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Reizdarm und Stress –
Zusammenhang und Behandlung

Woher kommt ein Reizdarm? Welche Rolle spielt die Psyche? Und was kann man gegen einen Reizdarm tun? Wir klären auf über Reizdarm Ursachen und Behandlung.

Was tun beim Reizdarmsyndrom? 

Das Reizdarmsyndrom ist eine der wohl am häufigsten gestellten Diagnosen des Bauchraums in den westlichen Industrienationen: Bis zu jeder vierte Erwachsene in Deutschland soll davon betroffen sein – Tendenz steigend.1 Nahrungsmittelunverträglichkeiten können die Ursache sein, doch häufig wird ein Reizdarm durch Stress oder psychische Probleme ausgelöst bzw. verschlimmert. Höchste Zeit, das Thema Reizdarm und seine Behandlungsmöglichkeiten einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. 

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Bis zu 25% der Erwachsenen in Deutschland sollen von einem Reizdarm betroffen sein. Davon auch viele Jüngere unter 30 Jahren.  
  • Ursächlich für ein Reizdarmsyndrom sind neben Lebensmittelunverträglichkeiten häufig Stress und psychische Faktoren. 
  • Neben der Behandlung beim Arzt kann man selbst durch Ernährung, Sport, Entspannung und spezifische mikrobiologische Präparate mit einem für den Reizdarm ausgewählten Bakterienstamm viel zur eigenen Gesundheit beitragen. 

Reizdarm: Was ist das? 

Beim Reizdarmsyndrom, kurz: Reizdarm, handelt es sich um eine Funktionsstörung des Darms. Fast doppelt so viele Frauen wie Männer sind davon betroffen; und insgesamt auch immer mehr junge Erwachsene.2,3 

„[…]die Anzahl der Reizdarm-Diagnosen bei jungen Menschen im Alter vom 23. bis zum 27. Lebensjahr [ist] zwischen den Jahren 2005 und 2017 um 70 Prozent gestiegen.“  
Barmer Arztreport 20194

Gerät unsere Darmflora, also das Mikrobiom, aus dem Gleichgewicht, so leidet die Gesundheit – psychische Probleme können die Folge sein. Aber auch umgekehrt beeinflussen Stress und unsere Psyche den Zustand unserer Verdauung. Häufig entwickelt oder verschlimmert sich ein Reizdarm in stressigen Lebenslagen. Dazu zählen nicht nur der Stress in der Arbeit, sondern auch Probleme in der Familie, Liebeskummer, Geldsorgen und andere Ängste. Mehr Informationen zum Reizdarmsyndrom und der Diagnose können Sie hier nachlesen.

Reizdarm: Symptome5

Typische Reizdarm Symptome, die einzeln, kombiniert oder wechselhaft auftreten können, sind: 

  • Durchfall und / oder Verstopfung 
  • Bauchschmerzen 
  • Blähungen 
  • Druckgefühl 
  • Gefühl der unvollständigen oder dringlichen Entleerung 

Ist ein Reizdarm gefährlich? 

Ein Reizdarm ist erstmal nicht lebensgefährlich. Es handelt sich jedoch um eine chronische Erkrankung, die mit unterschiedlich starken Einschränkungen der Lebensqualität einhergeht: Bereits der Weg zur Arbeit, ein Treffen mit Freunden, ein Restaurant- oder ein Kinobesuch können mit einem Reizdarm zur Herausforderung werden.6 Dieser Zustand kann sehr belastend sein und wiederum neuen Stress für den Darm bedeuten – ein Teufelskreis. 

Kein Wunder also, dass ein Reizdarm manchmal auch mit zusätzlich belastenden Begleiterkrankungen einher geht. Häufige Reizdarm-Begleitdiagnosen sind unter anderem:7

  • Depressionen und Angststörungen  
  • Rückenschmerzen  
  • Somatoforme Störungen, also körperliche Beschwerden, die sich nicht oder nicht hinreichend auf eine organische Erkrankung zurückführen lassen Bluthochdruck (Hypertonie)  
  • Schmerzen (insbesondere Bauch- und Beckenschmerzen) 
  • Hauterkrankungen wie Neurodermitis 
  • Sodbrennen 

Der Darm und unsere Stimmung hängen direkt zusammen

Der Darm und unsere Stimmung hängen direkt zusammen.

