vor dem Austrocknen schützen kann. Für Säuglinge empfiehlt sich eine solche Creme aber nicht, da eine Störung der Nierenfunktion möglich ist. Die Kleinkind-Pflege-Creme sollte nur eine geringe Urea-Konzentration enthalten.11

Neurodermitis bei Baby & Kleinkind: Hausmittel

Hausmittel sind beliebt, da sie schnell greifbar und kostengünstig sind. Ob und inwieweit sich die Hausmitteloder Neurodermitis-Homöopathie bei Babys und Kleinkindern einbinden lassen, sollte mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt besprochen werden.

Viola tricolor (wildes Stiefmütterchen) ist eine Heilpflanze, die entzündungshemmende Eigenschaften hat und Juckreiz mildert.

Folgende Hausmittel-Tipps sind bei Babys und Kleinkindern beliebt:

  • Die Heilpflanzen Mahonia  aquifolium (Mahonie), Centella asiatica (Tigergras) und Viola tricolor (wildes Stiefmütterchen) werden wegen ihrer entzündungshemmenden, wundheilenden bei Neurodermitis geschätzt und stillen den Juckreiz (z.B. im homöopathischen Arzneimittel Ekzevowen® derma Creme). 
  • Nachtkerzenöl und Traubenkernöl enthalten Omega-6-Fettsäuren und beruhigen und festigen die geschädigte Hautbarriere.
  • fettfeuchte Verbände oder Umschläge mit schwarzem Tee oder Kamillentee
  • Quakwickel: Die Milchsäure spendet Feuchtigkeit und fettet die Haut. Kalte Wickel lindern den Juckreiz und wirken entzündungshemmend.
  • Babys nicht länger als 5-10 Min baden.
  • Niedrige Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit.
  • Basispflege vor dem Eincremen kühlen.
  • Atmungsaktive Kleidung, Nähte nach außen.
  • Fingernägel regelmäßig schneiden oder zum Schlafen Baumwollhandschuhe.
  • Keinen Weichspüler verwenden.
  • Viel Spielen und vom Juckreiz ablenken

Neurodermitis beim Kind: Psychisch eine Herausforderung

Insbesondere dann, wenn das eigene Kind eine stark ausgeprägte Form von Neurodermitis hat, ist eine tägliche Neurodermitis- Basispflege bei Kleinkindern wichtig. Das nimmt viel Zeit in Anspruch und kann an den Nerven zehren. Schließlich ist die sich permanent wiederholende Eincreme-Prozedur für Kinder und Eltern ein Geduldsspiel. Dadurch, dass Neurodermitis in Schüben verläuft und nicht immer vorhersehbar ist, bleibt häufig ein Gefühl von Hilflosigkeit zurück. Wird mein Kind immer an Neurodermitis leiden? Wie schaffe ich es, dass die Haut auch in der Schule nicht zum Problem wird? Die psychische Belastung der Eltern ist bei der Erkrankung nicht zu unterschätzen. Vor allem wenn noch weitere Atopie-Erkrankungen wie allergisches Asthma hinzukommen. Mit einer Neurodermitis Mutter-Kind-Kur können wichtige Impulse für das eigene Leben mitgenommen werden. Zudem hilft die Auszeit zu verschnaufen und Kraft zu tanken. Die Kosten dafür werden teilweise von der Krankenkasse übernommen.12

Welche Rolle spielt die Psyche bei Neurodermitis noch?

Eine Neurodermitis hängt eng mit der Psyche zusammen. Forscher der Charité Berlin fanden heraus, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen Stress und Juckreiz bei Neurodermitis-Betroffenen gibt, auch bei Erwachsenen.13 Der Hintergrund ist, dass Stress immer auch Auswirkungen auf das, auf Ausgleich bestrebte, Immunsystem hat. Denn psychische Belastungen führen zu einer erhöhten Produktion der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Dies führt zum Herunterfahren des Immunsystems, um Energie einsparen zu können und löst Entzündungsreaktionen aus. Ein anderes Stresshormon  – Cortisol – sollte diese Entzündungen eigentlich wieder zurückfahren. Es wird jedoch bei psychischer Belastung zu wenig Cortisol produziert. Wenn Neurodermitis-Betroffene, die sowieso schon von Haus aus zu einer Überreaktion des Immunsystems neigen, psychischen Strapazen ausgesetzt werden, können starke Schübe erst recht nicht mehr zurückgehalten werden.14

Gut zu wissen!

Ob Prüfungsangst oder die Vorfreude auf eine Reise: Auch positiver Stress kann Schübe auslösen.

