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FODMAP & Reizdarm:
Was steckt wirklich hinter den Beschwerden?

Das größte innere Organ, der Darm, arbeitet rund um die Uhr. Wie stark er gefordert ist und ob er gereizt reagiert, hängt maßgeblich davon ab, was wir essen. Ganz bestimmte Nahrungsbestandteile, die sogenannten FODMAPs, können manchmal zu Verdauungsproblemen führen. Deshalb kann es sich vor allem für Patienten mit einem Reizdarmsyndrom lohnen, auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten. Eine FODMAP-Diät kann bei einem Großteil von Reizdarm-Patienten zu einer wesentlichen Besserung der Symptome führen. Grund genug, hier zusammenzufassen, was man heute über FODMAPs weiß und Tipps für den Alltag zu geben.

Wir verraten Ihnen heute, was FODMAPs sind und was sie im Körper bewirken können. Außerdem zeigen wir Ihnen, warum sich eine FODMAP-reduzierte Diät in Verbindung mit ausgewählten Probiotika anbietet.

Lesedauer 8 Minuten Wissenschaftlich geprüfter Artikel

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Teller mit drei Donuts

FODMAPs: Was sind sie – und wie wirken sie bei Reizdarm?

FODMAP – das klingt zunächst nach Geographie. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um eine Abkürzung für die englische Bezeichnung „fermentable oligo-, di-, monosaccharides and polyols“, zu Deutsch: „fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole“. Mit dem englischen Wort „Food“ für „Lebensmittel“ hat der Begriff also nichts zu tun. Doch wobei handelt es sich nun genau bei FODMAPs? 

Experten fassen unter dem Oberbegriff FODMAPs Folgendes zusammen:

  1. Vergärbare Mehrfachzucker: z. B. Stärke oder Polydextrose
  2. Zweifachzucker: z. B. Maltose, Laktose
  3. Einfachzucker: z. B. Fruchtzucker (Fruktose)
  4. Zuckeralkohole: z. B. Sorbit, Mannit, Erythrit und Xylit.
Tafel mit FODMAP und außenherum liegen Lebensmittel
: FODMAPs sind vergärbare Mehrfachzucker, Einfachzucker und Zuckeralkohole und in vielen gesunden Lebensmitteln enthalten, besonders relevant bei Reizdarm.

Gut zu wissen!

Sie sind in einem sehr breiten Spektrum unserer Nahrung zu finden und nicht von Haus aus ungesund. Sehr viele Obst- und Gemüsesorten sowie gesunde Lebensmittel enthalten FODMAPS, was die Vermeidung dieser Bestandteile im Rahmen einer Diät besonders komplex macht.

Welche FODMAPs gibt es – und wie unterscheiden sie sich?

Laktose: Was macht sie zur problematischen FODMAP?

Laktose ist ein Zweifachzucker, d. h. Laktose ist aus einem Glukose-Molekül und einem Galaktose-Molekül zusammengesetzt. Bevor die Laktose im Dünndarm absorbiert werden kann, muss sie zunächst einmal in ihre Einzel-Moleküle gespalten werden. Dafür ist ein bestimmtes Enzym notwendig: die Laktase.

Laktose findet man v. a. in Milchprodukten wie Milch, Weichkäse, Joghurt und Quark enthalten. Es gibt inzwischen jedoch auch viele Laktose-freie Produkte im Handel.

Fruktose: Wie wird sie im Reizdarm-Darm verarbeitet?

Fruktose ist ein Einzelzucker, der in vielen natürlichen Lebensmitteln wie Trauben, Obst oder Honig vorkommt. Da Fruktose sehr süß ist, wird sie jedoch auch oft in verarbeiteten Lebensmitteln oder Getränken zugesetzt. Aufgenommen wird Fruktose über spezielle Transportsysteme in der Darmwand. Im Durchschnitt können problemlos ca. 25-50 g pro Tag aufgenommen werden. Die übrigen Fruktose-Moleküle wandern direkt in den Dickdarm, wo sie als Futter für die Darmbakterien landen und sorgen unter Umständen für Ärger.1

Fruktane und Frukto-Oligosaccharide: Wo kommen sie vor und was bewirken sie?

Fruktane bestehen aus einem Glukose-Molekül und mindestens zwei Fruktose-Molekülen.Je nach Kettenlänge unterscheidet man zwei Formen:1

  • Frukto-Oligosaccharid (FOS): mit 2 bis 10 Fruktose-Molekülen
  • Inulin: mit mehr als 10 Fruktose-Molekülen

Fruktane kommen natürlich oder als alternatives Süßungsmittel künstlich zugesetzt in vielen Lebensmitteln vor. Aufgrund ihrer Resistenz gegenüber Verdauungsenzymen werden FOS und Inulin nicht im Dünndarm aufgenommen und erst im Dickdarm fermentiert. Inulin wird daher auch gerne als Präbiotikum eingesetzt. Für gesunde Personen geht man davon aus, dass die Aufnahme von 10 g in der Regel unproblematisch ist.1

Fruktan-reiche Lebensmittel:1 Zwiebeln, Knoblauch, Lauch,  Getreide, Artischocken, Chicorée, Rüben (Rote Beete), Spargel, Sprossen, Bananen

Weintrauben, ein Glas Milch, Äpfel und Bananen liegen auf einem Tisch
Viele gesunde Lebensmittel, wie Milchprodukte und Obst, enthalten FODMAPs, die bei Reizdarmpatienten leider manchmal Darmbeschwerden auslösen können.