Reizdarm-Diagnose 

Bei Verdacht auf ein Reizdarmsyndrom ist der erste Ansprechpartner in der Regel die Hausärztin/ der Hausarzt. Hier wird die Diagnosestellung eingeleitet und eine entsprechende Behandlung vorschlagen. Je nachdem welche Trigger man für den Reizdarm identifizieren kann, kann auch die Zusammenarbeit mit Ernährungsberatern oder Psychotherapeuten Sinn machen.8
Erfahren Sie hier mehr über die Behandlung bei Reizdarm.

Über den Vagus-Nerv besteht eine enge Verbindung zwischen Darm und Gehirn, die Darm-Hirn-Achse.

Reizdarm-Ursachen sind vielfältig 

Meist gibt es nicht nur einen Auslöser, Stress oder psychische Belastung ist jedoch häufig einer davon. Denn auch wenn es auf den ersten Blick überraschend erscheinen mag, so besteht doch eine enge Verbindung zwischen Darm und Gehirn, die sogenannte Darm-Hirn-Achse. Gehirn und Darm stehen über Nervenfasern, Botenstoffe und Immunzellen 24/7 in enger Wechselwirkung. Der wichtigste Weg zwischen Darm und Hirn ist dabei der Vagus-Nerv, der vom Darm durch das Zwerchfell, zwischen Lunge und Herz, an der Speiseröhre vorbei, durch den Hals bis in das Gehirn verläuft.9 
 
Die Kommunikation über den größten Nerv des Parasympathikus ist normalerweise jedoch keine Einbahnstraße. Der Austausch zwischen Darm und Psyche findet in beide Richtungen statt:

  • Vom Gehirn in den Darm: Ärger und Stress können z.B. die Darmtätigkeit beeinflussen. Fast jeder kennt dieses unangenehme Bauchgefühl vor Prüfungen oder bei Liebeskummer.
  • Vom Darm ins Gehirn: Bestimmte Darmbakterien produzieren zum Beispiel Propionsäure, welche eine wichtige Nahrung für Immunabwehrzellen im Gehirn (Mikrogliazellen) darstellt. Eine verringerte Propionsäure-Bildung im Darm könnte laut Studien, möglicherweise zu Krankheiten wie Multipler Sklerose beitragen.10

Zurück zum Reizdarmsyndrom: Unsere Psyche kann also einerseits der Auslöser eines Reizdarms sein, aber auch bei einem bestehenden Reizdarm (z.B. durch eine gestörte Darmflora) als Trigger für eine weitere Verschlimmerung der Symptome verantwortlich sein, da die Kommunikation zwischen Darm und Hirn gestört ist.  

Beim Reizdarmsyndrom ist oft die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn gestört 

Reizdarmbehandlung: Entspannung 

Wir wissen nun, dass unser Darm eng mit der Psyche zusammenhängt. Daher sollte bei der Reizdarm-Behandlung zusätzlich darauf geachtet werden, negativen Stress zu vermeiden und Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training in den Alltag zu integrieren. Auch Spaziergänge in der Natur können den Betroffenen gut tun.
Ziel ist, das Nervensystem im Kopf und Bauch zu beruhigen und so dem Gehirn bzw. Darm zu signalisieren: „Alles ist gut!“  

Yoga kann beim Reizdarmsyndrom helfen

Kein Wunder, dass der Darm auch „Bauchhirn“ genannt wird. Laut Studien und ärztlicher Empfehlungen können folgende Entspannungstechniken beim Reizdarmsyndrom helfen:11,12 

  • Yoga 
  • Autogenes Training 
  • Tau-Chi 
  • Qigong 
  • Akupunktur 
  • Darmbezogene Hypnose 
  • Fußreflexzonenmassage 
  • Achtsamkeits-basierte Therapien 
  • Kognitive Verhaltenstherapie 
  • Imaginationsübungen 

Probiotika bei Reizdarm 

Der Darm ist ein wahres Nervenbündel, nicht nur bei Reizdarmpatienten. Mehr als 100 Millionen Nervenzellen im Darm stehen in ständiger Verbindung mit unserem Gehirn. Gesteuert wird die Kommunikation zum Teil über unsere Darmbakterien, die dafür bestimmte Botenstoffe bilden. Ist, wie bei Reizdarmpatienten, die Zusammensetzung und Vielfalt der Darmflora gestört, kann es folglich zu einer veränderten Kommunikation zwischen Gehirn und Darm kommen.13 

Das Ergebnis: Neben einer veränderten Darmtätigkeit führt der kleinste Stress zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit. Chronischer Stress kann die Bauchschmerzen und -krämpfe dann rückwirkend zusätzlich weiter verschlimmern. 