Gutes tun für die Psyche bei Neurodermitis

Psychologische und emotionale Faktoren werden als relevante Einflussfaktoren für die Neurodermitis  angesehen. Deutsche Leitlinien für Ärztinnen und Ärzte empfehlen bei schwerwiegenden Lebensereignissen, sowohl in der Schwangerschaft als auch in der frühen Kindheit (Trennung der Eltern, Tod eines Elternteils etc.), eine frühzeitige therapeutische Begleitung dieser Kinder, da sich das Risiko für allergische Erkrankungen erhöht.15 Wenn bei der Arzt oder die Ärztin bei der Diagnose der Neurodermitis klare Anzeichen für psychologische Faktoren als Trigger findet, können Verhaltenstherapeutische Ansätze  gute Wirksamkeit gegen  Neurodermitis haben. Das gleiche gilt falls die Erkrankung selber eine psychosoziale Belastung für die Patient*innen und Familie darstellt.16

Stillen kann das Risiko für atopische Erkrankungen senken

Neurodermitis vorbeugen bei Babys und Kleinkindern

In den letzten 50 Jahren hat die Häufigkeit von atopischen Erkrankungen stark zugenommen: Jedes 4. Baby oder Kind erkrankt in Deutschland im Laufe seines Lebens an Krankheiten wie Heuschnupfen, Neurodermitis oder Asthma.  Die Veranlagung dafür wird meistens von den Eltern vererbt. Deswegen gelten die Kinder deren Eltern selbst an der Hautkrankheit leiden oder als Kind gelitten haben, als Risikokinder. Eltern sollten dieses Thema deshalb schon vorsorglich mit Frauen- und Kinderärzt*innen besprechen. Obwohl die Erkrankung derzeit noch nicht heilbar ist, kann man mit bestimmten Maßnahmen den Ausbruch einer Neurodermitis bei Babys vorbeugen.

Die aktuelle deutsche Leitlinie „Allergieprävention“ empfiehlt:17

  • ungünstige psychosoziale Faktoren (z.B. schwerwiegen Lebensereignisse) während der Schwangerschaft und Kindheit vermeiden
  • Kaiserschnitt, wenn möglich, vermeiden: Kaiserschnitte gehen bei den Kindern insbesondere mit einem erhöhten Risiko für Asthma einher. Ursache ist vermutlich die mangelnde Stimulation des kindlichen Immunsystems durch die Bakterien im natürlichen Geburtskanal.
  • in der Schwangerschaft oder für das Baby nach der Geburt
  • Vollstillen in den ersten 4 Lebensmonaten: falls nicht möglich, bei Risikokindern hypoallergene Säuglingsnahrung  
  • Fischkonsum während der Schwangerschaft und Stillzeit
  • Keine Verzögerung der Beikost-Einführung für Babys: am besten ab dem 5. Lebensmonat
  • Fisch wird auch als Beikost für Babys empfohlen.
  • Vermeiden von Tabakrauch und Luftschadstoffen im Innen- und Außenbereich (Schimmelpilz, Maler-/Renovierungsarbeiten)
  • Haustierhaltung: Hundehaltung ist reduziert das Risiko für Neurodermitis und Asthma. Katzen sollten bei Risikokindern zwar besser nicht neu angeschafft werden, leben sie bereits im Haushalt ist eine Abschaffung jedoch auch nicht zwingend notwendig.
  • Impfung nach STIKO-Empfehlungen

Einen präventiven Effekt auf atopische Erkrankungen hat möglicherweise auch:

  • der Konsum von viel Gemüse und Früchten (sog. mediterrane Kost)
  • der Konsum von Ώ3-Fettsäuren (bzw. ein günstiges Ώ 3: Ώ 6-Verhältnis)
  • der Konsum von Milchfett aus Milchprodukten
  • das Aufwachsen auf einem Bauernhof
  • der Besuch einer Kindertagesstätte in den ersten 2 Lebensjahren 
  • eine höhere Anzahl älterer Geschwister

Die aktuelle Richtlinie der World Allergy Organisation (WAO) empfiehlt speziell in folgenden Situationen Probiotika zur Vorbeugung von Neurodermitis bei Babys:18

  1. Ausgewählte Probiotika bei Schwangeren bei deren Kindern ein hohes Risiko besteht, eine atopische Erkrankung zu entwickeln
  2. Ausgewählte Probiotika bei Stillenden bei deren Kindern ein hohes Risiko besteht, eine atopische Erkrankung zu entwickeln. Man geht davon aus, dass die Übertragung von mütterlichen Antikörpern über die Muttermilch zum Kind das kindliche Immunsystem trainiert.
  3. Ausgewählte Probiotika bei Kindern, bei denen ein hohes Risiko besteht, eine atopische Erkrankung zu entwickeln.
Ein gezielter Behandlungsplan verschafft Linderung.