Galaktane und Galakto-Oligosaccharide: Welche Lebensmittel sind betroffen?

Galakto-Oligosaccharide (GOS) und Galaktane sind Verbindungen aus mindestens 11 verknüpften Galaktose-Molekülen und gehören ebenfalls zu den Oligosaccharid-FODMAPs. Galaktose erfüllt dabei wichtige Funktionen im Körper: Als Energiequelle für das Gehirn unterstützt sie Konzentration und Gedächtnisleistung. 

In der Lebensmittelindustrie werden Galaktane häufig als Verdickungsmittel oder Geliermittel verwendet. Galactooligosaccharide (GOS) gehören zur Gruppe der Präbiotikum die das Wachstum und/oder die Aktivität nützlicher Bakterien im Dickdarm stimulieren.2

Galakto-Oligosaccharid-reiche Lebensmittel:1 Artischocken, Hülsenfrüchte

Polyole: Warum sind Zuckeralkohole bei Reizdarm problematisch?

Polyole (Zuckeralkohole) schmecken süß, lassen aber den Blutzuckerspiegel nicht ansteigen. Daher werden sie als Zuckeraustauschstoffe gerne in Light- oder Diabetikerprodukten verwenden (z. B. Birkenzucker wie Xylit).  Da im Darm keine spezifischen Transporter existieren, werden Polyole nicht im Dünndarm aufgenommen, sondern gelangen direkt in den Dickdarm, wo sie von den Darmbakterien abgebaut werden.1,3

Polyolreiche Lebensmittel:1 Kernobst: Äpfel, Birnen; Steinobst: Pflaumen, Pfirsiche

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Wie verursachen FODMAPs einen gereizten Darm?

Damit der Körper Nährstoffe aufnehmen kann, müssen die meisten Moleküle zunächst einmal in ihre Einzelbestandteile gespalten werden (z. B. Laktose), um anschließend in den Blutkreislauf aufgenommen zu werden oder es müssen spezielle Transporter in der Darmwand zur Verfügung stehen (z. B. Fruktose). Andere Moleküle gelangen direkt unverdaut in den Dickdarm (z. B. Oligosaccharide), da keine spezifischen Enzyme existieren, die sie aufspalten können. FODMAPs, die also nicht im Dünndarm resorbiert werden bzw. noch übrig sind, werden schnell durch Darmbakterien fermentiert, also abgebaut. Dabei werden im letzten Abschnitt des Dünndarms und im vorderen Teil des Dickdarms u. a. kurzkettige Fettsäuren und Gase wie Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan gebildet. Zudem sind FODMAPs durch ihre geringe Größe osmotisch aktiv, ziehen also Wasser in den Darm. Das alles ist eigentlich nichts Ungewöhnliches oder Schlimmes. Es wurde sogar gezeigt, dass FODMAPs einen präbiotischen Effekt haben können, also günstige Bakterien anlocken. Aber speziell Reizdarmpatienten scheinen leider besonders sensibel auf die FODMAPs zu reagieren. Ihr Darm ist viel empfindlicher und reagiert manchmal mit übermäßigen Blähungen, Blähbauch, Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden.4

Grund für den Ärger ist: 5,6,7,8

  • Die FODMAPs binden Wasser, wodurch der osmotische Flüssigkeitseinstrom steigt und sich der Wassergehalt im Dünndarm erhöht. Dies endet in weicherem Stuhl oder Durchfall oder zumindest in vergrößertem Stuhlvolumen. Die Folge: Der Druck auf die Darmwand steigt und es können sich Schmerzen entwickeln.
  • Bei Betroffenen mit einem Reizdarmsyndrom wird oft eine veränderte Mikrobiom-Zusammensetzung mit einer durchlässigeren Darmwand (Leaky Gut) vermutet.9 Man geht u. a. davon aus, dass sich vermehrt sogenannte gasbildende Bakterien angesiedelt haben. Geraten die FODMAPs also in den Darm von Reizdarm-Geplagten, findet dort durch den bakteriellen Abbau der Moleküle eine gesteigerte Gasbildung statt. Das Mehr an Gasen kann eine Reizung der Darmwand bewirken. Weil diese beim Reizdarm viel sensibler ist als bei gesunden Personen (Fachbegriff: viszerale Hypersensitivität), sind die Folgen u. a.: Schmerzen, Blähbauch, Blähungen und Stuhlunregelmäßigkeiten.2,3
Mensch hält sich den Bauch, neben ihm liegen Pancakes mit Beeren
Reizdarm-Betroffene reagieren auf die Verdauung von FODMAPs manchmal viel sensibler als gesunde Menschen.