Wichtig ist neben dem Knoten im Kopf, auch den Knoten im Bauch zu lösen. Zur Behandlung des Reizdarmsyndroms werden oft Mittel gegen die einzelnen Symptome eingesetzt. Diese sorgen dafür, dass akute Bauchschmerzen oder Durchfall schnell gehemmt werden, setzen jedoch nicht an der Ursache des Reizdarms an: der gestörten Bauchhirn-Kommunikation.  

Für eine effektivere Linderung der Reizdarm-Beschwerden, profitieren Betroffene erfahrungsgemäß von dem besonderen Milchsäurebakterium Lactobacillus plantarum 299v (z.B. in Innovall® RDS). Lactobacillus plantarum 299v zählt weltweit zu den am besten untersuchten Bakterien bei Reizdarmsyndrom und die Studien zeigten, dass nicht nur die Bauchschmerzen gebessert wurden, sondern gleichzeitig auch Blähungen und die typischen Verdauungsbeschwerden, wie Durchfall oder Verstopfung. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass dieser humane Bakterienstamm den Weg durch den Verdauungstrakt überlebt, direkt an den Auslösefaktoren an der Darmbarriere ansetzt und so die Reizdarm-Beschwerden erfolgreicher abschwächen kann. Durch die positive Wirkung auf die Darmflora der Betroffenen kann so auch die Kommunikation zwischen Darm und Hirn wieder reguliert und eine Überempfindlichkeit des Darms reduziert werden.

Lactobacillus plantarum 299v sorgt für eine normale Kommunikation zwischen Darm und Gehirn.

Schon 2011 hat die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) die diesen Bakterienstamm in ihre Leitlinien zur Behandlung des Reizdarmsyndroms aufgenommen. Lactobacillus plantarum 299v wirkt entzündungshemmend, dämmt die Ausbreitung schädlicher Keime im Darm ein, stärkt das Immunsystem und verbessert die Darmbewegung & Schmerzempfindlichkeit. Lactobacillus plantarum 299v (z.B. in Innovall® RDS) – nicht nur eine Wohltat für den Darm, sondern auch für unsere Psyche. 

Ernährung bei Reizdarm 

Neben dem Arztbesuch kann man auch selbst einiges gegen das Reizdarmsyndrom und für sein Wohlbefinden unternehmen. Eine gesunde Verdauung kann durch eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung mit wenig Fett und Zucker sowie ausreichend Bewegung an der frischen Luft gefördert werden. Alles was den Magen reizt sollte gemieden werden. Erfahren Sie hier mehr über die Ernährung bei Reizdarm.

Häufige Fragen und Antworten 

Was kann man gegen einen Reizdarm tun?

Ein Reizdarm hat meist verschiedene Ursachen. Eng ist der Zusammenhang Reizdarm / Psyche, doch auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten können eine Rolle spielen. Bei der Reizdarm Behandlung ist es wichtig, die Ursachen zu identifizieren und den Körper mit einer angepassten Ernährung, Entspannungstechniken sowie ausgewählten Bakterienkulturen zum Diätmanagement (z.B. Innovall® RDS) zu unterstützen.  

Welche Beschwerden hat man bei einem Reizdarm?

Typische Reizdarm Symptome sind: Durchfall und / oder Verstopfung, Bauchschmerzen, Blähungen, Druckgefühl und das Gefühl der dringlichen oder unvollständigen Darmentleerung Stuhl. 

Was sollte man bei Reizdarm nicht essen?

Alles was den Magen reizt sollte gemieden werden – dazu gehört zu Heißes, zu Kaltes, zu Scharfes und Mahlzeiten mit viel Fett. Auch starker Kaffee, Kohlensäure, Alkohol und alles Zuckerhaltige inklusive Softdrinks sollte dem Darm zuliebe gemieden werden. Am besten sind Speisen so frisch und natürlich wie möglich; auf industriell verarbeitete Lebensmittel wie Fertigessen sollte prinzipiell verzichtet werden.  

Wie kommt es zu einem Reizdarm?

Die Ursachen sind vielfältig. Sehr eng ist der Zusammenhang Reizdarm + Stress. Dazu zählt nicht nur der Stress im Job, sondern auch Stress zu Hause, Geldsorgen und andere Ängste. Neben psychischen Auslösern können auch Lebensmittelunverträglichkeiten und –allergien zu einem Reizdarm führen