Welche Probiotika können bei Neurodermitis helfen?

Ganz spezielle probiotische Bakterienstämme können das überreagierende Immunsystem von Neurodermits-Kindern positiv beeinflussen. Die zwei Bakterienstämme Lactobacillus paracasei GMNL-133 und Lactobacillus fermentum GM-090 (enthalten in Innovall® ATOP) besiedeln auch von Natur aus den Darm. Sie können dem Immunsystem Signale geben, genau diejenigen Immunzellen zu fördern, welche die Überreaktion einbremsen. Klinische Studien haben gezeigt, dass die Einnahme der beiden Bakterienstämme über 12 Wochen zu einer deutlichen Reduktion der Neurodermitis-Beschwerden, einer geringeren Empfindlichkeit gegenüber Reizstoffen und einer deutlich verbesserten Lebensqualität führte.19

Das steckt hinter der Wirkung von hochqualitativen Probiotika bei Neurodermitis

Bei Kindern mit Allergien ist die erworbene Fähigkeit des Immunsystems, harmlose Substanzen wie Pollen, Nahrungsmittel oder andere Fremdstoffe zu tolerieren, gestört. Damit sich diese Toleranz entwickeln kann, ist unter anderem eine gesunde frühkindliche Darmflora wichtig. Verschiedenste Faktoren, zum Beispiel eine Kaiserschnitt-Geburt, übertriebene Hygiene oder fehlendes Stillen, können die gesunde Darmbesiedlung beim Säugling beeinträchtigen.20

Studien zeigen, dass die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms bei Neurodermits-Babys gestört ist. Die verringerte Bakterienvielfalt im Darm, die bei Patienten mit Neurodermitis festgestellt wurde, führt dazu, dass es vermehrt zu entzündungsfördernden Immunantworten kommt, denn 80% der Immunzellen sitzen im Darm und werden z.T. durch die Darmflora reguliert. Wenn die vorhandene Bakterienvielfalt gestört oder vermindert ist, kann es über ein fehlgesteuertes Immunsystem auch zu Erkrankungen der Haut kommen. Mit ausgewählten Probiotika (z.B. Innovall® ATOP) gibt es also, neben der äußerlichen Behandlung mit Basispflege und Cortison-Cremes, die Möglichkeit, das aus dem Gleichgewicht geratene Immunsystem natürlich aus dem Bauch heraus zu behandeln und neue Neurodermitis-Schübe bei Babys abzumildern.

Vorbeugende Maßnahmen wie Stillen und der Verzicht auf exzessive Hygiene unterstützen die kindliche Abwehrkraft ebenfalls frühzeitig. Auf dieser Grundlage werden auch spezifische mikrobiologische Präparate empfohlen, die bei Neurodermitis- oder Asthma-Kindern eine positive Wirkung gezeigt haben (z.B. Innovall® ATOP).21,22,23

FAQ: 

Wie sieht Neurodermitis beim Baby aus?

Bei Neurodermitis kommt es zu roten, stark juckenden Hautausschlägen. Babys zeigen die Symptome vor allem an den Armen, Beinen oder im Gesicht. Der Windelbereich ist meist ausgespart

Was hilft bei Neurodermitis beim Baby

Ist eine Neurodermitis diagnostiziert worden, sollte mit Kindermediziner*innen ein geeigneter Behandlungsplan entworfen werden. Die Basispflege der Haut gilt für alle Neurodermitis-Betroffene. Sie trägt dazu bei, dass die gestörte Hautbarriere gestärkt wird und keine Allergene eindringen können. In schlimmeren Fällen können auch entzündungshemmende und immunmodulierende Medikamente  zum Einsatz kommen. Begleitend können ausgewählte Probiotika helfen das Immunsystem langfristig in Balance zu bringen.

Wie ist die Prognose bei Neurodermitis?

Bei vielen Kindern nehmen die Symptome im Laufe der Jahre ab und können sogar ganz verschwinden. Andere Kinder entwickeln im Laufe ihres Lebens neue allergische Erkrankungen wie Asthma oder Heuschnupfen. Der Verlauf einer Neurodermitis ist sehr unterschiedlich. Heilbar ist Neurodermitis nicht, aber die Symptome lassen sich durch einige Maßnahmen gut in den Griff bekommen.

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