Gut zu wissen!

FODMAPs sind weder giftig noch grundsätzlich unerwünscht, denn sie dienen auch günstigen Darmbakterien als Futter (Präbiotika). Die allermeisten Menschen spüren gar nicht, wenn sie Nahrungsmittel mit FODMAPs verzehren. Doch bei sensiblen Menschen, die ohnehin häufig Magen-Darm-Probleme haben, können sie für Unruhe sorgen.

Sind FODMAPs immer ungesund – oder haben sie auch Vorteile?

Im Gegenteil, denn FODMAPs erhöhen die Stuhlmenge, begünstigen die Kalziumabsorption und senken die Serumlipidspiegel. Sie haben eine präbiotische Wirkung, begünstigen also das Wachstum nützlicher Bakterien (insbesondere Bifidobakterien). Mit FODMAPs wird also auch das bei Reizdarmpatienten gestörte Mikrobiom unterstützt (siehe FODMAPs und Mikrobiom im Fokus). FODMAPs gehören außerdem zum Lieblingsfutter der Darmbakterien und steigern dadurch indirekt die bakterielle Produktion von kurzkettigen Fettsäuren wie Butyrat (eine der wichtigsten Energiequellen zur Regeneration der Darmschleimhaut) sowie Propionat und Acetat (können eine immunmodulatorische Wirkung haben).10 Aus all diesen positiven Gründen sollte das Ziel einer FODMAP-Diät nicht sein, gänzlich auf FODMAPs zu verzichten, sondern die verträglichen Verzehrmengen herauszufinden. 

 

Sind FODMAPs gefährlich für Reizdarm-Patienten?

Menschen mit einem sensiblen Darm setzen häufig auf eine Reizdarm-Ernährung oder ganz allgemein auf basische Lebensmittel. Eine gezielte Orientierung an einer FODMAP-Liste kann sich zusätzlich lohnen, denn die vergärbaren Mehrfachzucker und Co. können bei ihnen vorhandene Beschwerden noch verschlimmern. Dafür machen Experten vor allem den verstärkten Dehnungsreiz des Darms verantwortlich. Der gesteigerte Wassergehalt und die Zunahme an Gasen – all das signalisiert dem Darm, sich auszudehnen. Ein Mensch mit einem gesunden Darm empfindet diese Dehnung in der Regel nicht als schmerzhaft, bzw. spürt sie überhaupt nicht. Ist der Verdauungstrakt aber hypersensitiv, wie es bei einem Reizdarm der Fall ist, spüren Betroffene dabei durchaus Schmerzen. Außerdem kann die Dehnung Mastzellen aktivieren – sie setzen nun mehr Proteasen und Entzündungsmediatoren wie Histamin frei. Dadurch können die Reizdarm-Beschwerden ebenfalls zunehmen.11

 

Was tun bei FODMAP-Unverträglichkeit?

Hat man den Verdacht, dass die Darmbeschwerden mit dem Essen verbunden sind, kann es durchaus sinnvoll sein zu testen, ob man empfindlich auf FODMAPs reagiert. Bei Patienten mit Reizdarmsyndrom wurde die Wirksamkeit einer FODMAP-Diät, also die deutlichen Reduktion von FODMAPs in der Ernährung, durch mehrere Studien belegt. Dabei geht es darum konsumierte FODMAPs auf eine individuell verträgliche Menge zu reduzieren. Bei bis zu 86 % der Patienten mit Reizdarmsyndrom verbesserten sich die Darmbeschwerden. Bauchschmerzen, Völlegefühl, Verstopfung, Durchfall, Blähbauch und Blähungen gingen zurück.8,12,13,14

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Low-FODMAP-Diät: Wie funktioniert sie bei Reizdarm?

Die Verträglichkeit von FODMAPs bei Reizdarmsyndrom ist sehr individuell. Was der eine gut verträgt, löst bei den anderen Bauchkrämpfe aus. Individuelle Unterschiede gibt es auch in der verträglichen Verzehrmenge. Der eine Reizdarmbetroffene verträgt 3 Scheiben Weizentoast, ein anderer nur eine halbe Scheibe. Um herauszufinden, welche FODMAP-Lebensmittel vielleicht Beschwerden auslösen oder verschlimmern können, muss man so lange Lebensmittel ausprobieren, bis man die Trigger-Lebensmittel und Trigger-Mengen für sich identifiziert hat (englisch: trial and error). 

Es gibt dabei zwei Möglichkeiten herauszufinden, ob man mit einer FODMAP-Diät seine Darmbeschwerden lindern kann. Die Möglichkeiten sollten auch mit dem behandelnden Arzt oder einem Ernährungsberater besprochen werden.

Low-FODMAP-Ernährung: Wie funktioniert die einfache Variante?

Die einfachste Methode herauszufinden, ob das generelle Reduzieren von FODMAPs die Reizdarm-Symptome verringern kann, ist das sich an sogenannten FODMAP-Tabellen zu orientieren. In diesen wird aufgezeigt, welche Lebensmittel viele FODMAPs enthalten und somit möglicherweise ungünstig für sensible Därme sind. Gleichzeitig werden aber in den Tabellen auch einfache Alternativen angeboten, die man im ersten Moment vielleicht nicht im Blick hatte. Ziel ist es im ersten Schritt möglichst viele FODMAP-reiche Lebensmittel mit FODMAP-armen Lebensmitteln zu ersetzen und zu schauen ob sich die Darmbeschwerden dadurch schon lindern lassen. 

FODMAP-Listen: Welche Lebensmittel sind erlaubt – und welche nicht?

Zur praktischen Orientierung existieren zahlreiche Lebensmittelübersichten, die FODMAP-reiche und FODMAP-arme Alternativen gegenüberstellen und diese häufig anhand eines Ampelsystems (grün – rot) kategorisieren.

Rote Lebensmittel = gelten allgemein als FODMAP-reich und sollten evtl. reduziert oder durch eine grüne Alternative ersetzt werden.

Grüne Lebensmittel = gelten generell als FODMAP-arm

Tabelle, FODMAP-reich und FODMAP-arm
Auszug aus einer FODMAP-Liste: So erkennen Reizdarm-Betroffene FODMAP-reiche und FODMAP-arme Lebensmittel.

Ob ein Nahrungsmittel FODMAP-arm oder FODMAP-reich ist, entscheidet aber nicht nur die Gesamtmenge an FODMAPs in einem Lebensmittel. Es kommt auch noch auf die Verzehrmenge und die Darreichungsform an:6

  • 2 Kirschen sind FODMAP-arm – 6 Kirschen sind FODMAP-reich. 
  • Unreife Bananen sind FODMAP-arm – reife Bananen sind FODMAP-reich.
  • Abgespülte Kichererbsen aus der Dose (1/4 Tasse) sind FODMAP-arm – frische Kichererbsen sind FODMAP-reich

Gut zu wissen!

Bei einer FODMAP-armen Ernährung muss nicht gänzlich auf FODMAP-reiche Lebensmittel verzichtet werden. Vielmehr soll man seine individuelle Toleranzschwelle (verträgliche Portions- und Tagesmengen je Lebensmittel) herausfinden. Aber: Man sollte optimistisch bleiben! Ziel ist nicht, ein Leben lang nur Lebensmittel von der grünen FODMAP-Tabellenseite zu konsumieren! Die Darmbakterien lieben und brauchen FODMAPs!

Ein Belegtes Brot wird an seiner dicke gemessen
Bei FODMAP-reichen Lebensmitteln kommt es auch auf die Verzehrmenge an. Die verträglichen Mengen an FODMAPs können ganz individuell sein.

Buchtipp! Reizarme Ernährung

Prof. Dr. Martin Storr beschreibt in seinem Buch „Reizarme Ernährung“, wie es Ihnen mit Hilfe der FODMAP-Diät gelingen kann, sich gesund zu ernähren – und dabei gleichzeitig vorhandene Beschwerden unter Kontrolle zu bringen. Mit vielen leckeren und darmverträglichen Rezeptideen und FODMAP-Tabellen.15

Hier gelangen Sie zu unserem Buch "Reizarme Ernährung".

Buch, Reizarme Ernährung
„Reizarme Ernährung" von Prof. Dr. Martin Storr: die FODMAP-Diät für Reizdarm-Betroffene verständlich erklärt.

Strenge FODMAP-Diät: Wie laufen die drei Phasen ab?

Bevor aufgrund von Verdauungsbeschwerden eine strenge FODMAP-Diät durchgeführt wird, sollte die Ursache der Beschwerden ärztlich abgeklärt sein. Da die strenge FODMAP-Diät langwierig und komplex ist, sowie eine strenge Dokumentation erfordert, empfiehlt sich hier immer eine unterstützende Ernährungsberatung hinzuzuziehen.6  

Tipp! Viele gesetzliche Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten für eine Ernährungsberatung, wenn der Arzt eine medizinische Notwendigkeit feststellt. Hier finden Sie zertifizierte Ernährungsberater*innen in Ihrer Nähe.

Ablauf einer strikten FODMAP-Diät bzw. Low-FODMAP-Diät:6

Phase 1: Betroffene verzichten mind. 2 Wochen ganz konsequent auf alle FODMAP-reiche Lebensmittel. Das primäre Ziel ist die Linderung der Darmbeschwerden.

Phase 2: Über 4 Wochen wird jeweils nur ein FODMAP-reiches Lebensmittel proTag, in einer kleinen Menge schrittweise wieder eingeführt. Alle auftretenden Symptome und Verzehrmengen werden in einem Ernährungstagebuch festgehalten, um die ungünstigen Lebensmittel zu identifizieren und Toleranzschwellen herauszufinden.

Phase 3: Ein individualisierter Ernährungsplan wird erstellt, indem alle FODMAP-reichen Lebensmittel, die gut vertragen  werden aufgenommen werden.


>> Mehr zu FODMAP Rezepten finden Sie hier

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Die strenge FODMAP-Diät ist komplex und sollte durch eine Ernährungsberatung unterstützt werden.

Gut zu wissen!

Keine Sorge, selbst wenn Sie empfindlich auf FODMAPs reagieren, gibt es spezielle FODMAP Rezepte, FODMAP Süßigkeiten und FODMAP Snacks, die kaum einen Wunsch offenlassen.

Teller mit Spaghetti Bolognese
FODMAP heißt nicht Verzicht. Man kann auch klassische Rezepte wie Spaghetti Bolognese FODMAP-arm genießen, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Mikrobiom & FODMAP-Diät: Wie kann Probiotika den Reizdarm dabei unterstützen?

Insbesondere bei Menschen mit einem Reizdarmsyndrom spielt der Einfluss der FODMAPs auf die Beschwerden oft eine Rolle. Dabei handelt es sich um eine chronische Funktionsstörung des Darms, d. h.  Betroffene leiden entweder dauerhaft oder immer wieder an lästigen Darmbeschwerden. Die gute Nachricht: Betroffene müssen sich mit den Symptomen nicht einfach abfinden. Eine FODMAP-Diät kann dazu beitragen, Beschwerdeauslöser zu verringern.5 Ziel der Diät sollte aber nicht sein, gänzlich auf alle FODMAPs zu verzichten, denn sie haben durchaus eine wichtige gesundheitsfördernde Funktion. Wenn die FOMDAPs in den Dickdarm gelangen freuen sich nämlich auch die nützlichen Darmbakterien über den Leckerbissen. Sie wachsen und gedeihen und sorgen für ein angenehmes Darmklima. Durch die Fermentation von FODMAPs werden u. a. kurzkettige Fettsäuren wie Milchsäure oder Butyrat gebildet. Butyrat oder Buttersäure ist einer der wichtigsten Energielieferanten für die Regeneration der Darmbarriere und soll damit vor einem Leaky Gut schützen.16

Nicht nur wegen der Störung des Darmmikrobioms (med. Dysbiose) bei Reizdarmpatienten kann es also sinnvoll sein, das spezifische Milchsäurebakterium Lactobacillus plantarum 299v (LP299V®) begleitend zur FODMAP-Diät zu ergänzen. Es setzt direkt an der Wurzel des Problems an.17 Es kann dazu beitragen, mehr Vielfalt in den gereizten Darm zu bringen und Beschwerden so abzuschwächen. Mit Erfolg, wie klinische Daten belegen.18,19,20,21,22 Eine Kombination aus diesem für Reizdarmsyndrom spezifisch ausgewählten Bakterienstamm L. plantarum 299v und einer reduzierten Aufnahme von FODMAPs könnte also ein sehr erfolgversprechender Ansatz für Reizdarm-Geplagte sein.

FODMAP-Diät ohne Wirkung: Was tun, wenn sie bei Reizdarm nicht hilft?

Die FODMAP-Diät löst nicht bei allen Reizdarmpatienten die Beschwerden. Das kann mehrere Gründe haben:

  • Es hat sich ein Fehler eingeschlichen: Die FODMAP-Diät ist nicht zu unterschätzen und kann unter Umständen sehr komplex sein. Hier hilft die Begleitung einer Ernährungsberatung. Diese wird nach einer Verordnung vom behandelnden Arzt manchmal sogar durch Krankenkassen bezuschusst.
  • Die Beschwerden und Ursachen dafür sind sehr individuell: Manche Betroffenen profitieren vielleicht doch eher von anderen alternativen Behandlungen (z. B. Yoga oder Darmhypnose, Reizdarm-Innobioticum, Phytotherapeutika) oder von einer Kombination alternativer Behandlungen mit der FODMAP-Diät.
  • Die Ursache der Verdauungsbeschwerden ist nicht das Reizdarmsyndrom, sondern z. B. eine Lebensmittelunverträglichkeit gegen andere Nahrungsbestandteile. Dies sollte mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.
 
  1. Storr. Der Ernährungsratgeber zur FODMAP-Diät. Zuckschwerdt Verlag München. 2015
  2. https://en.wikipedia.org/wiki/Galactooligosaccharide 
  3. Gibson & Shepherd. Evidence-based dietary management of functional gastrointestinal symptoms: The FODMAP approach. J Gastroenterol Hepatol. 2010;25(2):252-8. PMID: 20136989.
  4. Pfau. FODMAP-Diät bei Reizdarmsyndrom: Praxisanleitung als Handlungsgrundlage für eine standardisierte Ernährungsberatung basierend auf der wissenschaftlichen Datenlage [Dissertation]. München: Ludwig-Maximilians-Universität München, Medizinische Fakultät; 2021.
  5. Ong et al. Manipulation of dietary short chain carbohydrates alters the pattern of gas production and genesis of symptoms in irritable bowel syndrome. J Gastroenterol Hepatol. 2010;25(8):1366-73. PMID: 20659225.
  6. Hauner & Schmidt-Tesch. CME-Kurs: Funktionelle Darmerkrankungen: Ernährungsmanagement in der Praxis. Colloquium Mikrobiom. 2021;2.
  7. Heinrich. Low-FODMAP-Diät – Lösung aller Probleme? Schweiz Gastroenterol. 2021;2:24-29. doi: 10.1007/s43472-021-00035-1.
  8. Nanayakkara et al. Efficacy of the low FODMAP diet for treating irritable bowel syndrome: the evidence to date. Clin Exp Gastroenterol. 2016 Jun 17;9:131-42. PMID: 27382323.
  9. Gibson & Shepherd. Personal view: food for thought--western lifestyle and susceptibility to Crohn's disease. The FODMAP hypothesis. Aliment Pharmacol Ther. 2005 ;21(12):1399-409. PMID: 15948806.
  10. Bellini & Rossi. Is a low FODMAP diet dangerous? Tech Coloproctol. 2018;22(8):569-71. PMID: 30083779.
  11. McIntosh et al. FODMAPs alter symptoms and the metabolome of patients with IBS: a randomised controlled trial. Gut. 2017 Jul;66(7):1241-51. PMID: 26976734.
  12. Gibson. The evidence base for efficacy of the low FODMAP diet in irritable bowel syndrome: is it ready for prime time as a first-line therapy? J Gastroenterol Hepatol. 2017;32 Suppl 1:32-5. PMID: 28244668.
  13. Marsh et al. Does a diet low in FODMAPs reduce symptoms associated with functional gastrointestinal disorders? A comprehensive systematic review and meta-analysis. Eur J Nutr. 2016;55(3):897-906. PMID: 25982757.
  14. Varjú et al. Low fermentable oligosaccharides, disaccharides, monosaccharides and polyols (FODMAP) diet improves symptoms in adults suffering from irritable bowel syndrome (IBS) compared to standard IBS diet: A meta-analysis of clinical studies. PLoS One. 2017 ;12(8):e0182942. PMID: 28806407.
  15. Storr. Reizarme Ernährung: Lecker und gesund ernähren bei Reizdarm, Colitis und Divertikulose. Digesta Verlag. 2019. ISBN-10: 3982055202.
  16. Gasaly et al. Butyrate and the Fine-Tuning of Colonic Homeostasis: Implication for Inflammatory Bowel Diseases. Int J Mol Sci. 2021 Mar 17;22(6):3061. PMID: 33802759.
  17. Holtmann et al. Pathophysiology of irritable bowel syndrome. Lancet Gastroenterol Hepatol. 2016 Oct;1(2):133-46. PMID: 28404070.
  18. Ducrotté et al. Clinical trial: Lactobacillus plantarum 299v (DSM 9843) improves symptoms of irritable bowel syndrome. World J Gastroenterol. 2012;18(30):4012-8. PMID: 22912552
  19. Nobaek et al. Alteration of intestinal microflora is associated with reduction in abdominal bloating and pain in patients with irritable bowel syndrome. Am J Gastroenterol. 2000;95(5):1231-8. PMID: 10811333
  20. Niedzielin et al. A controlled, double-blind, randomized study on the efficacy of Lactobacillus plantarum 299V in patients with irritable bowel syndrome. Eur J Gastroenterol Hepatol. 2001;13(10):1143-7. PMID: 11711768
  21. Krammer et al. Reizdarmbehandlung mit Lactobacillus plantarum 299v: Längere Einnahme verstärkt Behandlungserfolg – Ergebnisse einer nichtinterventionellen Studie [Treatment of IBS with Lactobacillus plantarum 299v: Therapeutic success increases with length of treatment - real-life data of a non-interventional study in Germany]. Z Gastroenterol. 2021;59(2):125-134. German. PMID: 33556972
  22. Nordström et al. Lactiplantibacillus plantarum 299v (LP299V®): three decades of research. Benef Microbes. 2021;12(5):441-465. PMID: 34365915
  23. IQVIA, IMS® Diagnosis Monitor (Verordnungen GKV, PKV und Grüne Rezepte gemäß ICD-Code K58)

Häufige Fragen zu FODMAP und Reizdarm (FAQ)

Ja – beide Ansätze ergänzen sich, weil sie an unterschiedlichen Mechanismen des Reizdarmsyndroms ansetzen.

Die Low-FODMAP-Ernährung reduziert kurzkettige Kohlenhydrate, die im Darm stark fermentiert werden und typische Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen und veränderte Stuhlgewohnheiten auslösen. Studien zeigen, dass sich bei bis zu 86 % der Reizdarm-Betroffenen die Symptome durch eine konsequente Low-FODMAP-Ernährung verbessern.8,12,13,14

Allerdings hat dieser Ansatz eine bekannte Schwäche: FODMAPs dienen gleichzeitig als Futter für gesundheitsfördernde Darmbakterien. Eine strenge Reduktion entzieht damit auch dem Darmmikrobiom wichtige Nahrungsgrundlagen. Genau hier setzt ein gezielt ausgewähltes Probiotikum an.

Lactobacillus plantarum 299v (LP299V®) ist der bei Reizdarmsyndrom weltweit am besten klinisch dokumentierte Bakterienstamm – untersucht in über 60 klinischen Studien am Menschen.22 Er wirkt direkt auf die bei Reizdarm typischerweise gestörte Darmflora (Dysbiose) und kann dazu beitragen, das mikrobielle Gleichgewicht im Darm wiederherzustellen. In einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie mit 214 Reizdarm-Patienten zeigte LP299V® nach 4 Wochen signifikante Verbesserungen bei Blähungen (–66 %), Bauchschmerzen (–52 %) und Stuhlgangfrequenz.18

Die Kombination aus Low-FODMAP-Ernährung und dem spezifischen Bakterienstamm Lactobacillus plantarum 299v gilt daher als besonders erfolgversprechender Ansatz: Die Diät reduziert den Fermentationsreiz im Darm, LP299V® adressiert gleichzeitig die zugrundeliegende Dysbiose und deren Folgen.
Kein Wunder, dass L. plantarum 299v die Nr. 1-Empfehlung von Gastroenterologen bei Reizdarmsyndrom ist.23
Reizdarm-Betroffene reagieren auf FODMAPs deutlich empfindlicher als Menschen mit gesundem Darm – aus zwei zusammenwirkenden Gründen.

Erstens wirken FODMAPs osmotisch: Sie ziehen Wasser in den Darm und erhöhen so den Wassergehalt im Dünndarm, was zu weicherem Stuhl, Durchfall und gesteigertem Druck auf die Darmwand führt. Zweitens werden FODMAPs im Dickdarm von Bakterien fermentiert – dabei entstehen Gase wie Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan, die den Darm ausdehnen.

Bei einem gesunden Verdauungstrakt bleibt diese Dehnung unbemerkt. Bei Reizdarm liegt jedoch häufig eine sogenannte viszerale Hypersensitivität vor: Die Darmwand reagiert übermäßig stark auf Dehnungsreize – selbst normale Gasmengen werden als schmerzhaft empfunden. Zusätzlich aktiviert die Dehnung Mastzellen, die Entzündungsmediatoren wie Histamin freisetzen und die Beschwerden weiter verstärken.

Erschwerend kommt hinzu: Bei vielen Reizdarm-Betroffenen ist das Darmmikrobiom verändert (Dysbiose), mit einem oft erhöhten Anteil gasbildender Bakterien – was die Fermentation von FODMAPs und die daraus resultierende Gasbildung weiter intensiviert.17
Nicht automatisch – aber es gibt eine wichtige Überschneidung, die häufig für Verwirrung sorgt.

Eine Low-FODMAP-Ernährung zielt darauf ab, vergärbare Kohlenhydrate zu reduzieren. Ob ein Lebensmittel Gluten enthält, ist dabei kein Kriterium. Dennoch sind viele Low-FODMAP-Rezepte gleichzeitig glutenfrei oder glutenreduziert, weil Weizen, Roggen und Gerste sowohl Gluten als auch FODMAP-reiche Oligosaccharide (Fruktane) enthalten – und bei Low-FODMAP konsequent gemieden werden.

Entscheidend ist der Unterschied im Auslöser: Bei Zöliakie reagiert das Immunsystem spezifisch auf Gluten. Bei Reizdarm hingegen vermuten Experten, dass viele Betroffene, die sich eine „Glutenempfindlichkeit" selbst diagnostiziert haben, tatsächlich auf die in Weizen enthaltenen FODMAPs reagieren – und nicht auf das Gluten selbst. Eine Low-FODMAP-Ernährung kann in diesen Fällen die Beschwerden lindern, ohne eine strikt glutenfreie Diät vorauszusetzen. Bei begründetem Verdacht auf Zöliakie sollte dies vorab ärztlich abgeklärt werden.
FODMAP ist ein Akronym aus dem Englischen und steht für Fermentable Oligo-, Di-, Monosaccharides and Polyols – auf Deutsch: vergärbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole.

Dahinter verbirgt sich eine Gruppe von kurzkettigen Kohlenhydraten und Zuckeralkoholen, die in vielen alltäglichen Lebensmitteln vorkommen: Fruktose (z. B. in Äpfeln), Laktose (z. B. in Milch), Fruktane und Galaktooligosaccharide (z. B. in Weizen und Hülsenfrüchten) sowie Polyole wie Sorbit und Mannit (z. B. in Steinobst und Zuckerersatzstoffen).

Was diese Stoffe gemeinsam haben: Sie werden im Dünndarm kaum oder gar nicht vollständig resorbiert und gelangen so in den Dickdarm, wo sie von Bakterien fermentiert werden. Das führt zur Bildung von Gasen und erhöht den osmotischen Wassereinstrom in den Darm. Für die meisten Menschen ist das völlig unproblematisch – bei Reizdarm-Betroffenen können diese physiologischen Prozesse jedoch Blähungen, Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme auslösen.
Nein – FODMAPs sind weder giftig noch grundsätzlich ungesund. Im Gegenteil: Sie erfüllen im Körper wichtige Funktionen.

FODMAPs dienen als Präbiotika, also als Nahrung für gesundheitsfördernde Darmbakterien. Durch ihre Fermentation entstehen kurzkettige Fettsäuren wie u. a. Butyrat, die als wichtigste Energiequelle für die Regeneration der Darmschleimhaut gelten und eine intakte Darmbarriere unterstützen. Zudem begünstigen FODMAPs die Kalziumabsorption und können Serumcholesterin- sowie Lipidspiegel senken.

Problematisch werden FODMAPs ausschließlich für Menschen mit einem empfindlichen Verdauungstrakt: Bei Reizdarm-Betroffenen kann die durch FODMAPs ausgelöste Gasbildung und Darmdehnung starke Beschwerden verursachen. Genau deshalb zielt die Low-FODMAP-Ernährung auch nicht auf einen vollständigen Verzicht ab, sondern auf die Identifikation der individuell verträglichen Menge. Das Ziel ist mehr Lebensqualität – nicht maximale Einschränkung.
Die strenge Eliminationsphase (Phase 1 der FODMAP-Diät) dauert in der Regel 6 bis 8 Wochen, mindestens jedoch 2 Wochen.

In dieser Zeit werden alle FODMAP-reichen Lebensmittel konsequent vom Speiseplan gestrichen. Das Ziel ist nicht, dauerhaft auf sie zu verzichten, sondern herauszufinden, ob FODMAPs tatsächlich die Beschwerden auslösen. Erst wenn eine deutliche Symptomverbesserung eingetreten ist, wird Phase 2 eingeleitet.

Wichtig zu wissen: Phase 1 ist als Dauerernährung ausdrücklich nicht geeignet, da FODMAPs auch gesundheitsfördernde Darmbakterien nähren. Ein dauerhafter Verzicht würde das ohnehin bei Reizdarm häufig gestörte Darmmikrobiom zusätzlich belasten. Da die strenge Eliminationsphase komplex und fehleranfällig ist, empfiehlt sich die Begleitung durch eine qualifizierte Ernährungsberatung – insbesondere dann, wenn die Beschwerden nach 2–3 Wochen nicht nachlassen. In diesem Fall sollte gemeinsam mit dem behandelnden Arzt nach weiteren Ursachen gesucht werden. 
Weniger als viele befürchten – und das ist das erklärte Ziel der Methode.

Die Low-FODMAP-Ernährung ist auf drei Phasen ausgelegt: Nach der anfänglichen Eliminationsphase (Phase 1) werden in Phase 2 schrittweise Lebensmittel wiedereingeführt, um die individuelle Toleranzschwelle für jeden FODMAP-Typ zu bestimmen. Phase 3 mündet in einen persönlichen Langzeit-Ernährungsplan, der so viele FODMAP-reiche Lebensmittel enthält wie individuell verträglich.1,15

Ein vollständiger und dauerhafter Verzicht ist weder das Ziel noch medizinisch sinnvoll – denn FODMAPs haben wichtige präbiotische Funktionen. Die Lebensmittelauswahl bleibt auch bei Low-FODMAP breit: Gemüse wie Möhren, Zucchini und Paprika, Obst wie Erdbeeren, Kiwi und unreife Bananen, Getreide wie Reis, Hirse und Hafer sowie laktosefreie Milchprodukte und die meisten Fleisch- und Fischsorten sind problemlos geeignet. Wer sich professionell begleiten lässt, erreicht in der Regel eine ausgewogene Ernährung mit deutlich weniger Einschränkungen als zu Beginn erwartet.
Wissenschaftlich geprüft von: Dr. Lena Bruder
Zuletzt geändert: 03.07.2026
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